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Ukraine Russisches Militär sperrt Flughafen in Sewastopol

Einheiten der russischen Marine sperren den Flughafen von Sewastopol. Für die neue ukrainische Regierung ist das eine Provokation. Dies sei ein militärischer Einmarsch, erklärt der Innenminister.

Bewaffnete Männer patroullieren vor dem Flughafen in Simferopol. Quelle: AP

Einheiten der russischen Marine haben am Freitag den Flughafen von Sewastopol auf der ukrainischen Halbinsel Krim gesperrt und damit die Spannungen zwischen den beiden Ländern verschärft. Das gab der kommissarische ukrainische Innenminister Arsen Awakow bekannt. „Ich kann das nur als einen militärischen Einmarsch und eine Besatzung beschreiben“, erklärte er auf seiner Facebook-Seite. Das russische Außenministerium äußerte sich nicht. In Sewastopol ist die russische Schwarzmeerflotte stationiert.

Am Donnerstag hatte der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow Russland vor einer „militärischen Aggression“ gewarnt. Ebenfalls am Freitagmorgen besetzten Dutzende Bewaffnete den Flughafen der Regionalhauptstadt Simferopol. Die Gruppe von rund 50 Männern habe zunächst das Terminal für Inlandsflüge eingekesselt, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax. Dann hätten die Bewaffneten die russische Flagge gehisst.

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Als sie jedoch keine ukrainischen Truppen am Airport vorgefunden hätten, seien die Männer wieder gegangen, zitierte Interfax später einen Flughafensprecher. Demnach läuft der Betrieb am Airport inzwischen wieder normal. Es war unklar, wer die Bewaffneten waren.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP berichtete, er habe Soldaten gesehen, die mit Sturmfeuergewehren ausgestattet auf dem Flughafen patrouillierten. Ihre Uniformen hätten keine Abzeichen gehabt. Die meisten hätten sich geweigert, mit Journalisten zu sprechen. Einer habe gesagt, sie seien Teil einer „Selbstverteidigungseinheit“, die sicherstellen wolle, dass keine „Faschisten“ aus Kiew oder anderswoher ankommen könnten.

Die ukrainischen Behörden verurteilten die Vorfälle scharf. Die Polizei sperrte die Gegend ab, griff die Bewaffneten aber nicht an.

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Erst am Vortag hatten prorussische Angreifer die Parlamentsgebäude in Simferopol gestürmt. Die Bewaffnete hatten die gleiche Kleidung getragen wie die, die den Flughafen eingenommen hatten, hieß es.

Nach dem Umsturz in Kiew gibt es auf der mehrheitlich von Russen bewohnten Krim starke Abspaltungstendenzen. Auch deshalb gibt es Spannungen zwischen der Ukraine und Russland, das Kampfjets an die gemeinsame Grenze geschickt hat. Russland gibt sich entschlossen, die Ukraine nicht an den Westen zu verlieren. Es gewährt zudem dem entmachteten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch Unterschlupf.

Dieser will sich am (heutigen) Freitag erstmals wieder öffentlich zu Wort melden. Er will in Rostow am Don nahe der ukrainisch-russischen Grenze eine Pressekonferenz abhalten. Einem Bericht des Nachrichtenportals RBK zufolge befindet sich Janukowitsch in einem Kreml-eigenen Sanatorium bei Moskau. Er ließ mitteilen, er sehe sich nach wie vor als legitimen Präsidenten der Ukraine an.

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