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  4. Medikamente: Bayer fordert höhere Arzneimittelpreise in Europa

MedikamenteBayer will höhere Arzneipreise

Geht es nach Stefan Oelrich, dem Pharma-Chef von Bayer, werden Medikamente in Europa teurer. Oder sie kommen womöglich gar nicht mehr auf den Markt.Jürgen Salz 16.01.2026 - 12:52 Uhr
Bayers Pharma-Chef Stefan Oelriich will die Präsenz in den USA ausbauen und verlangt höhere Preise in Europa. Foto: PR/Steffen Kugler

„Wir müssen uns in Europa stärker an amerikanischen Preisen orientieren“, sagt der Manager, der auch Präsident des europäischen Pharmaverbands EFPIA ist, im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Tatsächlich sind viele Medikamente in den USA dreimal so teuer wie im OECD-Durchschnitt. Eine Preisregulierung gibt es in den USA nicht.

„Wenn wir überall Preise wie in europäischen Ländern nehmen würden, könnten wir unsere Forschung nicht finanzieren“, so Oelrich.

Präsident Donald Trump will erreichen, dass Medikamente in den USA künftig zu den gleichen Preisen wie in vergleichbaren Industrie­ländern angeboten werden.

Noch kein Abkommen mit Trump

Oelrich weist darauf hin, dass Markteinführungen möglicherweise ausbleiben könnten, wenn sich ein höherer Preis nicht realisieren ließe. Pharmakritiker halten das allerdings für einen Vorwand, um Arzneimittel zu verteuern und die Gewinnspannen zu er­höhen.

Im Gegensatz zu anderen Pharmakonzernen hat Bayer noch keine Vereinbarung mit der US-Regierung über niedrigere Preise abgeschlossen.

In den USA zählt Bayer bisher nicht einmal zu den zwanzig größten Pharmaunternehmen. Oelrich will das ändern. „Wir wollen auch in den USA dort stehen, wo wir global stehen, also unter den Top 20“, erklärt er.

Global setzt Oelrich vor allem auf fünf Medikamente. Allen voran das Prostatakrebsmittel Nubeqa, das bereits in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro erreichte: Dazu vier Medikamente, die ebenfalls Milliardenumsätze – und damit „Blockbuster-Status“ – erreichen könnten: Kerendia (Herz- und Nierenmedikament), Beyonttra (Herzmittel), Lynkuet (Wechseljahre) und Asundexian (Gerinnungshemmer).

Bei einer Präsentation auf der JP Morgan Healthcare Conference in San Francisco zeigte sich Oelrich vor wenigen Tagen sehr optimistisch, was die Aussichten der Pharma-Pipeline angeht. Die Bayer-Aktie legte daraufhin ordentlich zu.

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