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Neue Regeln für GasheizungenEin Verbot, das nicht so heißen darf? Raus mit der Wahrheit!

Ab 2024 sollen neue Auflagen für den Einbau neuer Gasheizungen gelten. Die sind so streng, dass sie de facto ein Verbot bedeuten. Dann sollte man es bitte auch so nennen – schon um die Verbraucher vor sich selbst zu schützen. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Konrad Fischer 28.02.2023 - 15:21 Uhr

Ist das das Ende fürs Heizen mit Gas? Geht es nach den Plänen des Wirtschafts- und Klimaministeriums, dann muss die klassische Gasheizung raus.

Foto: imago images

Mit Verboten macht man sich unbeliebt, das haben in den vergangenen Jahren auch die Grünen gelernt. Vielleicht fing es mit dem Atomausstieg an, wahrscheinlich war es auch nur eine Nebensächlichkeit wie die Forderung nach vegetarischen Tagen in den Kantinen des Landes. Irgendwann war der unschöne Beiname auf jeden Fall da: die Verbotspartei. Einige Wahlerfolge hat er die Partei wohl schon gekostet, so genau weiß man das zwar nie, aber offensichtlich ist: Selbst die überzeugten Anhänger eines dirigistischen Staats mühen sich inzwischen, das V-Wort zu vermeiden.

Einen besonders verschlungenen Versuch legt nun Klimaminister Robert Habeck vor. Damit die Energiewende gelingt, müssen in den kommenden Jahren nicht nur viele neue Windräder gebaut werden, auch die deutschen Heizungen müssen klimafreundlich werden. Habecks Plan, wie das gelingen soll: Gas- und Ölheizungen sollen weitestgehend vom Markt verschwinden.

In der Sache dürfte er damit auf dem richtigen Weg sein. Klar, theoretisch wäre es auch möglich Häuser, anstatt mit fossilen Brennstoffen mit grünem Wasserstoff zu versorgen, der dann in aufgerüsteten Gaskesseln wie gehabt verbrannt würde. Doch die Hürden dafür sind riesig, weniger bei den Kesseln selbst als im Netz. Auch das bisherige Gasnetz müsste auf Wasserstoff umgestellt werden. Viel entscheidender: Der grüne Wasserstoff ist gar nicht in ausreichenden Mengen verfügbar und wird es auch so bald nicht sein. Für die meisten Erzeugungsanlagen, die derzeit geplant werden, gibt es feste Abnehmer, vor allem energieintensive Industrien, die keine Alternative zum Wasserstoff haben. Der Rest wird als Puffer fürs Stromnetz gebraucht.



Zugleich sind die Warnungen, an welchen Stellen Wärmepumpen angeblich ungeeignet seien, weitestgehend überholt. In unsanierten Altbauten mag die Umstellung komplizierter sein, auch der knappe Platz in den Städten macht die Sache nicht einfacher. Doch längst versprechen die Hersteller, auch für diese Lagen Lösungen gefunden zu haben, etwa durch die gemeinsame Versorgung ganzer Wohnblocks über kleine Blockheizkraftwerke. Zusammen mit kleinen Sanierungsarbeiten lässt sich so für fast alle Lagen eine Lösung finden. Wo das nicht machbar ist, bliebe immer noch der Ausweg Fernwärme – wobei die Gaskraftwerke selbst auf Wasserstoff umgestellt würden.

Lesen Sie auch: Heizen ohne Öl und Gas – so werden Sie bei der Energieversorgung autark

Trotz all dieser guten Argumente traut sich Habeck an ein echtes Verbot nicht heran. Der nun bekannt gewordene Referentenentwurf aus seinem Haus sieht stattdessen vor, neue Heizungen müssten ihre Wärme ab 2024 zu mindestens 65 Prozent aus Erneuerbaren Energien gewinnen. Modernste Gasheizungen, die jegliche Wärmeverluste vermeiden oder mit einer besonders niedrigen Vorlauftemperatur arbeiten, bleiben zudem erlaubt. Das soll nach Offenheit für alle Technologien klingen. Doch diese Offenheit ist eine Illusion.

Man kann das im Sinne der persönlichen Wahlfreiheit traurig finden, letztlich ist es der Markt, der hier entscheidet: Aufgrund der Umwandlungsverluste ist grüner Wasserstoff eine komplizierte Form, erneuerbare Energien zu transportieren. Viel Energie geht unterwegs verloren. Selbst wenn er verfügbar sein sollte, wird Wasserstoff gegenüber Strom auf absehbare Zeit auch viel teurer sein.

Wer jetzt noch schnell in einen „H2ready“-Gaskessel investiert, wie ihn die Industrie schon fleißig bewirbt, der dürfte in ein paar Jahren über die extrem hohen Preise klagen – wenn sich überhaupt ein Lieferant findet. Und dann muss sich Minister Habeck den Vorwurf gefallen lassen, für solche Fehlinvestitionen mit verantwortlich zu sein.

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