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EntschädigungenThomas-Cook: Die Regierung ist schuld – und die Kunden!

Die Bundesregierung tut so, als springe sie den Thomas-Cook-Kunden nun zur Seite – dabei ist sie für deren Probleme mitverantwortlich. Aber auch die Urlauber hätten es besser wissen können.Sophie Crocoll 11.12.2019 - 14:23 Uhr

Die Bundesregierung will bei der Entschädigung von Pauschalurlaubern des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook einspringen.

Foto: dpa

Die gesetzliche Lage, sagen Anwälte, sei klar: Geltendes EU-Recht garantiert Pauschalreisenden „vollumfänglichen Schutz“, sollte ihr Reiseveranstalter Insolvenz anmelden. Das heißt, dass Thomas-Cook-Kunden mehr zusteht als die 110 Millionen Euro pro Geschäftsjahr, die der Versicherer Zurich nach der Pleite des Konzerns übernehmen wird.

Hätte die Bundesregierung die EU-Vorgaben in deutsches Recht umgesetzt, gäbe es keine Lücke zwischen den Summen, die Kunden und Hotelbetreiber fordern, und denen, die der Versicherer zur Verfügung stellt. Warum nun allerdings der Steuerzahler für die Verfehlungen des Bundes aufkommen soll – der die restlichen Schäden selbst übernehmen will –, ist nicht zu rechtfertigen.

Dass die Regierung eine Mitteilung zu ihren Plänen überschreibt mit „Bundesregierung lässt Thomas-Cook-Kunden nicht im Regen stehen“ ist der reine Hohn – schließlich hat sie das Problem erst geschaffen. Den Justizministern in den Ländern war das auch schon aufgefallen – sie hatten den Bund kürzlich aufgefordert, zu prüfen, ob die Haftungsbegrenzung erhöht werden müsste. Dann wären Thomas-Cook-Kunden komplett über eine Versicherung entschädigt worden – was der Sinn einer solchen Versicherung sein sollte.

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Darüber hinaus müsste spätestens dieser Fall Anlass sein, über die Gesetzgebung an sich nachzudenken. Urlaubsreisen sind ein privates Vergnügen. Sie sollten für alle auch ein privates Risiko sein.

Wer individuell bei einer neuen Fluglinie Tickets bucht, hat Pech, wenn die pleitegeht. Wer sich das Bein bricht und nicht wie geplant in ein bereits bezahltes Hotel reisen kann, das er direkt ausgewählt hat, bleibt ebenfalls auf den Kosten sitzen. Es ist eine Abwägung von Kosten und Risiken.

Dass Thomas Cook bereits einige Zeit finanzielle Probleme hatte, konnte jeder nachlesen, der sich informieren wollte. Viele Urlauber ließen sich aber von den billigen Preisen blenden. Warum Pauschaltouristen gegenüber Reisenden, die sich ihren Urlaub selbst zusammenstellen, im Vorteil sein und entschädigt werden sollen, ist ebenso unerklärlich wie es die Versäumnisse der Bundesregierung sind.

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