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Warum das Zebra Streifen hat Die zehn größten Tier-Mythen

Hummeln stechen nicht, Elefanten haben Angst vor Mäusen und Kamele speichern Wasser im Höcker? Alles Quatsch. Ein Blick auf die zehn größten Mythen und Legenden aus der Tierwelt.

Zebras haben Streifen zur TarnungWarum das Zebra Streifen hat, beschäftigt die Wissenschaft seit nahezu 150 Jahren. Dienen sie zur Tarnung vor hungrigen Löwen, die sie in der flimmernden Luft der Steppe schlechter sehen können? Verschaffen sie dem Tier Kühlung? Oder sind sie gar sexy und machen das gut gestreifte Zebra zum attraktiven Paarungspartner? Alles Quatsch, haben Forscher nun herausgefunden. Wie in der Zeitschrift " Science" berichtet wird, verschafft das Streifenmuster den Tieren einen Vorteil gegenüber anderen Pferdeartigen: Es hilft ihnen bei der Abwehr der stechwütigen Tsetse-Fliege. Die kann die tödliche Schlafkrankheit übertragen und ist dafür bekannt, es besonders auf Pferdeartige abgesehen zu haben. Laborexperimente haben gezeigt, dass die Tsetse-Fliegen gestreifte Muster meiden und bevorzugt auf einfarbigen Oberflächen landen. Ein klassischer Selektionsvorteil für das Zebra: Wer nicht gestochen wird, der bleibt gesund und kann Nachkommen mit den eigenen vorteilhaften Genen in die Welt setzen. Die nun veröffentlichte Untersuchung fand eine eindeutige geografische Überlappung der Verbreitungsgebiete der drei am intensivsten gestreiften Zebra-Arten mit den Lebensräumen der aggressiven Blutsauger. Zudem fanden die Forscher bei der Untersuchung von Tsetse-Fliegen verhältnismäßig wenig Zebra-Blut in ihnen. Die Wahrscheinlichkeit für andere Pferdeartige, gestochen zu werden, ist dort also wesentlich höher. Für alle anderen Theorien fanden die Wissenschaftler hingegen keine signifikanten Hinweise. Quelle: REUTERS
Junge Vögel darf man nicht anfassen, sonst wirft die Vogelmutter sie aus dem NestDas ist Unsinn. Begeistert sieht der Baby-Pinguin auf dem Bild sicher nicht aus - aber der Mythos, dass Jungvögel bei Fremdgeruch nach Menschen aus dem Nest gestoßen werden, ist nicht wahr. Wie der BUND aufklärt, haben die meisten Vogelarten nämlich nur einen sehr schlechten Geruchssinn. Anders sieht das bei Säugetieren aus. Trotzdem bitten Naturschützer darum, scheinbar verlassene Jungvögel am Boden nicht aufzunehmen. Denn auch wenn das Tier noch relativ schlecht befiedert aussieht und klagende Laute von sich gibt: Viele Jungvögel verlassen ihr Nest bereits, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist. Bei dem Gepiepe handele es sich meist um Bettelrufe nach den Eltern, die sich auch wieder um ihre Jungen kümmern, sobald der Mensch sich nur weit genug entfernt. Quelle: AP
Hummeln stechen nichtEntgegen dem landläufigen Glauben haben Hummeln sehr wohl einen Stachel, mit dem sie auch zustechen, wenn sie sich bedroht fühlen, erklärt die "Aktion Hummelschutz". Allerdings haben die männlichen Exemplare keinen Stachel. Hummeln sind zudem deutlich entspannter als Wespe und Co. und stechen daher seltener. Man muss sie schon stark reizen, damit sie sich mit einem Stich zur Wehr setzen. Und bevor sie es tun, geben sie deutliche Warnzeichen: bei moderater Bedrohung hebt die Hummel das mittlere Bein hoch und streckt es dem Angreifer entgegen. Bei starker Bedrohung beginnen die Insekten sehr laut zu brummen, drehen sich auf den Rücken und strecken dem Feind ihr stachelbewehrtes Hinterteil entgegen. Das Gift der Hummel ist wie bei Biene und Co. für Allergiker problematisch, es besteht die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks. Quelle: dpa
