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Eric Feunteun "Keiner muss mehr Reichweitenangst haben"

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„Wir wollen nicht die bestrafen, die früh an unser Konzept geglaubt haben“

Und wie groß ist der Anstieg beim Preis?
Da wir unsere Batterie vermieten, wird das Auto selbst nicht viel teurer werden. Zusätzlich werden wir unser Batteriemietmodell updaten.

Das heißt?
Künftig kann man die Batterie entweder ohne Kilometerbegrenzung mieten. Oder man entscheidet sich für einen Mietvertrag nach dem Prinzip 'Pay as you drive'.

Wird die neue Batterie nur für den Zoe verfügbar sein oder auch für den Kangoo?
Wir sind gestartet mit dem Ziel, Schritt für Schritt die Reichweite, den Preis und die Ladetechnik unserer Elektroautos zu verbessern. Der Zoe hat deshalb im vergangenen Jahr in einem wichtigen Entwicklungsschritt einen neuen, von uns selbst entwickelten Motor bekommen. Im zweiten Schritt kriegt er nun die stärkere Batterie. Auch Kangoo und Fluence werden von dieser Entwicklung profitieren. Aber nicht gleich heute.

Mercedes fährt elektrisch, BMW setzt auf Digitales
Audi A5 Quelle: Audi
Audi Q5 Quelle: Audi
BMW 5er Quelle: BMW
BMW X2 Quelle: BMW
Citroën CXperience Quelle: Citroën
Citroën C3 Quelle: Citroën
Ferrari LaFerrari Spider Quelle: Ferrari

Viele Fahrer eines Zoe der ersten Generation werden sich wünschen, die Batterie gegen ein Exemplar der jüngsten Generation tauschen zu können. Wird das möglich sein?
In der Tat wollen wir die nicht bestrafen, die früh an unser Konzept geglaubt und das Auto gekauft haben. Wir werden ihnen deshalb in Zukunft ein Upgrade anbieten – entweder für die Batterie oder für das Auto.

Wie soll das geschehen?
Man kann man eine neue Batterie ordern und in seinen aktuellen Zoe einbauen. Oder sie können zu sehr attraktiven Konditionen das ganze Auto tauschen.

Die Batterien werden besser, die Reichweiten steigen. Wie wird dies den Markt für Elektrofahrzeuge beeinflussen?
Wir erwarten, dass sich die Nachfrage nach dem Zoe, aber auch nach Elektroautos insgesamt dadurch deutlich verstärken wird. Die Kapazität der Batterien ist nun so groß, dass niemand mehr Reichweitenangst zu haben braucht. Und dank der staatlichen Förderungen sind Elektroautos nun in vielen Märkten, auch in Deutschland, erschwinglich geworden. Gleichzeitig wächst überall das Netz der Ladestationen. Das Elektroauto ist bekanntlich nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Mobilitätskonzept. Man kann es inzwischen an Bahnhöfen, Flughäfen und auch am Supermarkt laden. Wenn sich die Rahmenbedingungen weiter so positiv verändern und die Vorteile der Technik noch deutlicher werden, wird die Bereitschaft rasch wachsen, auf Elektroautos umzusteigen. Denn sie machen das Leben in den Städten leichter.

So weit kommen Elektroautos mit einer Akkuladung
In Deutschland gibt es immer mehr Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. In knapp 1000 Städten und Gemeinden finden sich mittlerweile öffentliche zugängliche Ladepunkte. Es sollen noch mehr werden. Bei den Reichweiten, die die aktuellen Modelle mit einer Akkuladung packen, ist das auch notwendig. Mit welchen Elektroautos Sie am weitesten kommen. Anmerkung: Damit die Werte vergleichbar sind, werden hier die Reichweiten mit Normverbrauch angegeben. Die reale Reichweite liegt in der Regel darunter. Quelle: dpa
Platz 10: Nissan Leaf (2016) Quelle: REUTERS
Platz 9: Hyundai Ioniq Electric Quelle: Hyundai
Platz 8: VW e-Golf Quelle: Volkswagen
Platz 7: BMW i3 Quelle: BMW
Platz 6: Tesla Model 3 Quelle: REUTERS
Platz 5: Nissan Leaf (2018) Quelle: Nissan

Im vergangenen Jahr verkaufte Renault weltweit rund 23.000 batteriegetriebene Autos. Das heißt, in diesem Jahr erwarten Sie deutliche Zuwächse?
Aktuell haben wir bis Ende August bereits 17.000 Autos verkauft, deutlich mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Und von der neuen Batterie erwarten wir uns für 2017 eine deutliche Beschleunigung des Absatzes.

2017 könnte also das Jahr werden, in dem wir auch in Europa den Ausbruch des Elektroantriebs aus der Nische erleben werden?
Es werden viele neue Autos auf den Markt kommen und viele zufriedene Menschen, die ihr Elektroautos für Fahrten zur Arbeit und im Alltag nutzen. Übrigens nicht nur in Europa. Renault verkauft heute bereits Elektroautos in rund 40 Märkten weltweit, darunter in China. Und auch da wollen wir weiter kräftig wachsen.

Wann wird Renault mit der Elektroauto-Sparte in die Gewinnzone kommen?
Wir verbessern ständig unsere Profitabilität, dank wachsender Verkaufszahlen und der Tatsache, dass wir die Elektromotoren inzwischen selbst fertigen. Aber natürlich wird es noch einige Jahre dauern, bis unser Anfangsinvestment, das wir in den zurückliegenden vier Jahren getätigt haben, wieder eingespielt ist. Elektromobilität ist Teil unser Langzeit-Strategie. Wir haben auf diesem Markt inzwischen die Marktführerschaft. Und ich arbeite mit meinem Team daran, dass wir das bleiben.

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