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Zähmung der Maschinen So sollen Roboter sicherer werden

Autonome Autos, Drohnen und frei laufende Roboter drängen in unseren Alltag. Doch sind die kraftvollen Maschinen auch sicher? Ein tödlicher Unfall bei VW wirft Fragen auf.

ABB-Roboter-Yumi in Zusammenarbei mit dem Mensch. Quelle: Presse

Dumpf prallt der Greifer des Roboterarms gegen die Bauchdecke. Die Kanten der Metallfinger dringen ins Muskelfleisch, zerfetzen Adern und Nerven. Zum Glück handelt es sich um einen Laborversuch mit dem Kadaver eines geschlachteten Schweins. Nicht auszudenken, wäre dies kein Versuch am toten Tier gewesen, sondern Realität an einem echten Arbeitsplatz.

Bis vor wenigen Jahren waren derart drastische Experimente im Institut für Robotik und Mechatronik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München Alltag. Die Forscher wollten so realitätsnah herausfinden, was im Körper alles kaputt geht, wenn ein Mensch mit den manchmal tonnenschweren Stahlmonstern kollidiert: Wann bricht die Rippe, wann bleibt nur ein blauer Fleck zurück?

Wie Roboter sicherer werden sollen

Es gab weltweit so gut wie keine praktischen Erkenntnisse darüber. „Da war fast alles Neuland“, erinnert sich Institutsleiter Alin Albu-Schäffer. Mittlerweile sehen die Forscher um einiges klarer. Dank der Schweine-Experimente können sie heute Unfallrisiken im Umgang mit den Automaten weniger drastisch – und schneller – etwa an Computermodellen abschätzen.

Tödlicher Roboter-Unfall bei Volkswagen wirft Fragen auf

Und das ist gut so. Denn wenn die Prognosen stimmen, stehen wir Robotern in den kommenden zehn Jahren immer häufiger Auge in Auge gegenüber. Sei es, weil sie bei uns Fenster putzen, im Krankenhaus Medikamente verteilen oder uns in der Fabrik zur Hand gehen. Der Weltmarkt wird sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppeln, sagen Experten der Beratung Boston Consulting Group voraus.

Der Ansturm der Maschinen weckt tief sitzende Ängste im Menschen. Werden die dienstbaren Gesellen uns womöglich künftig über den Haufen fahren, plötzlich durchdrehen und um sich schlagen? Kurz: Wie sicher sind die Roboter, die da auf uns losgelassen werden?

Androiden im Anmarsch

Tödliche Unglücke wie vor zwei Wochen im Volkswagen-Werk im hessischen Baunatal schüren die Bedenken noch. Dort drückte ein Montageroboter den Monteur einer Fremdfirma gegen eine Metallplatte und zerquetschte ihm den Brustkorb. Der 21-Jährige starb im Krankenhaus. Er hatte die umgitterte Sicherheitszone der Maschine betreten, um diese einzurichten, während ein Kollege außerhalb des Käfigs sie vermutlich versehentlich in Gang setzte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit die genaue Unfallursache.

Damit derartige Unglücke Ausnahmen bleiben, müssen die Hersteller die Roboter so bauen, dass sie möglichst wenig Schaden anrichten können. Sie rüsten die Maschinenwesen dazu mit Sensoren und schlauen Algorithmen aus, um Zusammenstöße mit Menschen zu vermeiden. Und konstruieren sie leicht und ohne scharfe Kanten, damit die Blessuren klein bleiben, wenn es doch mal kracht.

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