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Effizienzlabel Energieampel ist für Verbraucher kaum zu verstehen

Waschmaschinen, Geschirrspüler, Fernseher – wer sich ein neues Elektrogerät kauft, schaut verschärft auf den Energieverbrauch. Helfen soll dabei die Energieeffizienzampel. Doch das Label hat sich längst überholt. Was Sie wissen müssen, um Strom zu sparen.

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Die größten Stromfresser und wie man sie ausschaltet
Ab September müssen Staubsauger ein Energielabel tragen, so wie Waschmaschine und Kühlschrank auch. Die EU-Regelung soll es einfacher machen, energiesparende Geräte zu erkennen. Ab September dürfen die Geräte maximal 1600 Watt verbrauchen, bis 2017 soll diese Grenze auf 900 Watt herabgesetzt werden. Zusätzliche hinweise auf dem Label informieren den Kunden, für welchen Bodenbelag der Sauger geeignet ist. Wichtig ist für Experten allerdings nicht nur die Watt-Zahl, sondern auch die Saugleistung. Muss länger gesaugt werden, ist die Energieersparnis durch geringeren Stromverbrauch hinüber. Deshalb sei das Label kaum mit den Energieeffizienzklassen anderer Geräte zu vergleichen. Wenn Sie vorhaben, sich einen neuen Staubsauger anzuschaffen, achten Sie nicht nur auf den Stromverbrauch, sondern auch auf die Saugleistung. Diese wird durch die Art des Motors, Saugrohr und vorhandene Filter beeinflusst. Viele Händler bieten mittlerweile "Versuchsparcours" an, auf denen man die Staubsaugermodelle testen kann. Staubsauger, die bis Ende des Monats in den Handel kommen, werden das Label vorerst nicht bekommen und dürfen auch ohne dieses verkauft werden. Quelle: dpa
Für Filter-Kaffeemaschinen mit einer Isolierkanne soll der EU zufolge eine Wartezeit von fünf Minuten gelten. Bei Maschinen ohne Isolierbehälter ist eine Wartezeit von maximal 40 Minuten geplant. Die Hersteller können der Kommission zufolge aber entscheiden, ob sie es den Verbrauchern ermöglichen, die automatische Abschaltung der Warmhaltefunktion wieder abzustellen. „Die Einschränkungen für den Verbraucher sind sehr, sehr gering. Kaffee, der 40 Minuten in der Glaskanne steht, schmeckt ohnehin nicht mehr“, sagte Scholz. Vorteile für die Verbraucher seien Einsparungen beim Stromverbrauch und damit bei den Kosten. Der Bund der Energieverbraucher schätzt die Einsparungen auf etwa 60 Euro im Jahr, wenn täglich drei Kannen Kaffee gekocht und diese insgesamt acht Stunden warmgehalten werden. „Existierende Modelle, die automatisch abschalten, kosten kaum so viel wie der Warmhaltestrom eines Jahres“, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Aribert Peters der dpa. „Wir bekommen die Energiewende nicht hin, ohne Strom zu sparen.“ Quelle: dpa
Eine Umfrage von TNS Emnid für den Strom- und Gasanbieter E wie einfach hat ergeben, dass 30 Prozent der Bürger nicht wissen, wie viel Strom sie im Alltag tatsächlich verbrauchen. Vor allem ganz junge sowie ältere Menschen kennen ihren Verbrauch nicht. Um Strom zu sparen, geben 81 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Akkuladegeräte vom Netz trennen, den Gefrierschrank abtauen (72 Prozent), und auf Energiesparlampen umgestiegen sind (71 Prozent). Doch sind das wirklich die größten Stromfresser im Haushalt? Wer geben zehn Tipps, wo und wie Sie in Zukunft Strom im Haushalt sparen können. Quelle: dapd
Eco-Programme beim Spülen benutzenMit 5,1 Prozent Anteil am gesamten Stromverbrauch landet das Geschirrspülen auf Platz 10 der größten Stromfresser im Haushalt. Laut einer Studie der Universität Bonn ist das Spülen in der Maschine übrigens trotzdem günstiger als Handspülen: Im Geschirrspüler werden sowohl weniger Wasser als auch weniger Energie verbraucht. Voraussetzung ist natürlich, dass die Maschine nur voll beladen eingeschaltet wird und dass das Geschirr nicht zusätzlich von Hand vorgespült wird. Auch sogenannte Spar-, Eco- oder Umwelt-Programme sparen Energie. Bei geringerer Temperatur wird das Geschirr dank längerer Spülzeiten genauso sauber wie in "Normal"-Programmen. Datengrundlage des Rankings: Energieagentur NRW: "Wo im Haushalt bleibt der Strom?"; in der Studie wurde 2011 unter anderem der Stromverbrauch von Ein- bis Sechs-Personen-Haushalten untersucht. Bei allen Punkten gilt: Es handelt sich um Durchschnittswerte. Je nach eingesetzter Technologie, Handhabung, Haushaltsgröße und -zusammensetzung kann der Stromverbrauch im individuellen Zuhause erheblich abweichen.Tipps zum Energiesparen: Eigene Recherche und Umweltbundesamt-Broschüre "Energiesparen im Haushalt", die als PDF heruntergeladen werden kann. Quelle: dpa
