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Europäischer Kopfschmerz- und Migränetag „In meinem Kopf braut sich etwas zusammen“

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Schmerzmittel alleine genügen nicht

Die Migräne-Liga hat auf ihrer Seite einen Link „Migränewetter“. „Menschen mit chronischer Krankheit sind für bestimmte Wetterlagen empfindsam“, sagt der Biologe Holger Westermann von der Menschenwetter-Redaktion, die Vorhersagen für Krankheiten von Depression bis Herz-Kreislaufbeschwerden bereitstellt. Für den einen ist Hitze, für den anderen Feuchtigkeit oder Kälte problematisch. „Was dem Asthmatiker schadet, kann dem Rheumatiker gut tun.“

So schlafen Sie besser ein - und durch
Auf Matratzen und Kissen achtenWie man sich bettet, so liegt man: Passen Matratze und Kissen nicht, wird es auch nichts mit dem erholsamen Schlaf. Deshalb sollten Sie beim Kauf auch einmal Probe liegen und Ihre Matratze alle fünf bis zehn Jahre gegen eine neue tauschen. Kissen sollten alle zwölf bis 18 Monate ausgewechselt werden. Experten raten Paaren außerdem dazu, auch im gemeinsamen Bett getrennte Matratzen zu haben, da die Ansprüche an die Matratze verschieden sind. Bei einer durchgehenden Matratze besteht die Gefahr, dass einer zu weich und der andere zu hart liegt. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Ein Paar schaut im Bett Fernsehen Quelle: Fotolia
Ernährung beachtenAlkohol kann helfen, schneller einzuschlafen. Dafür wird die Nacht unruhiger. Faustregel: maximal ein Glas Bier oder Wein. Besser ist ein Glas warme Milch, denn sie enthält die Aminosäure Tryptophan – und die fördert den Aufbau des Schlafhormons Serotonin. Zu viel Eiweiß und Proteine sind schwer verdaulich. Und das Nikotin der Gute-Nacht-Zigarette stimuliert das Gehirn. Quelle: dpa
Bahnhofsuhr Quelle: dpa
Sport machenWer tagsüber Sport macht, schläft abends leichter ein. Dafür muss es kein dreistündiges Krafttraining sein, ein Spaziergang bewirkt auch schon einiges. Wichtig ist allerdings, sich nicht kurz nach Trainingsende ins Bett zu legen. Kurz nach dem Sport ist der Kreislauf noch sehr aktiv. Quelle: dpa
Eine Frau macht eine Yoga-Übung Quelle: obs
Auf die Temperatur achtenIst es im Schlafzimmer zu heiß oder zu kalt, ist das ebenfalls nicht gut für den Schlaf. Deshalb darauf achten, dass es in dem Raum, in dem man schläft, zwischen 15 und 19 Grad hat. Wenn der Partner mit im Bett schläft, empfiehlt es sich außerdem, zwei Decken zu benutzen. Dann erspart man sich das Aufwachen mitten in der Nacht, weil der Mitschläfer die Bettdecke geklaut hat. Quelle: dpa

Wissenschaftler der Hochschule Hof untersuchen mit der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein und der Universität Rostock seit 2011 anhand von Online-Patientenmeldungen Faktoren, die Migräne auslösen können. Es geht bei dem Migräne-Radar auch darum, ob ein Zusammenhang zwischen Migräne und Wetterwechseln nachweisbar ist. „Wir haben aus der ersten Projektphase Hinweise“, sagt Projektleiter Jörg Scheidt. Der Abgleich von 20.000 Kopfschmerzattacken ergab: „Wenn sich die Temperatur um fünf Grad ändert, haben wir 20 Prozent mehr Anfälle.“

Die Ergebnisse seien jedoch noch unsicher und statistisch nicht sehr signifikant, betont Scheidt. In einer neuen Projektphase sollen deshalb die Daten anonymisiert Betroffenen zugeordnet werden. Die Forscher vermuten, dass nur bestimmte Patienten auf das Wetter reagieren. „Wir hoffen, dass wir schon Ende des Jahres oder im Frühjahr erste Ergebnisse haben.“ Ob die Patienten in dem vergangenen heißen Sommer besonders litten, ist bisher nicht ausgewertet.

Auch Chefarzt Gaul geht davon aus, dass nur eine Gruppe bei Wetterwechseln leidet. „Wir können am Wetter natürlich nichts ändern. Aber die Patienten könnten motiviert werden, eine vorbeugende Behandlung zu machen, Ausdauersport und Entspannungsverfahren, damit sie insgesamt gegenüber diesen äußeren Einflüssen weniger empfindlich werden.“

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    Schmerzmittel alleine genügen nicht - und sind in manchen Fällen sogar kontraindiziert: Wer sie öfter als zehnmal im Monat nimmt, kann das Gehirn weiter sensibilisieren - und läuft Gefahr, noch öfter Attacken zu erleiden. Menschen mit häufiger Migräne bekommen deshalb Medikamente zur Prophylaxe, etwa Betablocker oder Antidepressiva.

    Auch Lucia Gnant nimmt Medikamente. Sie leidet an einer besonderen Form der Migräne mit „Aura“, eine Phase vor dem Kopfschmerz: „Ich bekomme Ausfallerscheinungen in der Sprache, die Zeilen verschwimmen, ich kann nicht richtig greifen - Missempfindungen auf allen Ebenen. Das kann gefährlich sein, wenn es auftritt, wenn ich Auto fahre.“

    Die 65-Jährige hat ihr Leben umgestellt. Regelmäßiger Tagesablauf, bewusste Ernährung und Befreiung von unnötigem Ballast zählen zu ihren persönlichen Rezepten. Nach 40-jährigem Leidensweg hat sie es geschafft. „Am 7.7.2010 war mein letzter Anfall.“ Ihre Botschaft: „Es gibt den Weg aus der Migräne. Aber der Betroffene muss es im Wesentlichen selbst machen.“

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