Wärmewende: Beim Heizungsgesetz gibt es zu viele schlecht versteckte Probleme

Rohre einer Anlage einer Ölheizung in dem Keller eines Altbaus.
Foto: dpaMal wieder ein Durchbruch! Eine neuerliche Einigung! Wenn so viel Übereinstimmung demonstriert werden muss wie beim verkorksten Heizungsgesetz, sagt das viel über drei holprig regierende Koalitionsparteien. Und es deutet darauf hin, dass mehr offen bleibt, als es den Anschein haben soll.
Ja, es gibt nun etwas Orientierung, was tatsächlich im Gesetz stehen soll, das Millionen Menschen zum Umstieg beim Heizen verpflichtet. Doch auch der Bundesrat muss noch mitmachen. Manches werden die Menschen trotz der festgeschriebenen Pflicht zum Umstieg noch nicht überschauen können.
Es ist nun wahrscheinlich, dass das Gesetz den Bundestag knapp vor der Sommerpause passieren kann. Dass es eine milliardenschwere Förderung zum Umstieg von Öl und Gas auf erneuerbare Wärme geben soll.
Dann aber kommen die vielen Fragezeichen und schlecht verdeckten Problemzonen. Kern ist dem Vernehmen nach, dass ab dem 1. Januar 2024 neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Allerdings haben Besitzerinnen bestehender Immobilien Zeit, bis ihre Kommune eine Wärmeplanung geschafft hat. Solche Planungen zur Versorgung mit Fernwärme müssen Städte bis 2026 und kleinere Gemeinden bis 2028 abschließen, wie zu hören ist. Dann könnten Privatleute aus dem Fernwärmenetz oder eben mit dem eigenen Kessel heizen.
Doch was, wenn in der Zwischenzeit ein Einbau nötig wird? Noch kennt auch niemand die Förderung. Was ist mit den Regeln, die die EU zusätzlich zum Dämmen und Heizen plant? Die Vor- und Nachteile und die endgültigen Kosten bleiben noch länger unklar für die, die sich demnächst entscheiden müssen.
Völlige Sicherheit kann es nicht geben, aber Transparenz und Übersichtlichkeit wären hier dringend geboten. Es ist ein ziemlich unübersichtlicher Berg an Information, den die Koalition präsentiert. Aufbruch und die Aussicht auf technologischen Fortschritt lassen sich so nicht vermitteln. Eher die Einsicht, dass viel schlecht erklärtes und schlecht organisiertes Regierungshandeln Frust und vielleicht Widerstand auslösen.
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