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Bitcoin-Teilung Die Qual der Wahl

Nach einem Update hat sich die weltweit größte Kryptowährung Bitcoin geteilt. Nun stehen Nutzer und Anleger vor der Wahl: Welche digitale Münze lohnt sich?

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Bitcoin-

Wochenlang wurde gewarnt: Nutzer sollten um den 01. August vorübergehend keine Bitcoins mehr überweisen. Es könne sein, dass ihre Transaktionen im Netzwerk verloren gehen. Grund für die Panik: Zum 01. August wurde die Software hinter der weltweit beliebtesten Kryptowährung aktualisiert. Nun ist die Aktualisierung abgeschlossen. Ohne Probleme, wie es aussieht.

Einziger Unterschied bislang: Seit gestern gibt es zwei Versionen des Bitcoin – Bitcoin und Bitcoin Cash.

Jeder Nutzer, der bislang in einer digitalen Geldbörse, ob auf dem Smartphone oder bei einem Internethandelsplatz wie Bitcoin.de, Bitcoins hielt, besitzt nun automatisch auch die gleiche Anzahl Bitcoin Cash.

Das erste Mal mit Bitcoins bezahlen
Die Bitcoin-Tour startete im Coworking-Space Hafven. Dort sitzt das Start-up Pey, das in Hannover einen Zahlterminal für Bitcoins bei Händlern etabliert hat, der ähnlich einfach funktioniert wie die Zahlung mit Karte. Quelle: Sebastian Kirsch für WirtschaftsWoche
Doch wer mit Bitcoins zahlen möchte, muss sich zunächst welche besorgen. Erster Schritt: Eine Bitcoin-Geldbörse, ein sogenanntes Wallet, als App auf dem Smartphone installieren. Danach ging es mit gezückten Euroscheinen zum Bitcoin-Automaten, den das Start-up Pey im Coworking-Space aufgestellt hat. Quelle: Sebastian Kirsch für WirtschaftsWoche
Neben dem Geldschlitz sitzt am Automaten ein kleiner Scanner. Ähnlich wie man am Flughafen seinen Reisepass bei der automatisierten Passkontrolle einscannt, hält man nun seine Bitcoin-Geldbörse mit einem QR-Code an den Scanner... Quelle: Sebastian Kirsch für WirtschaftsWoche
... der liest die im QR-Code verknüpfte Kontoinformation aus und überweist den Eurobetrag umgerechnet in Bitcoin auf das Smartphone-Konto. Bei einem Kurs von 1000 Euro für einen Bitcoin gab es für zehn Euro während der Bitcoin-Tour in Hannover ungefähr zehn Millibitcoin (mBTC) aufs Konto. Was vielen Teilnehmern nicht bewusst war: Damit solche Überweisungen im Bitcoin-Netzwerk festgehalten werden, müssen sie stets eine Gebühr bezahlen. Und auch die Nutzung des Automaten kostet, ähnlich wie bei einer Bank. Bei 10 Euro betrugen die Gebühren knapp 20 Cent. Quelle: Sebastian Kirsch für WirtschaftsWoche
Dann ging es mit den aufgeladenen Bitcoin-Wallets in das benachbarte Café 24 Grad. Wer wollte, konnte seine Bitcoins hier direkt wieder auf den Kopf hauen. Quelle: Sebastian Kirsch für WirtschaftsWoche
Dabei rückten die angebotenen Kekse, Kaffee und Kuchen allerdings ein wenig in den Hintergrund. Der Star im Café war das kleine schwarze Zahlterminal von Pey (hier im Hintergrund), der die Bitcoins annahm. Quelle: Sebastian Kirsch für WirtschaftsWoche
Statt der Geldbörse zückten die Teilnehmer der Bitcoin-Tour jetzt also an der Kasse ihr Smartphone... Quelle: Sebastian Kirsch für WirtschaftsWoche

Grund dafür war ein Streit der Entwickler, die das Programm hinter der digitalen Währung pflegen. Denn der Bitcoin hat in den letzten Jahren weltweit an Bedeutung gewonnen, immer mehr Nutzer haben damit gezahlt.

Nun war das Programm aber nur auf eine bestimmte Zahl an Transaktionen begrenzt, die in einem Block gespeichert werden konnten. War der Block voll, wanderte er unveränderbar in die Bitcoin-Blockchain, das digitale Register, das jeder Teilnehmer weltweit einsehen kann. 

Jeder Block hatte eine maximale Größe von einem Megabyte (Mb), mehr Informationen konnte er nicht aufnehmen. Weil die Zahl der Transaktionen im Bitcoin-Netzwerk aber in der letzten Zeit so hoch war, mussten Teilnehmer immer länger darauf warten, dass ihre Zahlungen verifiziert wurden, also in einem Block gespeichert werden konnten.

Dieses Problem sollte das Update lösen. Doch wie, darüber wurden die Entwickler sich nicht einig. Also teilte sich die Bitcoin-Community in zwei Lager.

Der Großteil der Community hat eine Anpassung des bestehenden Bitcoin befürwortet. Und sie gilt als die radikalere Lösung.

Mit dem Update wurde zum 01. August zwar die Blockgröße noch nicht erhöht, sie liegt weiterhin bei einem Megabyte. Doch lassen sich in dieser Version mehr Informationen in jeden Block hineinschreiben, da einige Angaben nicht mehr in der Blockchain gespeichert werden. Der Ein- und Ausgang der Zahlungen wird weiter in das Register geschrieben, nicht aber die dazugehörige Signatur der Transaktionen. Vereinfacht gesagt bestätigen die Inhaber einer Kontonummer im Bitcoin-Netzwerk mit so einer Signatur, dass sie die Eigentümer des Kontos sind.

Dadurch, dass diese Signaturen nun außerhalb der Blockchain gespeichert werden, lassen sich nach Schätzungen etwa 40-50 Prozent mehr Daten in jedem Block speichern. In drei Monaten soll dann noch die Blockgröße erhöht werden, von einem auf zwei Mb.

In der neuen, abgespaltenen Variante, Bitcoin Cash, ist das bereits passiert. Mit dem Update erhöhte sich die Blockgröße von einem Mb auf acht. So lassen sich unmittelbar mehr Transaktionen in einem Block erfassen. Diese Variante galt als die unbeliebtere unter den Entwicklern, nur ein kleiner Teil der Bitcoin Community unterstützt bislang den Bitcoin Cash.

Dabei gilt die Lösung als konservativer. Denn weiterhin landen alle Informationen in der Blockchain.

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