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Anschläge drücken Buchungen Terror-Angst drückt die Tourismus-Branche

Bei der Hauptversammlung hat der weltgrößte Reiseveranstalter Tui gezeigt: Die Türkei ist nach den Anschlägen gebrandmarkt. Weniger Touristen wollen dort hin. Die Branche muss reagieren und tut es – nicht nur dort.

Die beliebtesten Reiseziele weltweit
Kapstadt, Südafrika Quelle: dpa
Eiffelturm Quelle: dpa
Casa Rosada, Buenos Aires, Argentinien Quelle: dpa
Kolosseum, Rom Quelle: dpa
Tower Bridge, London Quelle: REUTERS
Karlsbrücke, Burg in Prag, Tschechien Quelle: dpa
Pfirsichblüte, Hanoi, Vietnam Quelle: REUTERS

Es lässt sich nicht beschönigen und deshalb spricht es Tui-Chef Fritz Joussen schon vor der Hauptversammlung des weltgrößten Reisekonzerns klar aus: Die Terrorfolgen in der Türkei und Nordafrika sind deutlich zu spüren. Besonders der Terroranschlag in Istanbul mit zehn toten deutschen Urlaubern im Januar hat die gesamten Türkei-Buchungen einbrechen lassen. Im Vergleich zum Vorjahr seien allein die Sommerbuchungen für den Bosporus um 40 Prozent zurückgegangen, heißt es bei Tui. Deshalb rechnet Joussen in diesem Jahr mit rund einer Million Türkei-Gästen und damit nur gut halb so vielen wie im Vorjahr.

Bei solchen Nachrichten zum wichtigsten Gewinnbringer des Unternehmens verwundert es nicht, dass die Tui-Aktie daraufhin ins Minus sackte. Reiseveranstalter schreiben im Winter meist rote Zahlen. Geld verdienen sie hauptsächlich mit der Hauptreisezeit im Sommer.

Es sind nicht die ersten schlechten Meldungen. Auch die Buchungen für Tunesien und weite Teile Ägyptens als Urlaubsziele waren in den vergangenen Wochen und Monaten bereits deutlich eingebrochen.

Kreuzfahrten mit Ziel Türkei abgesagt

Und Tui ist damit kein Einzelbeispiel. Starke Buchungsrückgänge für die entsprechenden Regionen bekommen sämtliche Reise-Anbieter zu spüren. So hat die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises die für diesen Sommer geplanten Fahrten mit Zielen in der Türkei abgesagt. Zahlreiche Gäste hätten den Wunsch geäußert, ihre Reise auf eine andere Urlaubsregion umzubuchen, sagte das Unternehmen.

Auch der Online-Reiseanbieter Check24 berichtet, Reisen nach Tunesien, Ägypten und in die Türkei seien um bis zu 59 Prozent unbeliebter als im Vorjahresmonat. Der Reiseanbieter begründet diese Entwicklung ebenfalls mit der „Unsicherheit der Kunden in Folge der Terroranschläge in Tunesien, Ägypten und der Türkei“.

Diese Nationen verreisen am meisten

Insbesondere der letzte Terroranschlag von Istanbul verunsichert die deutschen Urlauber: „Wir merken, dass es für die Türkei eine gewisse Zurückhaltung gibt“, sagt Sybille Zeuch, die Sprecherin des Deutschen Reiseverbands (DRV).

Veranstalter Thomas Cook berichtete Ende Januar von insgesamt zurückhaltender Nachfrage nach Türkei-Reisen für die Sommersaison: „Wir gehen davon aus, dass die Buchungen für Badeziele in der Türkei noch reinkommen werden“, sagte ein Thomas-Cook-Sprecher. Auch DER Touristik sprach von zurückhaltenden Buchungen für das Land am Bosporus, Stornierungen gebe es aber nicht. „Der Wunsch nach Urlaub ist groß, das Interesse ist da, auch die Konjunkturaussichten sind positiv. Einzig die Buchungsentscheidung ist bei vielen noch nicht gefallen“, sagte René Herzog, der Chef von DER Touristik Central Europe.

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