US-Bank: Jungferninseln legen gegen JP Morgan im Fall Epstein nach
Epstein war bis 2013 ein Kunde im Privatbank-Geschäft von JP Morgan.
Foto: APVertreter der US-amerikanischen Jungferninseln haben vor Gericht neue Vorwürfe gegen die US-Großbank JP Morgan im Zusammenhang mit dem verstorbenen Sexualstraftäter und JP Morgan-Kunden Jeffrey Epstein erhoben.
Vertreter der Bank hätten sich 2012 in internen E-Mails darüber ausgetauscht, dass sich der später unter dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verhaftete Epstein in seinem Anwesen auf den Inseln mit „Nympchen“ umgeben habe, heißt es in Unterlagen, die vor einem US-Gericht in Manhattan eingereicht wurden.
Das Geldhaus seinerseits warf den US-Jungferninseln in dem Gericht vorgelegten Dokumenten vor, bei Epsteins Aktivitäten weggeschaut zu haben. So hätten die Behörden Epstein Visa für junge Begleiterinnen ausgestellt und nicht genau hingesehen, wenn der Investmentbanker an den dortigen Flughäfen mit jungen Frauen oder Mädchen gelandet sei.
Die US-Jungferninseln haben die Großbank auf mindestens 190 Millionen US-Dollar verklagt. Diese habe Vorwürfe gegen Epstein ignoriert, weil er zwischen 1998 und 2013 ein wohlhabender und gewinnbringender Kunde gewesen sei. Über die Bank seien etwa Gelder an Epsteins Vertraute Ghislaine Maxwell oder an die Opfer Epsteins transferiert worden. Sie habe zudem Ermittler behindert.
JP Morgan will dagegen erreichen, dass das Gericht erklärt, die US-Jungferninseln könnten keine Gelder einklagen, und die Vorwürfe zurückweist, das Geldhaus habe Ermittlungen behindert. Epstein hatte zwei Privatinseln auf dem Gebiet der US-Jungferninseln besessen. Er soll dort Opfer missbraucht haben.
Epstein hatte sich 2019 in einem Gefängnis in New York das Leben genommen, nachdem er wegen Sexhandel und sexuellem Missbrauch von Minderjährigen verhaftet worden war. Er war bis 2013 ein Kunde im Privatbank-Geschäft von JP Morgan.
Epstein, der sich selbst in der Öffentlichkeit als brillanter Finanzier darstellte, hatte in den USA Zutritt zu den höchsten Kreisen der Gesellschaft – darunter auch US-Präsidenten. Selbst nachdem Epstein 2008 als Sexualstraftäter registriert worden war, tat dies seinen Verbindungen zu den Mächtigen in Wirtschaft und Finanzwelt keinen Abbruch. Im Juni hatte JP Morgan einen Vergleich mit Opfern Epsteins geschlossen.
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