Streikwelle In Griechenland beginnt eine Woche der Streiks

Harte Zeiten für die Links-Rechts-Koalition in Athen: Streiks legen das Land lahm. Und obendrauf nehmen die Gläubiger die Bücher in Athen unter die Lupe.

Eine Straßenblockade. Quelle: dpa

In Griechenland nehmen die Proteste gegen eine neue Rentenreform sowie Steuererhöhungen immer größere Dimensionen an. Am Montag blockierten Landwirte an mehreren Stellen wichtige Straßenverbindungen. Zudem wurden Grenzübergänge gesperrt. Rechtsanwälte und Notare werden die ganze Woche lang streiken. Am Nachmittag begannen die Kontrolleure der Gläubiger eine Untersuchung der griechischen Sparvorhaben und Reformen.

Gesperrt wurden die Grenzübergänge nach Bulgarien bei Exochi und Promachon sowie der Grenzübergang zur Türkei bei Kipoi.

Diese griechischen Inseln stehen zum Verkauf
Traumhaftes GriechenlandZu Griechenland gehören je nach Schätzungen zwischen 1200 und 6000 Inseln. Viele davon sind bereits in privatem Besitz, der Rest gehört noch der griechischen Regierung, die mit Verkäufen viel Geld sammeln könnte. Dutzende dieser Inseln stehen aktuell zum Verkauf, auch die von privaten Eigentümern. Experten gehen von einem Ausverkauf griechischer Inseln in den nächsten Jahren aus. Auf der Verkaufswebsite Private Islands Online sind sie aufgelistet. Hier sind die elf günstigsten Inseln. Quelle: Privateislandsonline.com Quelle: Presse
Platz 11: Omfori IslandOmfori Island ist 4,5 Quadratkilometer groß – und hat genau ein Haus, abgebildet auf diesem Foto. Für 50 Millionen Euro ist die Insel zu haben. Der Käufer dürfte 20 Prozent der Insel bebauen. Kann nachgewiesen werden, dass eine weitere Bebauung eine gute Investition wären, würde die griechische Regierung laut Private Islands Online weitere Baugenehmigungen erteilen. Quelle: Privateislandsonline.com Quelle: Presse
Platz 10: Dulichium IslandDulichium Island ist die größte griechische Insel, die derzeit zum Verkauf steht – sie erstreckt sich über 5,4 Quadratkilometer. Der höchste Punkt der Insel liegt 250 Meter über dem Meeresspiegel, die Insel verfügt über 4000 Olivenbäume. Bisher ist die Insel jedoch komplett unerschlossen. Laut der Website wäre das Eiland jedoch ein guter Ort, um ein Hotel Ressort zu bauen. Quelle: Privateislandsonline.com Quelle: Presse
Platz 9: Nördliche Ägäische InselMit einem Schnellboot erreicht man die nördliche ägäische Insel in einer halben Stunde von Athen aus. Aufgrund dieser Nähe sollen bereits viele Interessenten auf der Matte stehen. Für 35 Millionen Euro Kaufpreis erhält man dieses Eiland mit einer Größe von 0,348 Quadratkilometern. Quelle: Privateislandsonline.com Quelle: Presse
Platz 8: St. ThomasDiese Insel ist mittlerweile nicht mehr zu haben: Der US-Starinvestor Warren Buffett hat sie gemeinsam mit Immobilienunternehmer Alessandro Proto gekauft - und den vollen Kaufpreis bezahlt. Die Insel Thomas befindet sich in der Nähe von Korinth, mit dem Wassertaxi erreicht man sie in 20 Minuten. Auch von Athen ist die 1,21 Quadratkilometer große Insel nur 45 Minuten entfernt. Ansonsten ist auch dieses Eiland komplett unerschlossen. Kaufpreis: 15 Millionen Euro. Quelle: Privateislandsonline.com Quelle: Presse
Platz 7: NafsikaFür 6,9 Millionen Euro wurde die Insel Nafsika kürzlich bereits verkauft. Das unentwickelte Eiland verfügt über drei natürliche Häfen und vielen Aussichtspunkten mit einem 360-Grad-Blick. Es ist fünf Quadratkilometer groß. Quelle: Privateislandsonline.com Quelle: Presse
Platz 6: Kardiotissa Die Insel Kardiotissa liegt inmitten der ägäischen See. Sie wird angepriesen als perfekter Ort für eine Segel- oder Tauchschule. Mit einem Schnellboot ist man in zehn Minuten auf den Inseln Folegandros oder Sikinos, die beide wiederum über eine tägliche Fähre nach Piräus verfügen. Quelle: Privateislandsonline.com Quelle: Presse

Am Dienstag wollen die Fahrer der U-Bahnen sowie Bus- und Straßenbahnen in Athen für fünf Stunden die Arbeit niederlegen. Danach wollen Journalisten am Mittwoch 24 Stunden lang streiken.

Für den Donnerstag ist dann einer der größten Streiks der vergangenen Jahre geplant. Dann wollen auch die Staatsbediensteten, die Seeleute und sogar die Taxifahrer streiken. Das teilten die Gewerkschaften am Montag mit.

Anlass der Streikwelle ist die geplante Rentenreform der Links-Rechts-Regierung. Demnach sollen Renten künftig um durchschnittlich 15 Prozent gekürzt werden. Zudem sollen die Rentenbeiträge erhöht werden. Insgesamt sollen 1,8 Milliarden Euro gespart werden, berichtete das Staatsradio.

Auch Freischaffende werden zur Kasse gebeten. In ihrer Mehrheit müssen sie laut ihren Gewerkschaften knapp 70 Prozent ihres Einkommens als Renten- und Krankenkassenbeiträge sowie Steuern zahlen.

Die Regierung Tsipras hat bereits mehrmals gewarnt: Das Rentensystem könnte ohne diese Reform bald zusammenbrechen. Die Rentenreform ist zudem Voraussetzung für weitere Finanzhilfen.

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Die Kontrolleure der Gläubiger wollen etwa zehn Tage in Athen bleiben und ihre Bemerkungen zu den Reformen machen. Abschließend muss Athen die neue Rentenreform vom Parlament billigen lassen. Nur dann werden die Kontrolleure wieder kommen, erneut die Bücher prüfen und wenn alles gut läuft Grünes Licht für die Auszahlung weiterer Hilfen geben, berichtete übereinstimmend die griechische Finanzpresse am Montag.

Alexis Tsipras Koalition hat eine kleine Mehrheit von 153 Abgeordneten in einem Parlament mit 300 Sitzen. Bei nur drei Abweichlern könnte es politische Turbulenzen in dem pleitebedrohten Land geben. Regierungsabgeordnete vor allem aus ländlichen Regionen werden von ihren Wählern unter Druck gesetzt. Sie sollten es nicht wagen ihre Wahlbezirke zu besuchen, wenn sie der Rentenreform zustimmten, berichteten griechische Medien aus den Provinzen.

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