Moderne Umwälzpumpen lohnen sichDie elektrisch betriebene Umwälzpumpe der Heizungsanlage landet mit durchschnittlich 6,0 Prozent Anteil am Stromverbrauch auf Platz neun. Sie transportiert das erwärmte Wasser zu den Heizkörpern in der Wohnung. Laut Stiftung Warentest lohnt sich der Ersatz einer alten Pumpe durch eine moderne, energieeffiziente Pumpe schnell; demnach lassen sich so 100 bis 130 Euro Stromkosten pro Jahr einsparen. Von den Stromkosten abgesehen (ein Sonderfall sind alte Nachtstromspeicheröfen) macht das Heizen mit 70 Prozent am Gesamtenergieverbrauch des HAushalts den größten Anteil aus. Ohne große Investitionen in eine neue Heizungsanlage kann man auch hier mit einigen Tricks viel Energie sparen. Ihre Heizung sollten Sie im Idealfall nicht durch Möbel zustellen. Achten Sie beim Lüften darauf, die Heizung immer aus zu machen. Die Raumtemperatur sollte zudem auf maximal 20 Grad Celsius eingestellt sein - jedes Grad weniger spart Energie. Moderne Thermostatventile können die Raumtemperatur auch konstant auf dem gewünschten Wert halten, wenn mal die Sonne durchs Fenster scheint. So wird ein überheizen der Räume und Verlust teurer Heizenergie durch zusätzliches Lüften vermieden. Laut Umweltbundesamt können so vier bis acht Prozent Heizenergie gespart werden. Quelle: dpa
Trocknen: Nichts ist preiswerter als Sonne und WindBeim Trocknen der Wäsche wird das Wasser aus dem Waschvorgang wieder entfernt - das können Sonne und Wind kostenfrei für Sie erledigen, oder eben der elektrische Wäschetrockner. Das Gerät ist allerdings ein wahrer Stromfresser: 6,6 Prozent des Stromverbrauchs entfallen im Durchschnitt auf das Trocknen, das so auf Rang acht landet. Soll ein Trockner zum Einsatz kommen, ist ein Gerät mit Wärmepumpentechnologie besonders Umwelt- und Geldbeutelschonend im Einsatz, die Anschaffungskosten sind allerdings recht hoch. Es gibt auch Trockner, die mit Gas betrieben werden. Beim maschinellen Trocknen gilt: Das Gerät sollte nur gut befüllt zum Einsatz kommen und die Wäsche sollte so gut wie möglich vorgetrocknet, also zuvor in der Waschmaschine oder Wäscheschleuder mit möglichst hoher Schleuderdrehzahl entwässert worden sein. Als Kompromiss kann man auch die Wäsche im Trockner leicht vortrocknen und dann auf der Leine zu Ende trocknen lassen. Auch ein kleiner Ventilator, der vor dem Wäscheständer aufgestellt wird, leistet gute Dienste: Er verbraucht wesentlich weniger Strom, macht die Wäsche aber ebenfalls weich und beschleunigt den Abtransport der Feuchtigkeit durch die permanente Bewegung der vorbeistreichenden Luft. Beim Trocknen der Wäsche im Raum gilt: Der Raum muss unbeheizt und gut gelüftet sein - sonst droht Schimmelbefall. Wäsche im beheizten Wohnraum zu trocknen, ist nicht sinnvoll, denn durch das zusätzliche Stoßlüften um die Feuchtigkeit abzutransportieren geht viel wertvolle Heizenergie verloren. Quelle: dpa
Alte Haushaltsgeräte durch neue ersetzen Diverse elektrische Hausgeräte, darunter zum Beispiel Staubsauger, machen im Durchschnitt 7,7 Prozent des Haushalt-Stromverbrauchs aus und landen sie auf Platz sieben der größten Stromfresser. Bei Staubsaugern gilt: Eine hohe Leistungsaufnahme entspricht nicht einer hohen Saugleistung. Bei der Wahl sollte man also nicht den Sauger mit der höchsten Watt-Zahl auf dem Typenschild wählen, sondern sich über Testergebnisse der tatsächlichen Saugleistung schlau machen. Ab 2014 kommen auch Energieeffizienzklassen-Kennzeichnungen für Staubsauger. Bei diversen Elektro-Kleingeräten, wie elektrischen Dosenöffnern oder Messern, kann man den Einsatz durchaus hinterfragen. In anderen Fällen kann ihr Einsatz aber auch Energie einsparen, denn ein Brötchen lässt sich auf dem Toaster stromsparender aufbacken als im Backofen, ein Liter Wasser für Tee oder zum Nudeln kochen ist im Wasserkocher schneller und effizienter aufbereitet, als auf dem Elektroherd. In der Regel gilt die Devise: Setzen Sie die Verschwender vor die Tür. Gerade bei Haushaltsgeräten macht es sich in Sachen Strombilanz bezahlt, alte Geräte gegen neue Technologien einzutauschen. Quelle: dapd

