WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Brexit-Folgen Fast die Hälfte der Lkw verlässt Großbritannien ohne Ware

Rund 40 Prozent der Lastwagen kehren leer von Großbritannien auf den Kontinent zurück. Quelle: dpa

Die Folgen des Brexits werden immer offensichtlicher. Nun kehren offenbar sehr viele Lkw ohne Ware aus Großbritannien zurück. Vor allem die britische Lebensmittelindustrie leidet.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Knapp einen Monat nach dem Brexit sind die Ausfuhren aus Großbritannien in die EU noch immer äußerst niedrig. „Es gibt keine normale Nachfrage von Exporteuren. Das bedeutet, dass rund 40 Prozent der Lastwagen leer auf den Kontinent zurückkehren“, sagte der Chef des Spediteurverbands RHA, Richard Burnett, der Zeitung „The Times“. Vor allem ausländische Unternehmen würden deutlich seltener nach Großbritannien kommen, weil die Fahrten wegen Zollgebühren und anderer Hürden nun kostspieliger seien.

„Sie haben Angst, im Hafen festzusitzen, falls sie nicht über die richtigen Zollpapiere verfügen“, sagte Burnett. Zudem sei die Pflicht zu Corona-Tests „sehr unbeliebt“. Auf dem Rückweg hätten sie dann zudem keine Waren und machten keine Geschäfte.

Der Chef des Verbands der Kühlkettenunternehmen, Shane Brennan, schrieb in einem Gastbeitrag für das Blatt: „So leere Autobahnen und Fähren wie jetzt gab es noch nie.“ Er warf der Regierung Gleichgültigkeit vor. Minister hatten über die Handelsprobleme als „Kinderkrankheiten“ gesprochen. „Das ist nicht meine Erfahrung“, betonte Brennan.

Vielmehr habe ein Großteil der Lebensmittelindustrie Schwierigkeiten beim Handel mit der EU. Diese würden sich zu dauerhaften Problemen auswachsen, wenn die Regierung nicht entschlossene Maßnahmen ergreife. „Die britische Lebensmittelindustrie steht an der EU-Grenze vor einer massiven Mauer, und wir brauchen Hilfe dabei, sie zu erklimmen.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Zuletzt war bekanntgeworden, dass Regierungsstellen manchen Unternehmen nahegelegt hatten, Teile ihres Geschäfts in die EU zu verlagern, um den Handel mit Europa nicht zu gefährden.

    Das interessiert WiWo-Leser heute besonders

    Geldanlage Das Russland-Risiko: Diese deutschen Aktien leiden besonders unter dem Ukraine-Krieg

    Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine belastet die Börsen. Welche deutschen Aktien besonders betroffen sind, zeigt unsere Analyse.

    Krisenversicherung Warum Anleger spätestens jetzt Gold kaufen sollten

    Der Krieg in der Ukraine und die Abkopplung Russlands von der Weltwirtschaft sind extreme Inflationsbeschleuniger. Mit Gold wollen Anleger sich davor schützen – und einer neuerlichen Euro-Krise entgehen.

    Flüssigerdgas Diese LNG-Aktien bieten die besten Rendite-Chancen

    Mit verflüssigtem Erdgas aus den USA und Katar will die Bundesregierung die Abhängigkeit von Gaslieferungen aus Russland mindern. Über Nacht wird das nicht klappen. Doch LNG-Aktien bieten nun gute Chancen.

     Was heute noch wichtig ist, lesen Sie hier

    Großbritannien war zum 1. Januar aus der EU-Zollunion und dem Binnenmarkt ausgetreten. Seitdem kommt es zu Verzögerungen im Handel mit der EU, aber auch mit der britischen Region Nordirland, die de facto weiter zur Zollunion gehört.

    Mehr zum Thema: Fischhändler stoppen Lieferungen und in nordirischen Supermärkten leeren sich die Regale. Mit den neuen Zollregeln bekommen Unternehmen die Folgen des Brexits zu spüren.

    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%