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InflationÖkonomen erwarten 2024 noch zwei weitere EZB-Zinssenkungen

Zum Jahresende rechnen von Reuters befragte Volkswirte mit einem Einlagenzins von 3,25 Prozent. Im kommenden Jahr erwarten sie bis zu vier Zinsschritte der Notenbanker. 13.08.2024 - 15:34 Uhr

Volkswirte rechnen laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters in diesem Jahr noch mit zwei Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Ökonomen erwarten mit großer Mehrheit, dass die Euro-Wächter den am Finanzmarkt maßgeblichen Einlagensatz auf ihren Zinssitzungen im September und im Dezember um jeweils einen viertel Prozentpunkt auf dann 3,25 Prozent nach unten setzen werden, wie die am Dienstag veröffentlichte Erhebung ergab.

66 von 81 Ökonomen – das sind mehr als 81 Prozent – gehen davon aus. Fünf rechnen nur mit einer weiteren Senkung, acht dagegen noch mit drei weiteren Schritten bis zum Jahresende. Reuters befragte Volkswirte zwischen dem 8. und dem 13. August.

Die Ökonomen gehen der Umfrage zufolge zudem davon aus, dass der Einlagensatz, den Geldhäuser erhalten, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken, zum Jahresende 2025 bei 2,25 Prozent liegen wird. Dies zeigt der Median der Umfragewerte. Insgesamt vier Schritte nach unten um jeweils 0,25 Prozentpunkte werden 2025 erwartet. Anfang Juni hatten die Währungshüter erstmals seit 2019 die Zinsen wieder gesenkt. Auf ihrer darauffolgenden Zinssitzung im Juli pausierten sie allerdings. EZB-Präsidentin Christine Lagarde ließ die Tür für eine Entscheidung im September weit offen. Aktuell liegt der Einlagensatz bei 3,75 Prozent.

Seit April sagen Volkswirte in den Reuters-Umfragen mehrheitlich konstant insgesamt drei Zinssenkungen der EZB für dieses Jahr voraus – einschließlich des erfolgten Juni-Schritts. Am Geldmarkt wird dagegen eine stärkere Lockerung der Zinsen im Euroraum erwartet. Aus den Zinsfutures geht aktuell hervor, dass Investoren dort insgesamt von vier Schritten nach unten 2024 ausgehen.

Sorgen bereitet der EZB aktuell eine hartnäckig hohe Inflation im Dienstleistungssektor und ein starkes Lohnwachstum, was zuletzt einer der stärksten Inflationstreiber war. Im Juli war die Inflation in der 20-Länder-Gemeinschaft überraschend wieder etwas gestiegen. Die Verbraucherpreise erhöhten sich um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Noch im Juni lag der Anstieg bei 2,5 Prozent. Die EZB geht davon aus, dass die Rate bis zum Jahresende um die 2,5 Prozent herum schwanken wird. In der zweiten Hälfte 2025 werde sie dann allmählich auf die Zielmarke von 2,0 Prozent zurückgehen.

rtr
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