Wäschetrockner und Waschmaschinen sind echte Stromfresser. Wer heutzutage ein Geräte kaufen möchte, sollte darauf achten, dass der Verbrauch sich in Grenzen hält, raten Verbraucherschützer. Immerhin ist der Strompreis in den vergangenen Jahren beachtlich gestiegen. 28 Cent kostete im vergangenen Jahr eine Kilowattstunde im Schnitt. Eine vollbeladene Siemens-Maschine (WM 14 A 163) verbraucht 0,90 Kilowattstunden pro 60-Grad-Waschgang. Wer also drei Mal in der Woche wäscht, kommt bei diesem Gerät auf einen Jahresverbrauch von knapp über 140 Kilowattstunden. Kostenpunkt: 40 Euro im Jahr nur für den Strom der Waschmaschine.

Bei derartigen Preisen lohnt es sich, beim Kauf genau darauf zu achten, wie viel Energie das gewünschte Gerät verbraucht. Die so genannten Energieeffizienzlabel sollen dem Verbraucher hier helfen. „Die Label sind eine echte Bereicherung für den Verbraucher“, sagt Annegret-Claudine Agricola von der Deutschen Energieagentur (Dena). „Schließlich schaffen sie klare Transparenz, wie viel Energie relevante Produkte wirklich verbrauchen.“ Außerdem sei das Label auch für die Hersteller von Vorteil. „Es wird sehr stark im Marketing eingesetzt. Dadurch entsteht ein hoher Anreiz die Geräte auch auf hohe Energieeffizienz zu designen“, sagt Agricola.

Wer schon einmal durch die langen Gänge eines Elektrofachhandels gegangen ist, kennt die Balkendiagramme in rot, gelb und grün , die anzeigen, ob die Effizienz eines Gerätes die Note A, B, C oder D verdient hat. Und tatsächlich finden sich kaum noch Geräte mit dem Label B, C oder D in den Geschäften. Stattdessen leuchtet einem fast immer die positive Bewertung „A“ entgegen. So auch bei der oben genannten Siemens-Maschine. Doch obwohl das „A“ positiv klingt, ist es nur die viertbeste Kategorie. Denn die Bewertungstabelle geht von A+++ bis D.

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    Bei dieser Spanne gibt es eigentlich keine B- und D-Bewertungen mehr am Markt. „Sogar unsere 15-Kilogramm fassende Waschmaschine, die für Privat-Haushalte keine große Rolle spielt, verfügt bei uns über die Energieeffizienzklasse A++“, sagt LG-Managerin Sylke Wendt. „Es gibt bei LG keine Geräte mehr, die schlechter als A bewertet werden.“ Und tatsächlich: Die Waschmaschinen der Koreaner verfügen alle über ein A+++, Kühlgeräte haben in der Regel mindestens die Note A++, abgesehen von den großen amerikanischen Modelle, die mit A+ bewertet werden.