Elefanten haben Angst vor MäusenKommt ein Elefant in einen Computershop: "Ich hätte gerne einen PC mit viel Speicherplatz. Aber ohne Maus!" Die Legende von der Mäusephobie der Dickhäuter ist einfach nicht tot zu kriegen - dadurch ist sie aber nicht weniger falsch. Schon der berühmte Zoologe und Verhaltensforscher Bernhard Grzimek beschäftigte sich 1942 mit dem Mythos in einem Experiment. Er testete, wie Elefanten auf Mäuse reagieren, und die Dickhäuter blieben völlig entspannt, beschnüffelten sie, berührten sie mit dem Rüssel - und zerstampften sie leider auch. Von einer Mäusephobie kann also keine Rede sein. Doch so ganz unerschrocken sind Elefanten nicht. Denn Grzimek testete auch mit anderen Tieren weiter und stellte fest, dass Elefanten bei Kaninchen, Dackeln und Schweinen tatsächlich die Fassung verloren und sich trompetend in die nächste Ecke flüchteten. Warum das so ist - darauf fand der Forscher leider keine Antwort. Quelle: Fotolia
Piranhas sind blutdurstige Killerfische und fressen Menschen blitzschnell aufIm James-Bond-Thriller "Man lebt nur zweimal" wirft der Bösewicht seinen Widersacher lebendig in ein Piranha-Becken, worauf es im Wasser zu brodeln beginnt, die Bestien fallen über den Mann her. Doch die Realität sieht anders aus. Bis heute ist kein einziger Fall bekannt, in dem ein lebendiger Mensch von Piranhas verspeist wurde. Menschen, die angeknabbert wurden, waren entweder vorher bereits tot, oder sie hatten Wunden - und auch hier wurden sie nicht von einer rasenden Meute bis auf die Knochen abgenagt, sondern trugen kleine Bisswunden davon. Piranhas sind in Wahrheit scheue Fische mit einem ausgeprägten Schwarmverhalten, die schnell die Flucht ergreifen. Die Fische mit dem scharfen Gebiss erfüllen aber einen guten Zweck im Amazonas: sie reinigen die Gewässer von Tierkadavern, die im Wasser treiben. So verhindern sie, dass sich gefährliche Epidemien verbreiten. Quellen: SWR, PM-Magazin Quelle: dpa
Lemminge begehen kollektiven SelbstmordEine weitere hartnäckige Legende ist, dass Lemminge sich massenweise von Klippen stürzen, wenn die Population zu groß wird. Dieser Mythos ist eine Ausgeburt eines Disney-Films: Die Dokumentation "Weiße Wildnis" aus dem Jahr 1958 beschreibt das Leben der Lemminge in der Arktis und stellt auch einen angeblichen Massenselbstmord der Nagetierchen dar. Blöd nur: 15 Jahre später enthüllte der Journalist Brian Vallee, dass die Filmemacher da ein wenig nachgeholfen hatten: Sie hatten die Lemminge gekauft, schubsten und warfen sie in den Abgrund und ließen sie im Wasser sterben - alles für Hollywood. Ein winziges Stückchen Wahrheit liegt aber in dem Mythos: Wird die Population zu groß, wandern die Tiere in Gruppen ab und suchen sich einen neuen Lebensraum - dabei gibt es naturgemäß auch Tote. Von bewusst gewähltem Selbstmord kann aber keine Rede sein. Quelle: Fotolia
