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Sternstunde

Pinker Planet bringt Forscher in Bedrängnis

Meike Lorenzen
Meike Lorenzen Ehem. Redakteurin Technologie WirtschaftsWoche Online

Wissenschaftler der NASA haben einen magentafarbenen Planten entdeckt. Ein Fund, der alle bisherigen Theorien zur Entstehung von Planeten, in Frage stellt.

Das Bild der NASA zeigt den neu entdeckten rosafarbenen Planeten und die weit entfernte Sonne, um die der Planet seine Bahnen zieht. Quelle: NASA's Goddard Space Flight Center/S. Wiessinger/Courtesy Quelle: Presse

Es ist eines dieser Bilder, dass einem die Schönheit des Weltalls deutlich macht: Ein junger Planet leuchtet in Kaugummi-Pink vor den schwarzen Weiten des Weltalls. Aufgrund verbesserter Teleskoptechnologien konnten in den vergangenen Monaten immer häufiger Planten und Exoplaneten entdeckt werden, ohne dafür teure Raumfahrmissionen zu starten. So auch dieses Mal: Ein internationales Astronomen-Team der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA hat den außergewöhnlichen Himmelskörper durch das hawaiianische Subaru Teleskop entdeckt.

57 Lichtjahre von Erde entfernt, im Sternbild Jungfrau, befindet sich der pinke Planet. Zum Vergleich: Der Mars ist von der Erde aus binnen 22 Lichtminuten erreichbar. Die auffällige Farbe ist ein Zeichen dafür, dass der Planet mit seinen etwa 160 Millionen Jahren noch sehr jung ist. „Könnten wir zu dem gigantischen Planeten reisen, würden wir eine Welt sehen, die noch immer von der Hitze seiner Entstehung in einer Farbe vergleichbar mit der einer dunklen Kirschblüte glüht, einem matten Magenta“, sagt Michael McElwain vom Goddard Space Flight Center der Nasa in Greenbelt. Die Forscher haben berechnet, dass es auf dem Planeten etwa 240 Grad Celsius heiß sein müsste.

50 Jahre Weltraumforschung
La Silla ObservatoriumDie Sterne rotieren während einer Nacht um den südlichen Himmelspol am La Silla-Observatorium der ESO im Norden Chiles. Die diffusen Bereiche auf der rechten Seite des Bildes sind die Magellanschen Wolken, zwei kleinen Begleitgalaxien unserer Milchstraße. Die im Vordergrund sichtbare Kuppel beherbergt das 3,6-Meter-Teleskop mit dem HARPS-Instrument, dass dem zur Zeit erfolgreichsten Exoplanetenjäger der Welt. Das kastenförmige Gebäude unten rechts beherbergt das 0,25-Meter-TAROT-Teleskop, das so konstruiert ist, dass es besonders schnell auf Gammastrahlenausbrüche reagieren kann. Weitere Teleskope auf La Silla sind das 2,2-Meter-MPG/ESO Teleskop und das 3,6-Meter-New Technology Telescope, das erste Teleskop an dem aktive Optik zum Einsatz kam und somit Vorläufer aller modernen Großteleskope. La Silla war das erste Observatorium der ESO und ist nach wie vor eines der führenden Observatorien auf der Südhalbkugel. Quelle: Pressebild
ALMADer ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi hat dieses bemerkenswerte Bild der Antennen des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA) vor der Kulisse der prächtigen Milchstraße aufgenommen. ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA. Die Detailfülle in diesem Foto bestätigt die unübertroffenen Beobachtungsbedingungen für die Astronomie auf dem 5000 Meter hohen Chajnantor-Plateau in Chiles Atacama-Region. Die Aufnahme zeigt die Sternbilder Carina (der Schiffskiel) und Vela (das Segel). Die dunklen, schmalen Staubwolken der Milchstraße erstrecken sich von der Mitte links oben zur Mitte rechts unten. Der helle, orangefarbene Stern links oben ist Suhail im Sternbild Vela, der ähnlich orange gefärbte Stern in der oberen Bildmitte ist Avior im Sternbild Carina. Nahe dieser Sterne formen drei blaue Sterne ein „L“: die zwei linken davon gehören zum Segel, der rechte zum Schiffskiel. Genau in der Bildmitte zwischen diesen Sternen leuchtet der rosafarbene Carinanebel (eso1208). Quelle: Pressebild
Die MilchstraßeDie zentralen Bereiche unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, beobachtet im nahen Infrarot mit dem NACO-Instrument am Very Large Telescope der ESO. Da sie seit mehr als 16 Jahren die Bewegungen der Sterne in unmittelbarer Umgebung verfolgen, konnten Astronomen die Masse des Schwarzen Lochs bestimmen, das sich dort verbirgt. Quelle: Pressebild
 Das Handout der Zeitschrift «NATURE» zeigt eine Illustration eines schwarzen Loches in einem Kugelsternhaufen. Quelle: dpa
PferdekopfnebelDieses Gebilde nennen die Astronomen den Pferdekopfnebel. Die Farbkomposition des Nebels und seiner unmittelbaren Umgebung basiert auf drei Einzelbelichtungen im sichtbaren Licht, die am 1. Februar 2000 mit dem FORS2-Instrument am 8,2-Meter Kueyen-Teleskop auf dem Paranal aufgenommen und dem wissenschaftlichen Archiv des VLTs entnommen wurden. Quelle: Pressebild
WeihnachtsbaumhaufenDiese Farbaufnahme zeigt eine Himmelsregion namens NGC 2264, die die leuchtend blauen Sterne des Weihnachtsbaumhaufens und den Konusnebel enthält. Aufgenommen wurde das Bild durch vier verschiedene Filter (B, V, R und H-alpha) mit dem Wide Field Imager am La Silla Observatorium der ESO in 2400 Metern Höhe. Der abgebildete Nebel hat einen Durchmesser von etwa 30 Lichtjahren. Quelle: Pressebild
OrionnebelAuch diese Großfeldansicht des Orionnebels (Messier 42) entstand in Chile. Das VISTA-Infrarotdurchmusterungsteleskop am Paranal-Observatorium der ESO zeichnete den Nebel auf, der sich in einer Entfernung von 1350 Lichtjahren von der Erde befindet. Mit dem riesigen Gesichtsfeld des neuen Teleskops lässt sich der gesamte Nebel zusammen mit seiner Umgebung in einer einzigen Aufnahme abbilden. Beobachtungen im Infraroten ermöglichen es, auch in die Bereiche des Nebels vorzudringen, die sonst von Staubwolken verdeckt sind, und machen die aktiven, jungen Sterne sichtbar, die sich darin verbergen. Quelle: Pressebild

