LKW-Hersteller: Volkswagen verkauft Traton-Aktien für 360 Millionen Euro
Der Autobauer Volkswagen hat den Kursanstieg bei seiner Nutzfahrzeug-Tochter Traton zu einem 360 Millionen Euro schweren Paketverkauf von Aktien genutzt. Volkswagen platzierte in der Nacht zum Mittwoch elf Millionen Traton-Aktien zu 32,75 Euro bei professionellen Investoren, wie der Konzern mitteilte. Es ist das erste Mal seit dem Börsengang vor fünfeinhalb Jahren, dass Volkswagen seinen Anteil an der Holding für die Marken MAN, Scania, International (früher Navistar) und VW in Südamerika abbaut - von 89,7 auf 87,5 Prozent. Die im Nebenwerteindex MDax gelistete Traton-Aktie leidet unter dem geringen Streubesitz.
„Wir sind mit der operativen Performance von TRATON sehr zufrieden“, erklärte Volkswagen-Finanzvorstand Arno Antlitz. Das hätten auch die Geschäftszahlen für 2024 nochmals bestätigt. „Die Volkswagen Group wird Traton weiterhin als engagierter und verantwortlich agierender Anteilseigner unterstützen.“ VW hat sich verpflichtet, in den nächsten drei Monaten ohne Zustimmung der Banken keine weiteren Traton-Aktien mehr auf den Markt zu werfen. Grundsätzlich will VW-Chef Oliver Blume die Beteiligung an Traton aber mittelfristig auf 75 Prozent plus eine Aktie reduzieren.
Der Platzierungspreis von 32,75 Euro lag acht Prozent unter dem Schlusskurs vom Dienstag. Das ist ein verhältnismäßig hoher Abschlag von acht Prozent; normal sind drei bis sieben Prozent. Den Auftrag, die Aktien zu verkaufen, hatte Volkswagen an BofA Securities (Bank of America), Citigroup und JP Morgan vergeben. Am Mittwoch fiel die Aktie um 4,6 Prozent auf 33,95 Euro. Beim Börsengang 2019 war sie zu 27 Euro ausgegeben worden.
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