    Also alles A und besser. „Für Verbraucher, die gelernt haben, dass A das beste Label ist, wird es langsam schwierig“, sagt Elke Dünnhoff von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Sie leitet seit April 2012 das Projekt „Irreführende Werbung im Bereich der Energieverbrauchskennzeichnung“. „Das Label ist mittlerweile oft keine selbsterklärende Hilfe mehr“, so Dünnhoff.

    Tipps für Kunden

    Noch immer sind alte Energieeffizienzlabel mit der Kategorie A bis G im Handel erhältlich. Quelle: dpa

    Die Europäische Union hat das Energieeffizienzlabel bereits 1998 für Waschmaschinen eingeführt und nach und nach auf Trockner, Kühlschränke, Geschirrspüler und Co. ausgeweitet. Anfangs ging das Spektrum der Tabelle von A bis G. Weil sich die Waren in der Konsequenz aber immer weiter verbessert haben, war mehr Spielraum gefragt. So hat die Kommission Ende November 2011 die Skala um die Klassen A+++, A++ und A+ erweitert. Da das grün-gelb-rote Balkendiagramm nur sieben Klassen vorsieht, wurden die Kategorien G, E und F einfach weggelassen.  

    Zur Verwirrung der Verbraucher dürfen die Händler jedoch alle Geräte, die vor dem 30. November 2011 schon im Großhandel waren, immer noch unter dem alten Label verkaufen. Dadurch gibt es zum Beispiel immer noch Spülmaschinen im Handel, die eine Effizienzklassentabelle von A bis G, statt von A+++ bis D aufweisen.

    „Vor allem in Küchenstudios und Möbelhäusern haben wir bei unserer Marktüberwachung noch jede Menge alte Küchengeräte mit dem alten Label entdeckt“, sagt Elke Dünnhoff. Die Ergebnisse vom Dezember 2012 haben ergeben, dass der Anteil immerhin noch bei durchschnittlich 29 Prozent liegt. Grund dafür ist die große Marge, die die Küchenverkäufer aus dem Verkauf der Elektronik ziehen.

    Noch absurder wird das System beim Blick auf TV-Geräte. Seit 2011 müssen diese aufgrund der energiefressenden Großbildschirme ebenfalls das Label tragen. Weil die EU die Anforderungen an die Geräte jedoch sehr hoch ansetzte, bekamen diese keine Skalierung von A+++ bis D, sondern wie gehabt von A bis G. Allerdings legten sich die Hersteller ins Zeug und konnten bald Geräte mit A+ und A++-Werten auf den Markt bringen. Für die Mühe wurde ihnen von der EU eine Sonderregelung gestattet, nach der sie ihre Label selbst gestalten können – zum Beispiel von A++ bis E.

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      Worauf Verbraucher achten sollten

      „Eigentlich müssten die Übergangsfristen auf sechs bis zwölf Monate begrenzt werden", sagt Elke Dünnhoff. Um durch dieses Chaos noch durchblicken zu können, hat die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz für alle Produkte am Markt Informationsblätter erstellt:

      „Allgemein empfehlen wir den Verbrauchern, nicht nur auf die Effizienzklasse, sondern auch auf den absoluten Stromverbrauch der Geräte zu achten, der ebenfalls auf dem Label steht“, sagt Dünnhoff. Denn die Hersteller bedienen sich eines Tricks: Sie bringen größere Geräte auf den Markt. „Wenn die Hersteller zum Beispiel Waschmaschinen so gestalten, dass sie mehr Kilo fassen, können sie über die Menge eine gute Effizienzklasse erreichen“, erklärt Dünnhoff. Dahinter liegt ein kompliziertes Berechnungsschema, das sich vereinfacht auf die Frage herunterbrechen lässt: Wie viel Energieaufwand brauche ich pro Kilogramm?

      Eine neue Berechnungsformel muss her

      Günstigerer Strom nicht in Aussicht
      Das Vergleichsportal Check 24 zählt aktuell 718 Stromanbieter, die ihre Preise im Januar oder Februar des neuen Jahres erhöhen. Für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 5.000 kWh wird der Strom im Durchschnitt 12,07 Prozent teurer. In den Top-Ten der Grundversorger, die ihre Preise am stärksten erhöhen, befinden sich auf dem zehnten Platz die Stadtwerke Zeil a. Main. Die Kunden müssen hier 17,97 Prozent mehr für ihren Strom bezahlen. Das entspricht bei einem Verbrauch von 5.000 kWh pro Jahr rund 226 Euro mehr als zuvor. Quelle: dpa
      Auf dem neunten Platz liegen die Licht-, Kraft- und Wasserwerke Kitzingen GmbH mit einer Differenz von 18,09 Prozent zum alten Preis. Damit verlangt der Versorger 232 Euro mehr für seinen Strom. Quelle: dpa
      Die städtischen Werke Borna GmbH befinden sich auf dem achten Platz der Strompreiserhöhungen im neuen Jahr. 18,35 Prozent müssen die Verbraucher mehr bezahlen - das sind 260 Euro mehr als im Vorjahr. Quelle: dpa
      Auch in Fürth wird es für Stromkunden teurer: Die infra fürth GmbH verlangt 18,92 Prozent mehr - was 257,50 Euro entspricht. So liegt der Versorger auf Platz sieben. Quelle: dpa
      Auf dem sechsten Platz befindet sich die EMB Energieversorgung Miltenberg-Bürgstadt GmbH & Co. KG mit einer Preiserhöhung von 19,05 Prozent. Hier müssen Verbraucher 236 Euro auf den alten Preis draufzahlen. Quelle: dpa
      Den fünften Platz erreichen die Stadtwerke Borken/Westf. GmbH. Der Grundversorger hat seine Preise um 19,12 Prozent erhöht, was für den Verbraucher bedeutet, dass er 232 Euro mehr zahlen muss als zuvor. Quelle: dapd
      Mit einer Erhöhung um 19,13 Prozent liegen die Stadtwerke Straubing Strom und Gas GmbH auf Platz vier. Hier muss der Verbraucher bei einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh 230,50 Euro zusätzlich zahlen. Quelle: dpa

      Das hat konkrete Folgen auf die Produktpalette der Hersteller. Vor etwa zehn Jahren hatten Waschmaschinen und Wäschetrockner in der Regel noch ein Fassungsvolumen von fünf Kilogramm Wäsche. Heute liegt es bei sieben Kilogramm. Für einen Ein- bis Zwei-Personen-Haushalt ist das deutlich zu groß. In der Konsequenz laufen in einem Großteil der deutschen Haushalte ständig halbleere Waschgänge, immerhin sind 40 Prozent der deutschen Haushalte sind Ein-Personenhaushalte. Und wer die Volumenkapazität der Waschmaschine nicht ausnutzt, kann den angegebenen Effizienzwert auch nicht erreichen. Der geht nämlich von einer Vollauslastung aus.

      Die automatische Beladungserkennung der Geräte führt bei halber Beladung im Schnitt nur zu 20 Prozent Stromeinsparung. „Daher fordern wir, dass die Berechnungsformel so angepasst wird, dass die Hersteller keinen Anreiz bekommen, größere Maschinen zu entwickeln“, sagt Dünnhoff.

      So lange es diese Begrenzung nicht gibt, ist es bei jedem Gerätekauf aufs Neue wichtig zu wissen, wie das eigene Nutzerverhalten eigentlich ist. Wie viel Wäsche wasche ich im Monat, wie lange läuft der Fernseher und wie viel Platz brauche ich im Kühlschrank? Und beim Neukauf: Wie viel verbraucht eigentlich mein altes Gerät und wie viel könnte ich mit dem neuen sparen? Der Verbraucher braucht also viele Informationen, um eine Kaufentscheidung treffen zu können.

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        Die EU soll es richten

        Das hat mittlerweile auch die EU erkannt. Die Kommission stellt die gesetzlichen Grundlagen für die Energieeffizienzlabel. Aktuell werden die gesetzlichen Grundlagen für das Energielabel (wie die Ökodesign-Richtlinie und die Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung) im Rahmen einer Evaluation auf den Prüfstand gestellt. „Da immer mehr Geräte die Top-Klassen belegen, macht das Sinn“, sagt Elke Dünnhoff. Bei den Waschmaschinen belegen inzwischen 65 Prozent der Haushaltshilfen A +++. „Damit Hersteller auch langfristig effizientere Produkte entwickeln, müssen also wieder neue Anreize geschaffen werden.“

        Gleichzeitig hat die Ökodesignrichtlinie schlechte Produkte (je nach Warengruppe unterschiedlich) aus dem Verkehr gezogen. Sie dürfen also gar nicht mehr neu in den Handel kommen. Damit werden Kunden fast nur noch A-Waren im Einzelhandel präsentiert. Die unteren Klassen bleiben leer. „Da muss man sich dann fragen, welchen Informationswert das Label überhaupt noch hat“, sagt Dünnhoff. Studien der Verbraucherzentrale haben zudem gezeigt, dass die Käufer den Unterschied zwischen A+ und A+++ kaum noch wahrnehmen. Dabei kann er ebenso beträchtlich sein, wie zwischen den Kategorien A und C.

        In der Diskussion um neue Labels setzen sich vor allem die Umweltverbände, aber auch die Verbraucherzentrale, für eine dynamische Skala ein, wie es auch in Japan praktiziert wird. Dabei bekommen immer die besten Geräte am Markt die Note „A“ und die anderen werden daran gemessen.

        Bessere Geräte, schlechterer Überblick

        Wo die Energiewende besser funktioniert
        Im internationalen Vergleich gibt es kaum ein zweites Land, das sich derart ambitionierte Ziele zur Umstellung seines Energiesystems gesteckt hat wie Deutschland. Daher existiert auch kein Gesamtkonzept, das als Blaupause für die deutsche Energiewende dienen könnte. Dennoch kann Deutschland von anderen Ländern lernen. Eine Studie von McKinsey im Auftrag von Siemens stellt Beispiele aus verschiedenen Ländern vor und zeigt, was davon in welchem Umfang auch in Deutschland erfolgreich umgesetzt werden könnte. Die Fallbeispiele beziehen sich auf die wesentlichen Elemente der deutschen Energiewende entlang der Energiewertschöpfungskette: Stromerzeugung, Verteilung oder Balancierung von Angebot und Nachfrage sowie Steigerung der Energieeffizienz. Quelle: dpa
        Dänemark, Niederlande, Brasilien - Versteigerung von WindparksDer Ausbau von Solar und Windkraft wird die Regierung bis 2020 rund 30 Milliarden Euro kosten. Eine Möglichkeit, den Kostenanstieg zu drosseln, wäre eine Anpassung der Förderung, zum Beispiel durch Auktionierung von Windparkprojekten – wie in Brasilien, Dänemark oder den Niederlanden praktiziert. So kann erreicht werden, dass Windparks an windreichen Standorten mit einer geringeren Vergütung auskommen. Würden in Deutschland die infrage kommenden Windparkprojekte in Zukunft versteigert, könnten allein im Jahr 2020 rund 0,7 Milliarden Euro an Förderkosten eingespart werden. Quelle: dpa
        China – bessere Nutzung von AbwärmeAbwärme lässt sich bei Temperaturen ab circa 300 Grad Celsius zur Stromerzeugung nutzen. In Deutschland gibt es unter anderem in der Zement- und Glasindustrie weitere Potenziale, die andere Länder beziehungsweise Pilotanlagen in Deutschland bereits nutzen: So wurden in China in den  vergangenen zehn Jahren knapp 30 Zementwerke mit entsprechenden Anlagen ausgestattet oder werden aktuell umgerüstet. Durch Nachrüsten der in Deutschland infrage kommenden Werke könnten hier im Jahr 2020 etwa 2 TWh Strom erzeugt und so eine Megatonne CO2 eingespart werden. Die Investitionen würden sich bereits nach rund drei Jahren amortisieren, so die Autoren der Studie. Quelle: REUTERS
        Shanghai – bessere TransformatorenJetzt wird es technisch, aber im Grunde simpel. Transformatoren sind  für die Stromversorgung unverzichtbar, da elektrische Energie nur mittels Hochspannungsleitungen über weite Entfernungen wirtschaftlich sinnvoll transportiert werden kann; der Betrieb von Elektrogeräten ist aber nur mit Nieder- und Kleinspannung praktikabel und sicher. Transformatoren haben einen magnetischen Kern, meist Eisen, man kann aber auch so genannte amorphe Metalle verwenden. Sie haben bessere magnetische Eigenschaften und senken Übertragungsverluste im Netz.  In Shanghai konnten die Leerlaufverluste der ausgetauschten Transformatoren um 80 % reduziert werden konnten. Allein die Ausstattung der in Deutschland bis 2020 neu zu installierenden Transformatoren mit amorphen Kernen könnte die Übertragungsverluste im Stromnetz im Jahr 2020 um 0,2 TWh reduzieren. Dies entspricht der Stromproduktion von circa 65.000 Aufdach-Solaranlagen. Durch die Einsparungen  würden sich die erforderlichen Investitionen nach circa elf Jahren amortisieren. Quelle: dpa
        Schweden – mehr WärmepumpenEine Wärmepumpe entzieht zum Beispiel dem Boden oder der Luft unter Aufwendung mechanischer oder elektrischer Energie thermische Energie und stellt diese zur Raumheizung zur Verfügung. Momentan sind in Schweden bei 9,5 Mio. Einwohnern 1 Mio. Wärmepumpen installiert, gegenüber circa  0,5 Mio. Wärmepumpen in Deutschland bei rund 81 Millionen Einwohnern. Der Ausbau zusätzlicher 0,7 Millionen Wärmepumpen in Deutschland bis 2020 würde zu einer Senkung des Primärenergiebedarfs um 18 PJ und zu einer Senkung der CO2-Emissionen um 0,6 Mt für das Jahr 2020 führen. Foto: "Tourismusverband Westschweden Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
        USA – Stromnachfrage besser steuernDie Stromerzeugung aus Wind und Sonne schwankt wetterabhängig sehr stark. Das belastet das Netz. Die Schwankungen lassen sich durch eine flexiblere Stromnachfrage ausgleichen. Im Nordosten der USA hat man dazu einen Markt für temporäre Nachfragereduzierung geschaffen. Zu Spitzenzeiten reduzieren Stromkunden ihren Verbrauch freiwillig und erhalten hierfür eine Vergütung. Bei diesem Fallbeispiel wurde die Spitzenlast in einem Markt, der größer als der deutsche ist, um circa 8 % reduziert. Würde Deutschland in ähnlicher Weise allein seine industrielle Nachfrage flexibilisieren, könnten 2020 etwa 0,5 Milliarden Euro eingespart werden. Das entspricht den jährlichen Betriebskosten von zwei großen Kohlekraftwerken. Quelle: AP
        Los Angeles – LED-StraßenbeleuchtungInternational hat eine Reihe von Städten den Austausch der klassisch verwendeten Natrium-Hochdrucklampen durch LED s vorangetrieben. In den USA installierte zum Beispiel Los Angeles von 2009 bis 2013 in 146.000 Ampeln und Straßenleuchten mit LED. Mit Investitionen von rund 45 Millionen Euro konnte eine Reduzierung des Stromverbrauchs von rund 60 % erreicht werden. Quelle: Presse