Überraschend sind die Ausmaße von GJ 504b, wie die Forscher ihren Fund getauft haben. GJ 504b hat in etwa die Größe des Jupiters, dem größten Planeten unseres Sonnensystems. Im Gegensatz zu dem Gasgiganten, ist die Masse des rosafarbenen Riesen jedoch um ein vierfaches höher. Damit schlägt das Exemplar - nach bisher geltenden Theorien zur Entstehung von Planeten - aus der Art. Denn ein Planet dieser Dichte und Größe dürfte an dem entsprechenden Standort nach bisherigen Theorien eigentlich gar nicht zustande kommen.

Danach entsteht der Kern eines Planeten wie der des Jupiters - oder eben GJ 504b - vor allem durch die Gravitationskraft, die auf Staubkörner und gasreiche Partikel wirkt. „Das ist wie bei einer Eiskunstläuferin“, erklärt der dänische Planetenforscher Anders Johansen. „Streckt sie die Arme bei der Pirouette aus, ist sie langsamer als wenn sie sich klein macht und die Arme an den Körper hält.“ Durch die Schwerkraft wird das Gas immer mehr verdichtet. Im Inneren der Wolke wird es immer heißer, so dass am Ende des Prozesses ein Ball im Zentrum entsteht. Dieser fällt dann nicht mehr weiter in sich zusammen, wenn die Hitze so stark wird, dass es zu einer Kernfusion kommt. Die dadurch entstehende Strahlung wirkt der Gravitationskraft der Gasschichten entgegen.

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Der frisch entdeckte rosa Riese hingegen befindet sich jedoch in einer so staubarmen Region, dass hier eigentlich gar kein Planet in der Größe des Jupiters hätte entstehen können. Etliche Forscher sind nun beunruhigt, dass die geltenden Basisannahmen bezüglich der Entstehung von Planten komplett neu durchdacht und erforscht werden müssen.

„Dies ist einer der am schwersten nach traditionellen Theorien zu erklärende Planet“, sagt  Markus Janson, einer der Entdecker des rosa Planeten. „Die Entdeckung bedeutet, dass wir alternative Entstehungsformen ernsthaft in Betracht ziehen müssen.“

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