ICE-Flotte: Deutsche Bahn nutzt zur Finanzierung neuer ICE-Züge erstmals Leasingmodell
Die Deutsche Bahn nutzt zur Finanzierung neuer ICE-Züge erstmals ein Leasingmodell. Die beteiligten Unternehmen teilten am Dienstag mit, es gehe um 25 Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ ICE 3 Neo des Herstellers Siemens Mobility. Die Leasingverträge sollen eine Laufzeit von jeweils zehn Jahren haben, die Wartung bleibt bei der Bahn. Das Finanzierungsvolumen beträgt insgesamt knapp eine Milliarde Euro.
Die Deutsche Bahn hat rund 400 ICE-Züge. Bei Siemens Mobility wurden 90 ICE 3 Neo bestellt, von denen bis zum Jahresende 39 ausgeliefert sein sollen. Sie können nicht nur in Deutschland eingesetzt werden, sondern auch für internationale Verbindungen nach Brüssel oder Amsterdam. Künftig sollen sie auch in Frankreich und Polen rollen.
Mit dem Finanzierungsmodell über ein von der BayernLB angeführtes Konsortium will die Bahn ihre ICE-Flotte modernisieren. Im Umfeld des Staatskonzerns hieß es, der Deal bringe Vorteile, besonders in puncto Verschuldung und Liquidität. Leasing sei ein zusätzlicher Baustein, der es leichter mache, auf Veränderungen im Markt zu reagieren.
Bei Reedereien und Fluggesellschaften sind Leasingmodelle deutlich verbreiteter als bei der Deutschen Bahn. „Das Leasingmodell stärkt unsere finanzielle Handlungsfähigkeit, ohne dass wir operative Verantwortung abgeben“, sagte Wilken Bormann, Finanzvorstand der DB Fernverkehr.
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