Griechenland: Hellas-Bankenrettungsfonds stößt Anteil an National Bank ab
Der griechische Bankenrettungsfonds Hellas verkauft Anteile an der National Bank.
Foto: BloombergDer staatlich kontrollierte griechische Bankenrettungsfonds HFSF stößt einem Insider zufolge einen Anteil an der National Bank (NBG) ab, den er im Zuge der Schuldenkrise erworben hat. Der Fonds veräußerte eine 22-prozentige Beteiligung an dem gemessen am Marktwert zweitgrößten griechischen Kreditgeber, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person am Donnerstag sagte. Die Nachfrage nach den Aktien sei achtfach überzeichnet gewesen.
Der Fonds hatte während der zehnjährigen Schuldenkrise des Landes, die 2018 endete, rund 50 Milliarden Euro zur Stützung der vier größten griechischen Kreditgeber im Gegenzug für Aktien bereitgestellt. Im vergangenen Monat begann er mit dem Verkauf seiner Anteile. Die Eurobank war die erste, die die staatliche Beteiligung an ihrem Aktienkapital im Oktober beendete. Am Montag schloss der HFSF den Verkauf eines Anteils von neun Prozent an der Alpha Bank an die UniCredit ab.
Der HFSF hält 40 Prozent der NBG-Anteile. Nach Berechnungen von Reuters brachte der Verkauf von 22 Prozent mehr als eine Milliarde Euro ein. Fidelity, Blackrock, Norges, Lazard, RWC und Allianz gehörten dem Insider zufolge zu den Investoren, die NBG-Aktien kauften.
Die Ratingagentur S&P hat Griechenland Ende Oktober das Prädikat „Investment Grade“ verliehen. Die Agentur stufte die Kreditwürdigkeit des südeuropäischen Landes hoch auf „BBB-“. Der Ausblick sei stabil. Zuvor lag die Bewertung bei „BB+“ und damit im sogenannten Ramsch-Bereich mit hohem Ausfallrisiko. Griechenland war wegen der Schuldenkrise 2010 in den Ramsch-Bereich heruntergestuft worden. Die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds hatten Griechenland insgesamt mehr als 260 Milliarden Euro geliehen. Im Gegenzug verpflichtete sich das am höchsten verschuldete Land der Euro-Zone zu Reformen und harten Sparmaßnahmen. 2018 kam Griechenland aus der Krise, blieb aber das einzige Land in der Euro-Zone mit „Ramsch"-Status.