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Rolls-Royce-Chef „Niemand braucht einen Rolls-Royce, um von A nach B zu kommen“

Seit vier Jahren leitet Torsten Müller-Ötvös die Geschäfte von Rolls-Royce. Im Interview spricht der gebürtige Deutsche über das mögliche SUV-Modell, alternative Antriebe und Ferrari-Fahrer.

Torsten Müller-Ötvös und Milliardär Stephen Hung bei der Vertragsunterzeichnung der Rekord-Bestellung von 30 Rolls-Royce-Limousinen. Quelle: AP

Rolls-Royce hat jüngst die größte Bestellung der Firmengeschichte erhalten, der Milliardär Stephen Hung hat 30 Chauffeur-Limousinen für ein Luxushotel in Macau geordert. Ist das ein Zeichen für den rasant wachsenden Luxus in Macau oder ein Trend für den chinesischen Markt allgemein?
Ich sehe das zunächst als Bestätigung, dass wir die beste Luxuslimousine der Welt bauen. Die Betreiber des Hotels Louis XIII wollen nur das Beste für ihre Kunden und haben deshalb Rolls-Royce gewählt. Als besonderes Zeichen für den asiatischen Raum würde ich das aber nicht sehen.

Eine derartige Bestellung hätte auch aus Las Vegas oder von einem anderen Hotel-Projekt dieser Größenordnung kommen können. Ich würde das eher auf die wachsende Zahl der Milliardäre zurückführen, die sich Aufenthalte in solchen Hotels leisten können und wollen – und natürlich auch beim Transport keine Kompromisse eingehen.

Im Zuge dieser Bestellung verkaufen Sie auch die beiden teuersten Rolls-Royce aller Zeiten an Herrn Hung. Was unterscheidet diese beiden Exemplare von den anderen Phantoms?
Diese beiden Exemplare werden ganz besonders, weil sie über vergoldete Zierteile verfügen. Wie genau das aussieht, werden wir zu einem späteren Zeitpunkt verraten.

Wie stark nimmt das Feedback solcher Großkunden Einfluss auf die Gestaltung und Entwicklung künftiger Modelle?
Wir zählen sicher zu den kundenorientiertesten Firmen im Automobilbereich. Wir haben eine sehr überschaubare Kundschaft, im vergangenen Jahr waren es 3.630 verkaufte Automobile. Für uns ist es sehr wichtig, von jedem Kunden das Feedback aufzunehmen, wie zufrieden er ist und welche Verbesserungsvorschläge er hat. Somit haben alle unsere Kunden einen nicht unbeträchtlichen Einfluss darauf, wie das künftige Angebot aussehen wird. „Drive for perfection“ ist der Anspruch von Sir Henry Royce gewesen und gilt bei uns bis heute.

Aufgrund der Kundenanfragen scheinen ja auch Ihre Pläne für ein SUV-Modell konkreter zu werden. Wie Sie gesagt haben, müsse dieser aber mit den Markenwerten von Rolls-Royce vereinbar sein. Was meinen Sie damit – den Allradantrieb, den Komfort oder das Design?
Rolls-Royce steht nicht in erster Linie für „Sport“ und auch nicht für „Utility“. Wenn wir ein Fahrzeug in dieser Klasse anbieten, muss dieses selbstverständlich die Qualitäts- und Komfortansprüche unserer Marke erfüllen, aber gleichzeitig die gewünschte Funktionalität bieten, die in diesem Segment gefragt ist. All das führt zu vielen Überlegungen, wie das optimale Paket aussehen muss.

Erst dann kommen wir zum Design: Wie kann ein SUV von Rolls-Royce aussehen? Wie können wir das mit dem Stil unserer anderen Modelle verbinden? Solche Fragen stellen wir uns täglich und machen dabei Fortschritte.

