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In eigener Sache

Wir gehen mit „ada“ aufs Ganze

Ein bisschen Fortschritt? Deutschland kann mehr. „Ada“ ist nicht nur ein Magazin, sondern eine ganze Bewegung.

Als die Sängerin Nicole 1982 zum ersten Mal für Deutschland den Eurovision Song Contest gewinnt, sitzt da eine junge Frau im Pünktchenkleid mit Klampfe auf einem Hocker und trällert einen belanglosen Text. Nicole wusste vermutlich nicht, dass sie mit einem programmatischen Lied angetreten war. Programmatisch für Deutschland. „Ein bisschen Frieden, ein bisschen Freude, ein bisschen Wärme, das wünsch ich mir.“ Herzerwärmend.

Von allem ein bisschen, aber nichts so richtig, so wurstelt Deutschland seit Langem auf die drängenden Zukunftsthemen zu, ohne so richtig bei ihnen anzukommen. Fortschritt ohne Feindberührung des Neuen sozusagen.

Besonders drastisch zeigt sich das rund um die Chancen des technologischen Fortschritts, bei der Gestaltung der digitalen Wirtschaft und am wachsenden Wettbewerb um die künstliche Intelligenz. Hier geht es um mehr als ein paar technische Anpassungen. Es geht um die Frage, wer die Blaupause für die digitale Wirtschaftsordnung der Zukunft liefert. Die USA mit dem quasireligiösen Marktmodell eines digitalen Kapitalismus, made in Silicon Valley? Oder China mit einem rigiden staatskapitalistischen Modell, in dem manches allein deshalb viel schneller geht, weil man den Einspruch skeptischer Bürger nicht fürchten muss.

Die Themen der ersten Ausgabe

Deutschland hat mit seiner Industriegeschichte und industriellen Exzellenz alle Voraussetzungen, in diesem globalen Wettbewerb eine bedeutsame Rolle zu spielen. Dafür müssten wir in die digitale Zukunft investieren – mit aller Konsequenz, nicht nur ein bisschen.

Wandel und Zukunft beginnen in den Köpfen der Menschen. Statt in den Schulen Deutschlands ein bisschen den Kampf um ein paar veraltete Laptops zu proben, wäre es Zeit für eine Bildungsinitiative, die mit Schwung, zeitgemäßen Lernkonzepten und erheblichen Investitionen in unsere größte Wirtschaftskraft investiert: kluge junge Menschen, die unsere Zukunft bauen wollen und es auch können. Das Denk- und Werkzeug allerdings muss man ihnen schon an die Hand geben.

Diese Einsicht gab es schon mal in der Politik. Im Oktober 2008 einigten sich Bund und Länder beim Dresdner Bildungsgipfel, die Ausgaben für Bildung und Forschung bis 2015 auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu steigern. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Entscheidung als „Verpflichtung, und aus der kommt auch weder der Bund noch die Länder wieder hinaus“.

Nun, ein bisschen Ausweg gibt es immer. Zwar sind die Ausgaben für Bildung nominell gewachsen, aber zehn Prozent des BIPs haben sie nie erreicht. Wie kann das sein in einem Land, das eine industriepolitische Transformation sondergleichen vor sich hat und dem nichts wichtiger sein müsste als die Talente der Zukunft?

Ein bisschen Fortschritt reicht nicht. Wir müssen gemeinsam aufs Ganze gehen. Deshalb haben wir zusätzlich zur WirtschaftsWoche unser neues Magazin „ada“ erschaffen, das sich konsequent der digitalen Zukunft widmet und den Chancen, die sie bringen wird. Ada ist aber nicht nur ein Magazin, sondern eine ganze Bewegung. Im nächsten Jahr starten wir eine nationale Bildungsplattform für alle Themen rund um Fortschritt und digitale Zukunft. Gemeinsam mit der deutschen Wirtschaft wollen wir aus 80 Millionen Dichterinnen und Denkern 80 Millionen digitale Pioniere machen, einen Beitrag dazu leisten, dass wir die Chancen des Wandels ergreifen und daraus einen Vorteil für Deutschland machen.

„Allein bin ich hilflos ein Vogel im Wind, der spürt dass der Sturm beginnt“, sang Nicole 1982. Gemeinsam kann der Sturm ruhig kommen. Wer vorbereitet ist, macht daraus den Rückenwind, der in die Zukunft trägt.

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