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Kriselnde Landesbank Sparkassen sollen Nord/LB-Abschreibungen in Landtagen erklären

Die angeschlagene Hannoveraner Landesbank Nord/LB ist eine Großbaustelle: Das Institut unterzieht sich mal wieder einer Sanierung - aber glauben die Sparkassen noch daran, die an der Nord/LB beteiligt sind?  Quelle: dpa

Den Sparkassen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt droht nach WirtschaftsWoche-Infos Ärger: Grünen-Politiker wollen sie in Länderparlamente zitieren – wegen brisanter Abschreibungen auf die Landesbank Nord/LB.

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Die Sparkassen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt müssen womöglich zum Rapport antreten, weil sie ihre Anteile an der kriselnden Landesbank Nord/LB abgeschrieben haben. Die Grünen-Politiker Stefan Wenzel und Olaf Meister wollen laut Anträgen Sparkassenvertreter in die Finanzausschüsse der Landtage von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt laden, damit die Manager die Wertminderungen erklären. Die Anträge liegen der WirtschaftsWoche vor. Beide Bundesländer sind wie die Sparkassen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt an der angeschlagenen Landesbank beteiligt. 

"Vorgehen der Sparkassen muss hinterfragt werden"

Der niedersächsische Grünen-Finanzpolitiker Wenzel findet, dass „das Vorgehen der Sparkassen im Landtag und im zuständigen Ausschuss hinterfragt werden muss“. Fraglich sei, ob die Sparkassen „auf Fundamentaldaten“ reagierten oder mit den Wertminderungen für einen Puffer in der Bilanz sorgten. „Die Sparkassenverbände haben direkten Zugriff auf die Zahlen“ der Nord/LB, sagt Wenzel. „Insofern sind die Abschreibungen erklärungsbedürftig“, findet er. Die Wertminderungen „lassen vermuten, dass die Sparkassen nicht auf die Renditeversprechen der Nord/LB vertrauen“, sagt der Finanzpolitiker. Der Grünen-Parlamentarier Olaf Meister aus Sachsen-Anhalt hofft, dass die Erkenntnisse aus der Befragung in die „Bewertung der Lage der Nord/LB“ einfließen können, wie er in seinem Antrag schreibt. 

Die WirtschaftsWoche hatte mehrfach über die brisanten Wertminderungen der Sparkassen auf deren Nord/LB-Anteile berichtet: Diese sind pikant, weil die Sparkassen die Nord/LB erst 2019 zusammen mit den Ländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gerettet hatten. Die Abschreibungen werfen deshalb die Frage auf, ob die Sparkassen noch an die seitdem laufende Sanierung der Nord/LB glauben. 

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So haben die niedersächsischen Sparkassen ihr zur Stützung investiertes Geld seit dem Rettungsjahr 2019 systematisch abgeschrieben, bei der Landessparkasse zu Oldenburg ist nur noch ein Drittel des ursprünglichen Wertes übrig. Zudem hatten die Geschäftsberichte von ostdeutschen Sparkassen unter anderem in Sachsen-Anhalt Wertminderungen belegt, teils haben sie die Anteile komplett abgeschrieben. Ein Geldhaus lästerte in seinem Geschäftsbericht, die Situation bei der Nord/LB sei „unbefriedigend“.

Mehr zum Thema: Neuer Ärger für die kriselnde Nord/LB: Selbst die Sparkassen scheinen kaum mehr Chancen auf eine erfolgreiche Sanierung zu sehen. Sie haben Anteile an der Landesbank teils komplett abgeschrieben – und lästern über sie.

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