Bernd Reichart: Ex-RTL-Chef soll neuen Anlauf für Fußball-„Super League“ starten
„Der europäische Klubfußball steht aktuell vor einigen schwierigen Herausforderungen, die sich nicht von allein lösen werden“, erklärte der frühere RTL-Manager.
Foto: picture alliance / Michael KappeDie Fußball-Topklubs Real Madrid, FC Barcelona und Juventus Turin wollen offenbar einen neuen Anlauf für eine europäische „Super League“ starten. Der ehemalige Chef des Fernsehsenders RTL, Bernd Reichart, soll das Projekt als Vorstandschef der A22 Sports Management vorantreiben, wie es in einer Reuters am Dienstagabend vorliegenden Mitteilung heißt.
Der 48-jährige Reichart wolle „einen umfassenden Dialog mit den verschiedenen Akteuren im Fußball starten“, um ein „nachhaltiges Sportmodell für europäische Klubwettbewerbe auf den Weg zu bringen“.
Im Frühjahr 2021 war der Versuch von zwölf Vereinen aus England, Spanien und Italien gescheitert, mit einer „Super League“ der „Champions League“ des europäischen Fußball-Verbandes Uefa Konkurrenz zu machen. Die Vereine wurden mit milliardenschweren Garantiezahlungen gelockt.
Der Großteil der „Super League“-Teilnehmer sollte unabhängig vom Abschneiden in den nationalen Ligen gesetzt sein. Die Bundesliga-Spitzenklubs Bayern München und Borussia Dortmund sowie Paris St. Germain aus Frankreich hatten sich aber dem Projekt verweigert, die Uefa drohte mit einem Ausschluss abtrünniger Vereine aus ihren Wettbewerben.
„Der europäische Klubfußball steht aktuell vor einigen schwierigen Herausforderungen, die sich nicht von allein lösen werden“, erklärte Reichart. Viele Klubs sind hochverschuldet, dem FC Barcelona etwa drohte zeitweise die Pleite.
„Ich bin mir sicher, dass der Fußball, den wir alle lieben, profitieren wird, wenn wir gemeinsam einen ehrlichen und offenen Dialog – frei von Zwängen – über eine bessere Zukunft durch eine ernsthafte Reform führen“, sagte der Fernsehmanager, der im Sommer bei RTL gehen musste. Reichart hatte seine Laufbahn in der Sportbranche begonnen, bei Ufa Sports und dem Rechtevermarkter Sportfive.
>> Lesen Sie hier: VfL Bochum: „Investoren suchen im Fußball eine Wachstumsstory – und die bieten wir“
Die in Madrid ansässige A22 Sports setzt dabei auch auf ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH), in dem es um die Frage geht, ob das Monopol der Uefa auf kontinentale Klub-Wettbewerbe dem europäischen Wettbewerbsrecht entspricht. A22 hatte das Verfahren mit initiiert und erwartet im kommenden Jahr ein Urteil.