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Krebs-Medikament Amgen übernimmt Krebsspezialisten Micromet

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Perle der deutschen Biotechnik-Branche

Amgen und Micromet arbeiten schon seit dem Sommer zusammen Quelle: AP

Schon im Jahr 2006 war die von Riethmüller mitgegründete Micromet mit der in Rockville ansässigen und in USA börsennotierten CancerVax fusioniert  – und auf diese Weise schnell und preiswert an ein Nasdaq-Listing gekommen. So ließ sich in USA neues Kapital für die Weiterentwicklung leichter einwerben als von Deutschland aus, wo die Investitionsbereitschaft in die Biotechnik seit Jahre extrem dürftig ist. Seither lag der juristische Sitz des Unternehmens zwar in den USA, die komplette Forschung war allerdings am deutschen Standort München geblieben. Dass mit dem Aufkauf durch Amgen eine Perle der deutschen Biotechnik-Branche an einen US-Konzern geht, findet Riethmüller zwar schade, aber nicht tragisch: „Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass mit Bayer oder Boehringer Ingelheim einer der beiden deutschen Kooperationspartner Micromet kauft“, sagt der Erfinder der heilsamen Molekülklasse. Viel wichtiger sei ihm aber, „dass die Entwicklung der Medikamente nun schnell vorankommt und die Patienten auf der ganzen Welt möglichst schnell damit behandelt werden können“, so Riethmüller. Nach Riethmüllers Einschätzung könnte ein erstes Präparat schon ein etwa zwei Jahren auf den Markt kommen. Schließlich sei die US-Arzneimittelzulassungsbehörde FDA von sich aus auf Micromet zugekommen und hätte ein besonders beschleunigtes Zulassungsverfahren in Aussicht gestellt.

„Das ist schon ein sehr deutlicher Hinweis darauf, welches Heilungspotenzial diesen Molekülen nicht nur von uns zugetraut wird“, sagt der Erfinder. Tatsächlich erhofft sich auch Amgen-Chef Kevin Sharer durch den Millionen-Zukauf eine Stärkung der Krebsparte seines Unternehmens. Zugleich soll mit Micromet auch die Präsenz in Europa ausgebaut werden, denn nach Aussage des Amgen-Europachefs Carsten Thiel soll die Micromet-Forschung komplett in München bleiben: „Wir freuen uns auf die Mitarbeiter und deren Kompetenz, der Standort soll in jedem Fall erhalten werden.“

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