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Deutsche Unternehmen Meister der Globalisierung

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Weitere Internationalisierung

Welche Länder am meisten in Deutschland investieren
Indien und Türkei Quelle: dpa/dpaweb
Österreich Quelle: dpa
Japan Quelle: REUTERS
Russland Quelle: dpa
Großbritannien Quelle: dpa
Niederlande Quelle: dpa/dpaweb
Frankreich Quelle: dpa

Damit das auch so bleibt, geht die Internationalisierung weiter: Siemens will in Brasilien in den kommenden fünf Jahren eine Milliarde Dollar investieren, um an den Infrastrukturausgaben für die Fußball-WM 2014 mitzuverdienen. BMW plant am Amazonas ein neues Werk, die deutschen Solarhersteller wollen Fabriken dort bauen, um direkt beim Kunden vor der Tür zu produzieren. VW errichtet neue Fertigungslinien in China, das Werk in den USA soll erweitert werden. Und Bosch Rexroth, Tochter des Stuttgarter Autozulieferers und Spezialist für Antriebs- und Steuerungstechnik baut die Forschungskapazitäten im Ausland auf, um dort Produkte zu entwickeln, die besser auf die Bedürfnisse der regionalen Märkte abgestimmt sind.

Die neue Runde der Globalisierung bringt eine neue Stufe der internationalen ökonomischen Verflechtung. Sie steht für die weltweite Verschiebung wirtschaftlicher Macht, Kompetenz und Wertschöpfung. Die verläuft geografisch vor allem in zwei Richtungen: von West nach Ost und von Nord nach Süd – in die Schwellenländer wie China und Indien, Brasilien oder Russland. Die Wertschöpfungen zieht zu Zulieferern, Outsourcingpartnern und Tochtergesellschaften in den aufstrebenden Volkswirtschaften.

In der ersten Stufe der Globalisierung in den späten Achtziger- und den Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts lagerten die Unternehmen vor allem arbeitsintensive Teile der Produktion in unterentwickelte Billiglohnländer aus, um Kosten zu sparen und konkurrenzfähig zu bleiben. Doch die Zeiten neigen sich dem Ende zu: In den einst armen Ländern steigen die Löhne, nehmen Wohlstand und Bildung zu. Wo früher nur gewerkelt wurde, wird nun auch geforscht, entwickelt und verkauft. Lohnarbeiter werden zu Kunden.

Medizintechnik, Sportartikel und Zement

Neue Konsumenten

Eine zweite Accenture-Studie zu den entscheidenden Wachstumsfaktoren zeigt, welches Kaufkraftpotenzial in den kommenden Jahren in den sogenannten Emerging Markets entsteht. Danach wächst das Einkommen der privaten Haushalte in den Schwellenländern bis 2020 um mehr als 8,5 Billionen Dollar, das sind fast 60 Prozent des weltweiten Einkommenszuwachses. Allein der Kaufkraftzuwachs der privaten Konsumenten in China erreicht bis Ende dieses Jahrzehnts die gigantische Summe von rund 3,1 Billionen Dollar – etwa genauso viel, wie in den USA hinzukommt.

Indien kommt auf einen Zuwachs von 1,3 Billionen Dollar, Deutschland nur auf die Hälfte. Besonders krass ist der Sprung in China. Einer anderen Studie der Beratung A. T. Kearney zufolge zählen bis 2030 rund 800 Millionen Chinesen zur Mittelschicht, das sind viermal mehr als heute und zehnmal so viel, wie ganz Deutschland Einwohner zählt. Mehr als die Hälfte der 1,3 Milliarden Einwohner des Riesenlandes könnte sich dann möglicherweise einen BMW oder Mercedes leisten.

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