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Deutsche Fußball-LigaDFL stoppt Investorensuche: „Profifußball in einer Zerreißprobe“

Die Fußball-Bundesliga gibt die Suche nach einem Finanzinvestor auf, der rund eine Milliarde Euro mitbringen sollte. Fans hatten massiv gegen die Pläne protestiert und immer wieder für Spielunterbrechungen gesorgt. 21.02.2024 - 18:26 Uhr aktualisiert

Die Fußball-Bundesliga gibt die Suche nach einem Investor auf. Das Präsidium der Deutschen Fußball-Liga (DFL) habe auf einer außerordentlichen Sitzung in Frankfurt am Mittwoch einstimmig beschlossen, „den Prozess zum Abschluss einer Vermarktungspartnerschaft nicht weiterzuführen“, teilte die DFL mit.

Die DFL zieht damit die Konsequenz aus Diskussionen um das Zustandekommen des Votums unter den 36 Profiklubs, aber auch aus den wochenlangen Fanprotesten, die die Bundesliga-Spiele immer wieder gestört hatten. „Der deutsche Profifußball steht inmitten einer Zerreißprobe“, stellte der Sprecher des DFL-Präsidiums, Hans-Joachim Watzke, fest. „Eine erfolgreiche Fortführung des Prozesses scheint in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen nicht mehr möglich.“ Damit fehlt der DFL und den Klubs rund eine Milliarde Euro, die der Investor mitbringen sollte.

Zuletzt war nur die Beteiligungsgesellschaft CVC als Bieter übrig geblieben, der Rivale Blackstone hatte angesichts des Zauderns einiger Vereinsfunktionäre die Reißleine gezogen. Sie hatten mit Geboten über eine Milliarde Euro für einen Anteil von acht Prozent an einer Rechteverwertungs-Tochter der DFL den dritten Anwärter, die schwedische EQT, ausgestochen. Mit dem Großteil des Geldes wollte die DFL vor allem die Auslandsvermarktung stärken, unter anderem mit einer eigenen Internet-Übertragungsplattform. Ob und wie die DFL den finanziellen Ausfall kompensieren kann, werde in den nächsten Wochen mit den Clubs beraten, hieß es in der Mitteilung. Einige Vereinsvertreter hatten angeregt, dass die DFL dafür stattdessen Kredite aufnehmen solle.

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Das Aus für das Bieterverfahren ist auch ein Rückschlag für die neue DFL-Spitze aus Marc Lenz und Steffen Merkel. Sie hatten die schon einmal am Widerstand der Klubs gescheiterten Pläne für die Hereinnahme eines Investors in abgespeckter Form wieder aufleben lassen. Die Klubs der 1. und 2. Bundesliga hatten ihnen im Dezember das Mandat für die Verhandlungen mit einer knappen Zwei-Drittel-Mehrheit von 24 Stimmen erteilt.

Zuletzt mehrten sich aber Forderungen nach einer erneuten Abstimmung, unter anderem von Seiten des Präsidenten des VfB Stuttgart, Claus Vogt. Grund dafür war das vermutete Ja des Geschäftsführers von Hannover 96, Martin Kind, das der Weisung des Vereins widersprochen hätte. Das DFL-Präsidium erklärte nun, auch weitere Abstimmungen brächten keine Lösung des Problems. Juristen hielten das erste Votum zwar für gültig. „Gleichwohl darf nicht verkannt werden, dass es diesem Votum aufgrund der Vorgänge um Hannover 96 an breiter Akzeptanz fehlt“.

Mit der Finanzspritze wollte die DFL auch die Nachteile zum Teil kompensieren, die sich aus der „50+1"-Regel ergeben, wonach kein externer Kapitalgeber die Mehrheit an einem Bundesligisten übernehmen darf. Daran rütteln will sie aber nicht: „Das DFL-Präsidium steht einmütig zur 50+1-Regel“, betonte Watzke. Vor allem die Klubs aus der englischen Premier League, die zum Teil im Besitz von Investoren, Staatsfonds und Milliardären sind, spielen ihre tiefen Taschen im Kampf um die besten Spieler aus - worunter tendenziell die Attraktivität der Bundesliga leidet. Die Ligen in Spanien und England erlösen zudem deutlich mehr aus der Rechtevermarktung im Ausland, weil ihre Spiele etwa in Asien und Südamerika mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

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rtr
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