Fund auf Friedhof in Jerusalem Facebook löst Rätsel um goldenes Objekt

Ein vergoldeter Kegel mit Rillen hat israelische Archäologen lange rätseln lassen: Ist es ein mysteriöses religiöses Objekt aus der jüdischen Antike? Die richtige Antwort lieferte ein Facebook-Aufruf.

Der kegelförmige Gegenstand mit Rillen ist keine antike jüdische Reliquie, sondern ein sogenannter Isis-Beamer, der vor Strahlen schützen soll. Quelle: dpa

Monatelang hat Israels Altertumsbehörde über die Herkunft eines mysteriösen vergoldeten Objekts gerätselt, das auf einem antiken Friedhof in Jerusalem gefunden worden war. Ein Facebook-Aufruf der Behörde brachte binnen weniger Stunden Gewissheit: Der kegelförmige Gegenstand mit Rillen ist keine antike jüdische Reliquie, sondern ein sogenannter Isis-Beamer, der von der deutschen Firma Weber vertrieben wird und angeblich vor elektromagnetischer Strahlung schützen soll.

Dies bestätigte Sprecherin Yoli Shwartz von der Altertumsbehörde am Mittwoch.

Forscher entdecken versunkene Maya-Stadt
Archäologen haben auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán eine große Ruinenstadt entdeckt. Mit einer Ausdehnung von über 22 Hektar und Überresten von zahlreichen Gebäuden handele es sich bei Chactún um eine der größten Maya-Siedlung der Region, teilte das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) am Dienstag mit. Alle Fotos: Mauricio Marat/Nationales Institut für Anthropologie und Geschichte Quelle: dpa
Im dichten Dschungel des Bundesstaats Campeche habe sein Team Reste von Pyramiden und Palästen, Wohnhäusern und Feldern für das rituelle Ballspiel der Maya entdeckt, sagte Forschungsleiter Ivan Sprajc. Die größte Pyramide sei 23 Meter hoch. Quelle: dpa
Charakteristisch für die Fundstätte sind die zum Teil reich verzierten Stelen. Auf einer der Säulen ist zu lesen, der Herrscher K'inich B'ahlam habe dort im Jahr 751 nach Christus den Roten Stein (oder Großen Stein) aufgestellt. Anhand dieser und weiterer Inschriften datierten die Wissenschaftler die Blütezeit der Stadt auf die sogenannte spätklassische Maya-Zeit von 600 bis 900 nach Christus. Quelle: dpa
Die Forscher nahmen erhebliche Mühen auf sich, um bei ihren ersten Erkundungstouren in den vergangenen Wochen zu der Fundstätte zu gelangen. Von einer Landstraße aus ging es zwei Stunden durch den Regenwald des Biosphärenreservats Calakmul, erst mit dem Geländewagen und dann zu Fuß. Am Ende mussten sich die Wissenschaftler den Weg mit der Machete freischneiden. Quelle: dpa
Der spannendste Teil der Arbeit stehe allerdings noch bevor, so Sprajc. Nun gelte es, die Beziehungen zwischen Chactún und den bereits bekannten Siedlungsgruppen in der Nachbarschaft, Río Bec und Chenes, zu erforschen. Quelle: dpa

Ein Friedhofsangestellter hatte nach dem Fund zunächst befürchtet, es handele sich um eine Bombe, und Sprengstoffexperten der Polizei gerufen.

„Die Schwarmintelligenz hat Erfolg gebracht“, schrieb die Altertumsbehörde nun auf ihrer Facebook-Seite. Micah Barak aus Italien habe das Rätsel um das Objekt gelöst. Als Belohnung sei er nach Jerusalem eingeladen worden. Zuvor seien Hunderte andere Lösungsvorschläge eingegangen: Ein Instrument zur Besamung von Kühen, ein Nudelholz, ein Teil einer Industriemaschine, ein Massagestab oder ein Kultobjekt aus dem antiken jüdischen Tempel.

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Isis gelte in der ägyptischen Mythologie als Göttin der Heilung, Magie und Natur, hieß es in der Mitteilung der Behörde. Der nach ihr benannte Isis-Beamer wird in verschiedenen Größen zu Preisen von 75 bis zu 879 Euro angeboten. Er soll angeblich persönliche Energiefelder verbessern und wird nach Herstellerangaben gerne von Heilpraktikern und Feng-Shui-Beratern gekauft.

Wie das Objekt auf den Jerusalemer Friedhof gelangte, ist allerdings weiterhin unklar. „Wir hoffen, dass jene, die es auf dem Friedhof versteckt haben, sich bei uns melden und uns erklären, warum es in einem antiken Gebäude vergraben wurde und welchen Toten sie positive Energie verleihen wollten.“

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