1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Banken
  4. Währung: Bundesbank-Vorstand: Digitaler Euro wohl erst in vier bis fünf Jahren

WährungBundesbank-Vorstand: Digitaler Euro wohl erst in vier bis fünf Jahren

Burkhard Balz geht davon aus, dass es frühestens im Jahr 2027 einen digitalen Euro für jedermann geben wird. Grund dafür sei etwa die Wichtigkeit und Komplexität des Vorhabens. 17.08.2023 - 14:22 Uhr

Die Zentralbank will im Herbst beschließen, ob sie mit dem Projekt in eine Vorbereitungsphase gehen will.

Foto: imago images/STPP

Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz rechnet frühestens 2027 mit einer digitalen Version des Euro. „Stand heute wäre mit einem digitalen Euro für jedermann wohl erst in vier bis fünf Jahren zu rechnen“, sagte er am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Hannover laut Redetext.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will im Herbst – voraussichtlich im Oktober – beschließen, ob sie mit dem Projekt in eine Vorbereitungsphase gehen will. Balz ist im Bundesbank-Vorstand unter anderem für die Themen Bargeld, Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme zuständig. Er ist zudem Mitglied der Task Force der EZB zum digitalen Euro.

„Der enge Dialog mit der Politik wird in den nächsten Monaten aus meiner Sicht noch wichtiger.“ Die EU-Kommission hatte Ende Juni ihren Gesetzesvorschlag für die Einführung eines digitalen Euro vorgelegt. Die EU-Staaten und das EU-Parlament müssen den Kommissionsvorschlägen noch zustimmen. Änderungen sind daher wahrscheinlich.

„Ich rechne aufgrund der Wichtigkeit und Komplexität des Verordnungsvorhabens mit einem Abschluss nicht vor Ende 2024“, sagte Balz. Hinzu komme, dass das EU-Parlament im nächsten Jahr neu gewählt werde, was zu Verzögerungen führen könnte.

„Unabhängig vom Legislativvorschlag sind auch beim digitalen Euro noch viele Abwägungen vorzunehmen.“ Fest stehe bereits, dass Nutzer den digitalen Euro auf ihrem Smartphone halten könnten. „Andere Zugangswege wie zum Beispiel Karten könnten später hinzukommen.“

Für Menschen, die weniger digitalaffin seien, wäre dies Balz zufolge eine wertvolle Option. Die Nutzung der digitalen Währung solle möglichst einfach und unkompliziert sein. Zudem müsse es Schutzmechanismen geben, um etwaige Risiken für die Geldpolitik und die Finanzstabilität unter Kontrolle zu halten. „Eine Möglichkeit wären Haltelimits. Wie hoch genau sie sein werden, muss noch entschieden werden.“

Ulrich Bindseil, EZB-Generaldirektor für Marktinfrastrukturen, hatte Anfang 2020 in einer viel beachteten Studie ein Limit von 3000 Euro ins Spiel gebracht. Dabei orientierte er sich am durchschnittlichen Haushaltseinkommen in der Eurozone. Es gibt aber auch Überlegungen, die andere Bemessungsgrundlagen heranziehen, wobei das Limit dann niedriger ausfallen könnte.

rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick