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Effizienzlabel Energieampel ist für Verbraucher kaum zu verstehen

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Tipps für Kunden

Noch immer sind alte Energieeffizienzlabel mit der Kategorie A bis G im Handel erhältlich. Quelle: dpa

Die Europäische Union hat das Energieeffizienzlabel bereits 1998 für Waschmaschinen eingeführt und nach und nach auf Trockner, Kühlschränke, Geschirrspüler und Co. ausgeweitet. Anfangs ging das Spektrum der Tabelle von A bis G. Weil sich die Waren in der Konsequenz aber immer weiter verbessert haben, war mehr Spielraum gefragt. So hat die Kommission Ende November 2011 die Skala um die Klassen A+++, A++ und A+ erweitert. Da das grün-gelb-rote Balkendiagramm nur sieben Klassen vorsieht, wurden die Kategorien G, E und F einfach weggelassen.  

Zur Verwirrung der Verbraucher dürfen die Händler jedoch alle Geräte, die vor dem 30. November 2011 schon im Großhandel waren, immer noch unter dem alten Label verkaufen. Dadurch gibt es zum Beispiel immer noch Spülmaschinen im Handel, die eine Effizienzklassentabelle von A bis G, statt von A+++ bis D aufweisen.

„Vor allem in Küchenstudios und Möbelhäusern haben wir bei unserer Marktüberwachung noch jede Menge alte Küchengeräte mit dem alten Label entdeckt“, sagt Elke Dünnhoff. Die Ergebnisse vom Dezember 2012 haben ergeben, dass der Anteil immerhin noch bei durchschnittlich 29 Prozent liegt. Grund dafür ist die große Marge, die die Küchenverkäufer aus dem Verkauf der Elektronik ziehen.

Noch absurder wird das System beim Blick auf TV-Geräte. Seit 2011 müssen diese aufgrund der energiefressenden Großbildschirme ebenfalls das Label tragen. Weil die EU die Anforderungen an die Geräte jedoch sehr hoch ansetzte, bekamen diese keine Skalierung von A+++ bis D, sondern wie gehabt von A bis G. Allerdings legten sich die Hersteller ins Zeug und konnten bald Geräte mit A+ und A++-Werten auf den Markt bringen. Für die Mühe wurde ihnen von der EU eine Sonderregelung gestattet, nach der sie ihre Label selbst gestalten können – zum Beispiel von A++ bis E.

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    Worauf Verbraucher achten sollten

    „Eigentlich müssten die Übergangsfristen auf sechs bis zwölf Monate begrenzt werden", sagt Elke Dünnhoff. Um durch dieses Chaos noch durchblicken zu können, hat die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz für alle Produkte am Markt Informationsblätter erstellt:

    „Allgemein empfehlen wir den Verbrauchern, nicht nur auf die Effizienzklasse, sondern auch auf den absoluten Stromverbrauch der Geräte zu achten, der ebenfalls auf dem Label steht“, sagt Dünnhoff. Denn die Hersteller bedienen sich eines Tricks: Sie bringen größere Geräte auf den Markt. „Wenn die Hersteller zum Beispiel Waschmaschinen so gestalten, dass sie mehr Kilo fassen, können sie über die Menge eine gute Effizienzklasse erreichen“, erklärt Dünnhoff. Dahinter liegt ein kompliziertes Berechnungsschema, das sich vereinfacht auf die Frage herunterbrechen lässt: Wie viel Energieaufwand brauche ich pro Kilogramm?

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