Landesbanken Bewertungsverluste halten NordLB wohl weiter in der Verlustzone

Einem Medienbericht zufolge liegt der Vorsteuerverlust der Landesbank bei 90 rund Millionen Euro. Die Ziele sollen aber trotzdem erreicht werden.

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Die norddeutsche Landesbank kommt nicht aus den roten Zahlen. Quelle: dpa

Trotz anziehender Geschäfte bleibt die Norddeutsche Landesbank (NordLB) Insidern zufolge im ersten Halbjahr in den roten Zahlen. Von Januar bis Juni belaufe sich der Vorsteuerverlust auf rund 90 Millionen Euro, sagten mehrere mit den Zahlen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Grund dafür seien vor allem steigende Zinsen am Kapitalmarkt, die wie schon zu Jahresanfang zu negativen Bewertungseffekten rund um Pensionsverpflichtungen geführt hätten. Im operativen Geschäft hingegen habe sich die Hannoveraner Bank positiv entwickelt – mit steigenden Zins- und Provisionsüberschüssen.

Zudem habe das Kreditneugeschäft deutlich zugelegt. Die Bank lehnte einen Kommentar dazu ab und verwies auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen am Mittwochvormittag.

Die Bewertungseffekte hatten der NordLB bereits im ersten Quartal einen Vorsteuerverlust von 122 Millionen Euro eingebrockt. Demnach konnte die Bank zwischen April und Juni trotz der schwächelnden Konjunktur und der Unsicherheit wegen des Ukraine-Kriegs und der Gas-Krise offenbar einen Gewinn einfahren.

Ein Insider sagte, für das Gesamtjahr 2022 halte das Management daran fest, das Ergebnis aus dem vergangenen Jahr übertreffen zu wollen. Auch der seit Januar amtierende NordLB-Chef Jörg Frischholz hat zuletzt betont, er sei zuversichtlich, dass man trotz einer Abkühlung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr die Ziele erreiche.

Der Zinseffekt hatte sich Anfang 2022 vor allem im Ergebnis aus der sogenannten Fair-Value-Bewertung niedergeschlagen. Dies habe sich negativ in der Gewinn- und Verlustrechnung auswirkt, aber zugleich das Eigenkapital der Bank entlastet, hatte die NordLB im Mai erklärt.

Die NordLB befindet sich auf Schrumpfkurs, nachdem sie Ende 2019 wegen fauler Schiffskredite von ihren Eignern mit 3,6 Milliarden Euro gerettet werden musste. Das Institut wird künftig kleiner und trennt sich vom Schiffsgeschäft. Die Zahl der Beschäftigten soll auf rund 3000 etwa halbiert werden.

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