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Volkswagen in Salzgitter Zusammenarbeit mit Northvolt beendet

Northvolt soll für den VW-Konzern in einer neuen Fabrik in Schweden „Premium-Batteriezellen“ herstellen, die etwa in Porsche-Modellen Verwendung finden. Quelle: Northvolt

Volkswagen wollte mit dem schwedischen Start-up Northvolt eine große Batteriefabrik in Salzgitter bauen. Doch dem Autokonzern ging es offenbar zu langsam – nun hat er die Reißleine gezogen.

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Volkswagen und der schwedische Batteriehersteller Northvolt gehen beim geplanten Batteriewerk in Salzgitter getrennte Wege. Statt zusammen mit Northvolt will der Volkswagen-Konzern die Batteriefabrik nun weitgehend im Alleingang errichten. Kooperationen mit anderen Partnern sind nach Angaben einer Sprecherin aber möglich. Die geplante maximale Kapazität der Fabrik wird von 10  auf 40 Gigawattstunden angehoben. Sie wäre dann eine der größten Batteriefabriken Europas. 

Die Entscheidung kommt überraschend. Noch im November hatte Northvolt-Chef Peter Carlsson angekündigt, in Salzgitter Batterien zu besonders geringen Kosten zu produzieren. „Sobald wir hohe Stückzahlen produzieren, werden wir sehr konkurrenzfähig sein“, sagte Carlsson.

Nur gut drei Monate später folgte die Kehrtwende. Grund dafür ist Konzerninsidern zufolge das hohe Tempo, das VW von seinem schwedischen Partner verlangte. Volkswagen sei zunehmend frustriert gewesen über die zähen Fortschritte beim Aufbau der Fabrik. Sie sollte den ursprüngliche Planungen zufolge ab 2024 Batteriezellen im großen Umfang produzieren. Volkswagen sei zu der Überzeugung gelangt, dass das junge schwedische Unternehmen mit dem gleichzeitigen Bau einer  Fabrik in Schweden  überfordert sei und sich besser auf dieses konzentrieren solle.

Genau das sieht die neue Strategie nun vor: Northvolt soll für den VW-Konzern in einer neuen Fabrik in Schweden „Premium-Batteriezellen“ herstellen, die etwa in Porsche-Modellen Verwendung finden. VW erklärte: Die Produktion der Premium-Zellen werde „in Zusammenarbeit mit Northvolt in der schwedischen Gigafabrik“ konzentriert. Die Produktion dieser Zellen solle 2023 starten und werde schrittweise auf bis zu 40 Gigawattstunden Jahreskapazität ausgebaut.

Produktionsbeginn  auf 2025 verschoben

In Salzgitter dagegen sollen Zellen für den Massenmarkt, wie VW ihn bedient, entstehen.  Diese von  Volkswagen betriebene Gigafabrik  werde bis zu 40 Gigawattstunden pro Jahr fertigen, erklärte das Unternehmen. Durch „diese Neuaufstellung“ würden „bessere Skaleneffekte erzielt und die Produktionskomplexität“ reduziert.

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Volkswagen kündigte an, bis 2030 gemeinsam mit Partnern insgesamt sechs Zellfabriken in Europa in Betrieb zu nehmen. Die neuen Werke sollen Batterien mit einer Kapazität von 240 Gigawattstunden pro Jahr produzieren. Das sind fast doppelt so viele Batterien, wie 2020 weltweit für den Bau von Elektroautos und Hybriden benötigt wurden. 

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