Lamborghini baut SUV in Italien
Die VW -Sportwagentochter Lamborghini will den Markt für Geländewagen aufmischen. Vorstandschef Stephan Winkelmann kündigte am Mittwoch im Beisein von Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi in Rom den Bau eines Luxus-SUV an, der 2018 zu den Händlern rollen soll. Luxuriöse Geländewagen sind derzeit vor allem in den USA und Asien stark gefragt. Erstmals wurde der Geländewagen von Lamborghini vor drei Jahren als Studie mit dem Namen Urus auf der Automesse in China einem größeren Publikum vorgestellt (im Bild). Zuletzt war spekuliert worden, er könnte bereits 2017 auf den Markt kommen. In der Branche wird vermutet, dass sich der Lamborghini-SUV die Plattform mit dem Audi Q7, dem VW Touareg und dem Porsche Cayenne teilen soll, von denen VW im vergangenen Jahr fast 200.000 Stück verkauft hat. Quelle: REUTERS
Lamborghini rechnet mit einem jährlichen Verkauf von rund 3.000 Exemplaren seines Luxus-SUVs. Dadurch würde sich der Absatz von zuletzt 2.530 Fahrzeugen mehr als verdoppeln. Bislang baut Lamborghini zwei Sportwagentypen – den Huracan als Nachfolger des Gallardo und den Aventador. In die Erweiterung seines Werks in Sant'Agata Bolognese und die Entwicklung des Geländewagens steckt Lamborghini nach eigenen Angaben einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Dadurch sollen bis zu 500 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Insgesamt beschäftigt die Marke mit dem Kampfstier im Logo rund 1.100 Mitarbeiter, die meisten davon in seinem Stammwerk in Norditalien. Im Gegenzug für die Investition soll Lamborghini bis zu 90 Millionen Euro an Steuervergünstigungen und anderen Subventionen erhalten. Quelle: dpa
Das Lambo-SUV könnte laut den Experten von IHS Automotive aber nur zum Teil in Italien gefertigt werden. Im slowakischen Werk in Bratislava konzentriert der VW-Konzern die Fertigung der großen Luxus-SUVs, wie etwa dem Porsche Cayenne, Audi Q7 oder Bentley Bentayga. Beim Lamborghini könnte es ähnlich laufen wie bei Cayenne und Bentayga: In Bratislava wird die Karosserie gefertigt, zur Endmontage werden die Autos dann in das jeweilige Werk der Marke gebracht. Bei Bentley könnte der Bentayga bereits bald Zuwachs erhalten. Im Interview mit dem britischen Fachmagazin "Autocar" sagte Rolf Frech, Entwicklungschef der Nobelmarke, dass die Entwicklung eines weiteren SUV-Modells durchaus im Bereich des Möglichen liege.  "Autocar"  spekuliert, dass sich die Bentley-Designer dabei am BMW X6 orientieren könnten. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen, betonte Frech. Quelle: AP
Bentley-Chef Wolfgang Dürheimer will von dem SUV rund 3.000 Fahrzeuge pro Jahr verkaufen – zum fürstlichen Preis von mindestens 200.000 Euro. Extrawünsche bei Lack, Leder oder sonstiger Ausstattung treiben den Preis weiter nach oben. Quelle: dapd
Bislang hat Bentley nur diese schemenhafte Aufnahme des SUV-Modells veröffentlicht, das „Bentayga“ heißen wird. Das gaben die Briten im Januar auf der Automesse in Detroit bekannt. Ebenso das Datum für den Marktstart: Die Serienversion wird erstmals auf der IAA im Herbst diesen Jahres gezeigt, 2016 soll der Bentayga dann bei den Bentley-Händlern stehen. Quelle: Bentley Motors Limited
Einen Ausblick auf die SUV-Vorstellungen der Briten gab die Studie EXP 9F, den Bentley 2012 auf den Automessen in Genf und Peking zeigte. Das kantige und etwas unproportioniert wirkende Design polarisierte – und das vollkommen bewusst: Bentley wollte provozieren und so die Medien und potenzielle Kunden dazu antreiben, ihre eigenen Vorstellungen von einem Bentley-SUV kundzutun. Quelle: REUTERS
Im vergangenen September kam vom Vorstand die Produktionsfreigabe – allerdings mit einem entschärften Design. Die Front wird sich – wie auf dem sandigen Foto zu erkennen – am typischen Vier-Augen-Gesicht der Marke orientieren. Die gesamte Linienführung wird wohl deutlich filigraner ausfallen. Für den standesgemäßen Vortrieb soll der aus dem VW-Konzern bekannte W12-Motor sorgen, der in dem SUV bis zu 610 PS leisten könnte. Quelle: Bentley Motors Limited

Unabhängig von dem SUV-Modell wird Rolls-Royce mit dem Wraith Cabrio ein so breites Angebot haben wie noch nie zuvor. Wann wird die Marke von 5.000 Autos pro Jahr fallen?
Wir sind von der Nachfrage getrieben und bauen immer ein Auto weniger, als wir verkaufen könnten. Ich bin zuversichtlich, dass wir dieses Jahr die Marke von 4.000 Autos knacken werden. Das wäre eine sehr stolze Zahl. Wann dann die nächste Hürde fällt, wird uns der Markt sagen.

Haben Sie die Kapazitäten, so viele Autos in Goodwood zu produzieren?
Wir können unser Werk nicht beliebig erweitern, da wir in einem Naturschutzgebiet liegen. Unser bestehendes Grundstück werden wir aber effizienter nutzen. Wir haben jüngst angekündigt, dass wir in unmittelbarer Nähe ein Logistik- und Technologiezentrum errichten und auf diese Weise weitere Produktionskapazitäten im Werk schaffen werden – die Größe bleibt aber gleich. Unser Werk ist somit ein eingebauter Exklusivitäts-Garant, denn ein Rolls-Royce wird ausschließlich in Goodwood gefertigt.

Schlägt sich diese Exklusivität auch im Preis Ihrer Fahrzeuge nieder?
Die Strategie der BMW Group ist, dass wir bei Rolls-Royce kein Auto unter 200.000 Euro anbieten. Unsere Kunden verlangen das auch nicht. Wir als Hüter der Marke wollen sie hochgradig begehrlich und exklusiv halten.

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