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Katholische Kirche Wie reich ist der Vatikan wirklich?

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Radio Vatikan verschlingt Ressourcen

Vatikan verdient an Oster-Besuchern

Einer der spannendsten Posten, der Peterspfennig, steht dem Papst höchstpersönlich zur Verfügung. Die Kollekte, die jedes Jahr am 29. Juni, dem Fest der Apostel Petrus und Paulus, für den „Liebesdienst an den Bedürftigen“ weltweit eingesammelt wird, spülte 2007 fast 80 Millionen US-Dollar (62 Millionen Euro) in die Kassen des Vatikan.

Doch nicht nur die Einnahmen-, auch die Ausgabenseite ist imposant: Der größte Kostenfaktor des Heiligen Stuhls sind die Personalkosten. Zum Jahresende 2007 beschäftigte der Vatikan 2748 Personen: 1637 weltliche Mitarbeiter, 778 Priester, 243 Mönche und 90 Schwestern. Dazu kommen 466 Pensionsberechtigte. Insgesamt wurden für Löhne und Gehälter 77 Millionen Euro fällig. Die zwanzig Kardinäle, die in der römischen Kurie arbeiteten, kosteten dem Heiligen Stuhl rund drei Millionen Euro.

Tageszeitung ist reines Verlustgeschäft

Weitere Kostentreiber sind die vier Medienangebote des kleinsten Staates der Welt: Radio Vatikan, die Tageszeitung „Osservatore Romano“, das Centro Televisivo Vaticano CTV und die vatikanische Verlagsbuchhandlung. Zusammen beschäftigen sie 600 Angestellte, 367 arbeiten alleine für Radio Vatikan. Der Hörfunk-Sender verschlang alleine für die Mitarbeiter 24,3 Millionen Euro – ohne, dass irgendwelche Einnahmen verbucht wurden. Denn der Papstsender wird weder durch Werbeeinnahmen noch durch Gebühren gegenfinanziert.

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    Ein reines Verlustgeschäft ist laut der 2007er-Papstbilanz auch der „Osservatore Romano“, der in dem Jahr 4,8 Millionen Euro minus machte. Fernsehsender CTV und die vatikanische Verlagsbuchhandlung hingegen erwirtschafteten einen kleinen Gewinn.

    Für die hundertneunzig Apostolischen Nuntiaturen und die siebzehn päpstlichen Vertretungen bei internationalen Organisationen wie EU und UN wurden weitere 20,1 Millionen Euro ausgegeben.

    Nicht zu vergessen, sind die Kosten für die Instandhaltung und Renovierung der zahlreichen Immobilien des Vatikans – und eigene wie fremde soziale und humanitäre Projekte, die unterstützt werden.

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