Strauße stecken bei Gefahr ihren Kopf in den SandDer Verband Deutscher Zoodirektoren (VDZ)  erklärt den Ursprung des Mythos: Strauße legen sich bei drohender Gefahr oder beim Schlafen ganz flach hin, so dass der Kopf aus der Entfernung nicht zu sehen ist. Auch der Tierforscher Bernhard Grzimek bringt hier mal wieder Licht ins Dunkel. In seinem Buch "Grzimeks Tierleben" beschreibt er die Angewohnheit des Laufvogels, sich "mit lang ausgestrecktem Hals flach auf der Erde" zu sitzen. Daher stamme wohl das Märchen von dem Strauß, der den Kopf in den Sand steckt und glaubt, so nicht gesehen zu werden. Kommt man ihnen zu nahe, können sie aber blitzartig aufspringen und mit ihren muskulösen Beinen mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 70 Stundenkilometern davonrasen. Quelle: AP
Junge Hunde haben WelpenschutzHundefreunde kennen das: Eine Gruppe Hunde tobt auf der Wiese, mittendrin ein kleiner Welpe der die anderen anspringt, in die Lefzen beißt und an den Ohren zieht - und plötzlich von einem älteren Hund eine gewatscht bekommt. Das Geschrei ist groß, nicht nur beim erschrockenen Rabauken, sondern auch bei Frauchen und Herrchen, die verständnislos über den vermeintlich asozialen Rüpel ausrufen: "Aber unser Kleiner hat doch noch Welpenschutz!" Ein weit verbreiteter Irrtum, wie Hundetrainer Martin Rütter erklärt. Denn der Welpenschutz gilt nur im eigenen Rudel und bedeutet nicht, dass junge Hunde auch bei all ihren Artgenossen Narrenfreiheit haben. "Ein Hund, der beim Spaziergang im Park einen Welpen grob maßregelt, verstößt nicht gegen den so genannten Welpenschutz", erklärt Rütter. Er sei deshalb nicht verhaltensgestört, denn der fremde Welpe gehört nicht zum eigenen Rudel, womit der Welpenschutz für ihn logischerweise auch nicht gilt. Gut sozialisierte Hunde nehmen ungestüme Welpen zwar meist gelassen hin - blind darauf verlassen sollte man sich als Hundehalter aber nicht. Quelle: AP
Bei Marienkäfern kann man das Alter an den Punkten ablesenMarienkäfer gelten als Glücksbringer. Vielleicht stammt der Aberglaube daher, dass sie Blattläuse fressen und Bauern und Gärtnern so tatsächlich "Glück" bringen. Daher stammt übrigens auch der Name der Käfer: Er wird von der Jungfrau Maria abgeleitet, von der man glaubte, dass die Schädlingsvertilger in ihrem Auftrag unterwegs sind. Dass man an der Anzahl der Punkte auf ihrem Rücken ihr Alter ablesen kann, ist nur eine Legende. Die Farbe des Käfers und die Zahl seiner Punkte sagt aber etwas über seine Artzugehörigkeit aus, klärt der NABU auf. Denn die Tiere werden meist nach der Anzahl der Punkte auf den Flügeldecken benannt. So gibt es etwa den Zweipunkt-, Siebenpunkt- (im Bild) oder gar den 22-Punkt-Marienkäfer. Die Punkte sind also angeboren und werden im Laufe eines durchschnittlichen Käferlebens von gerade einmal ein bis zwei Jahren nicht mehr. Quelle: dpa
Kamele speichern Wasser im HöckerEs stimmt, dass Kamele gewaltige Mengen Wasser speichern können und so sehr gut an die extremen Bedingungen eines Lebens in der Wüste angepasst sind. Ein durstiges Kamel schlürft in nur einer Viertelstunde locker 200 Liter Wasser in sich hinein. Entgegen der landläufigen Meinung wird das Wasser jedoch nicht in den Höckern gespeichert. Stattdessen landet die Flüssigkeit in drei Vormägen des Kamels, wo es in 800 große Speicherzellen eingelagert wird. Dort steht es dem Tier bis zu vier Wochen zur Verfügung. Die Höcker sind aber nicht unnütz: sie enthalten wichtige Energiereserven, denn sie sind die Fettspeicher der Tiere. Zudem ist das eingelagerte Fett ein schlechter Wärmeleiter und schützt das Tier somit sowohl vor sengender Sonne als auch vor Kälte in den Wüstennächten. Quelle: Planet Wissen Quelle: AP
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