Volkswagens Probleme: Es scheppert gewaltig in Wolfsburg

VW-Chef Blume muss derzeit viele Brände löschen
Foto: imago images„Warum kann’s der?“ Dieser Satz von Ex-VW-Chef Martin Winterkorn ist unvergessen. Bei der IAA 2011 nahm er vor laufender Kamera einen blauen Hyundai-Kleinwagen unter die Lupe, bediente die Höheneinstellung des Lenkrads und stellte fest: „Da scheppert nix.“ Dann brach es aus ihm heraus: „Wir können’s nicht. Warum kann’s der?“ Das Video wurde ein YouTube-Hit.
Auch zwölf Jahre später hallt der Satz nach. Mehr noch: Er wird lauter. Würde Winterkorn heute über die IAA ziehen, käme er aus dem Schimpfen wohl nicht mehr raus. Die Innenräume der VWs wirken oft billig. Die Software funktioniert mittelprächtig. Und unter durchschnittlichem Design läuft eine E-Auto-Technik, zu der einem nur einfällt: Warum kann’s der VW nicht besser?
Ladetempo, Reichweite, Verbrauch, Preis-Leistungs-Verhältnis – VW ist meist nur Mittelmaß.
Deshalb verkaufen sich die E-Autos nicht wie gewünscht. Damit der Marke nicht die Luft ausgeht, muss nun rabiat gespart werden: VW will die Rendite fast verdoppeln. Aber Effizienzziele auszugeben reicht nicht, da hat Betriebsratschefin Daniela Cavallo völlig recht. Das Top-Management muss der Belegschaft endlich mal erklären, warum es bei VW scheppert – und bei anderen nicht
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