        Die Hersteller wehren sich gegen diese Idee. „Das Modell aus Japan mag am dortigen markt seine Berechtigung haben, aus unserer Sicht hat das europäische Modell jedoch deutliche Vorteile“, sagt Home-Entertainment-Manager Alexander Krüger bei LG. „Denn nur wenn Verbraucher alle notwendigen Rahmenparameter des Geräteverbrauchs aller am Markt befindlichen Anbieter schnell und unkompliziert identifizieren können, können sie auch for sich entscheiden, welches Gerät das passende für das eigene Verbraucherverhalten ist.“ Und das stelle das EU-Label sicher.

        Der Vorteil der dynamischen Skala wäre sicher, dass mit jeder Produktinnovation nicht wieder eine neue Kategorie erfunden werden muss. „Außerdem wäre das für Verbraucher die transparenteste Methode“, sagt Energieexpertin Elke Dünnhoff.

        Umwelt



        Derzeit scheint die EU eine Variante zu befürworten, die das Balkenmodell beibehält. Statt der Bewertungen könnte dann jedoch eher die Zahl für den Energieverbrauch nach Kilowattstunden in das Diagramm eingetragen werden. Allerdings scheint diese Variante nicht zwingend mehr Transparenz zu schaffen. Denn kaum jemand kennt seinen Stromverbrauch und die damit verbundenen Kosten genau. Laut einer Dena-Befragung aus dem Jahr 2013 wussten 28 Prozent der Deutschen nicht, wie hoch ihre jährlichen Stromkosten sind. Lediglich 37 Prozent wussten es genau, 35 Prozent gaben an, die Summe „in etwa“ zu kennen.

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