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Deutsche BahnAnke Engelke, bitte nicht lesen!

Mit unterhaltsamen Kurzfilmen nimmt sich die Deutsche Bahn auf die Schippe. Der neue Kommunikationschef hat die Chance, die selbstironische PR zu reduzieren. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Martin Dowideit 12.10.2025 - 14:27 Uhr
Kampagnenmotiv der Deutschen Bahn zur Webserie „Boah, Bahn!“ Foto: Deutsche Bahn

Anke Engelke ist lustig. Sie ist auch lustig im neuen Social-Media-Format der Deutschen Bahn. In YouTube-Short-Videos ist die Schauspielerin und Komikerin die Hauptfigur einer Serie im Auftrag des Staatskonzerns. Im Stil von „The Office“ oder „Die Discounter“ kommt eine Zugbesatzung in der Mockumentary zu Wort. Tatsächlich war Regisseur Arne Feldhusen auch bei „Stromberg“ am Werk und kennt Anke Engelke schon aus ihren „Ladykracher“-Zeiten.

Engelke ist in der Rolle Tina Bowermann, Zugchefin bei der Deutschen Bahn. In einer der kurzen Episoden verkündet sie den Fahrgästen, dass der von ihr geleitete ICE 15 Minuten zu früh ankommen werde. Kurz danach hört sie, dass es eine Störung gibt und der Zug doch zu spät kommen soll. Bowermann kneift und drückt sich um eine erneute Durchsage.

Kurz: „Boah, Bahn! Wir sitzen alle im selben Zug“ ist der x-te Ansatz der Deutschen Bahn, die Unzulänglichkeiten der eigenen Dienstleistung humorvoll zu verarbeiten. Und das lässt sich die Bahn einiges kosten. Denn produziert worden sind die Filme von wtf, einem Unternehmen, das sich für Imagefilme in Kinoqualität rühmt – auch wegen der gelungenen Besetzung mit Engelke.

Die Mini-Imageserie hat die Bahn pünktlich zu einer anderen Meldung an den Start gebracht: Die neue Chefin des Konzerns, Evelyn Palla, setzt die bisherige Marketing- und Kommunikationschefin Nicole Mommsen vor die Tür und macht Jens-Oliver Voß zum Nachfolger. Mommsen hatte den Stil der selbstironischen Kommunikation, wie man ihn auch von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) kennt, bei der Bahn vorangetrieben.

Ihr Nachfolger verspricht jetzt „mehr Kundenorientierung“. Ob damit eine Reduktion selbstironischer Kampagnen einhergehen wird? Es ist wünschenswert. Die Bahn hat bereits genug Galgenhumor bewiesen.

Eine Neuausrichtung wäre möglich. Die Bahn sucht gerade für 200 Millionen Euro Unterstützung für die externe Kommunikation. Allein 50 Millionen Euro sollen dabei für Social-Media-Kommunikation zum Einsatz kommen. Anke Engelke sollte davon kein Honorar erhalten.

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