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Freytags-Frage

Sind Zwangsgebühren für öffentliche Sender gerechtfertigt?

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Fußball, Schlager, Krimis, Seifenopern

Insgesamt zeigt sich, dass es in den letzten Jahren auch bei den Öffentlich-Rechtlichen nahezu ausschließlich um Quote geht – dabei muss man davon ausgehen, dass anspruchsvolle Berichterstattung und gute Fernsehfilme wie der Autorenfilm gerade kein großes Publikum bekommen werden. Je mehr man sich dem Massengeschmack – der hier in keiner Weise angegriffen werden soll – annähert, desto weniger bedarf es der öffentlichen Grundversorgung; denn Quote gehört nicht dazu. Fußball, Schlager, Krimis und Seifenopern finden ihren Markt. Im Übrigen darf daran erinnert werden, dass auch Qualität seinen Markt finden kann. Bei den Printmedien gibt es durchaus privat erstellte Qualität.

Während man im Fernsehprogramm lange nach Qualität suchen muss, sieht es im Radio deutlich besser aus. Hier wird der ÖR mit zahlreichen Stationen mit kulturellen und informativen Inhalten seinem eigenen Anspruch eher gerecht. Dabei kommen sehr viele Zuhörer mit ganz unterschiedlichen Präferenzen auf ihre Kosten.

Vor diesem Hintergrund ist die Debatte um das öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehprogramm eben nicht verfehlt. Verfehlt sind die Übertreibungen. Es handelt sich weder um meinungsunterdrückendes Staatsfernsehen, wie die AfD uns glauben machen will, oder um Wegelagerei, wie die Linken insinuieren, noch um ein durchgehend hochqualitatives Programm, dass ohne weitere Gebührenerhöhung demnächst aufgeben müsste, wie es die Programmdirektoren des ÖR durchklingen lassen.

An einer Stelle scheinen die Populisten aber einen Punkt zu haben. Die Reaktion auf die Kritik am ÖR aus den Funkhäusern selber ist keineswegs selbstkritisch, sondern sehr selbstgewiss und abgehoben. Die Vorstellung, dass man Fehler machen könnte, scheint bei den Verantwortlichen nicht weit verbreitet zu sein, zumindest nicht so weit wie das Gefühl, unverzichtbar zu sein und moralisch immer auf der richtigen Seite zu stehen. Dem wird sicherlich durch politisch besetzte Rundfunkräte und eine generelle Nähe des ÖR zur Politik Vorschub geleistet.

Deshalb ist es an der Zeit, über eine Verschlankung und Verbesserung des ÖR nachzudenken. Erstens wäre es nötig, das Fernsehprogramm zu durchforsten und diejenigen Teile, die ohne weiteres einen Markt finden, weitgehend den Privaten zu überlassen. Wenn sich die Öffentlich-Rechtlichen auf ihre Qualität konzentrieren, für die sie selbstverständlich das Potential besitzen, könnten sie mit wesentlich weniger Geld viel besseres Fernsehen anbieten und ihrem Auftrag gerecht werden. Die beliebten Schlagersängerinnen und spannenden Fußballspiele würden trotzdem nicht von Bildschirmen verschwinden müssen.

Zweitens ist es geboten, dass sich die Öffentlich-Rechtlichen aus dem Internet soweit zurückziehen, dass sie dort nur noch ihre Sendungen vorstellen und wenige Nachrichten veröffentlichen. Formate, die die Internetangebote privater Zeitungen und Zeitschriften verdrängen könnten, sollten vom Staat nicht angeboten und von den Bürgern nicht verpflichtend bezahlt werden.

Solange das ÖR sich dieser Debatte verweigert, wird sie schwelen. Und sie wird Populisten Munition liefern, unsachliche und wiederum vereinfachte Beiträge zu der Debatte zu liefern, die ihnen Zulauf von Leuten bringt, die einfach über die schlechte Qualität des selbsternannten Qualitätsfernsehens frustriert sind. Diesen Leuten kann viel besser geholfen werden.

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