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Fußball UEFA will Financial Fairplay abschaffen – Gehaltsobergrenze für Fußball-Klubs soll kommen

Die Regeln sollen ab 2022 für drei Jahre gelten. Die Klubs dürfen 70 Prozent ihrer Einkünfte für Spielergehälter einsetzen, können das aber mit einer „Luxussteuer“ umgehen.

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Geld ist bei PSG und in Katar nicht das Problem, wie der Spektakeltransfer von Lionel Messi zu PSG gezeigt hat. Quelle: imago images/HMB-Media

Der europäische Fußballverband UEFA will das Financial Fairplay (FFP) abschaffen und durch eine Gehaltsobergrenze für Fußball-Klubs ersetzen, meldet die „Times“. Die Regeln sollen ab 2022 für zunächst drei Jahre gelten. Vereine dürfen dann ähnlich wie in der spanischen Liga nur noch 70 Prozent ihrer Umsätze für Spielergehälter einsetzen.

Liegen Klubs darüber, muss als Strafe die „Luxussteuer“ gezahlt werden, die dann über einen Topf an Clubs verteilt wird. Erst Wiederholungstätern gilt wie nun beim FFP der Ausschluss vom europäischen Wettbewerb wie zu Beginn des vergangenen Jahres beim Versuch Manchester City zu bestrafen. Verabschiedet werden soll das auf einem Gipfel zur Zukunft des europäischen Fußballs im kommenden Monat in der Schweiz.

Es dürfte kein Zufall sein, dass in den Furor um das Gebaren von Scheich- und sonstigen Investoren-Clubs das Zuckerl der UEFA durchgesickert ist. Die will nämlich im kommenden Jahr mit dem FFP machen, was die seit elf Jahren existierende Regelung nach Meinung von Kritikern faktisch längst geschehen ist: es abschaffen. Beim FFP dürfen die Clubs in den zurückliegenden drei Jahren ein Defizit von maximal 30 Millionen Euro aufweisen.

Beim Gipfel zur Zukunft des europäischen Fußballs wird auch der PSG-Chef Nasser Al-Khelaifi als UEFA-Exekutivmitglied und Chef der europäischen Clubvereinigung ein immenses Wort mitreden. Die Luxussteuer dürfte ihm ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Geld ist bei PSG und in Katar nicht das Problem, wie der Spektakel-Transfer von Lionel Messi zu PSG gezeigt hat. Angeblich will Paris auch Cristiano Ronaldo verpflichten. In England gab Manchester City erst knapp 118 Millionen Euro für Jack Grealish aus. Der FC Chelsea zog mit den 115 Millionen Euro für Romelu Lukaku nach.

Zweiklassengesellschaft auch auf europäischer Klubebene

Das Financial Fair Play (FFP) oder gar die Corona-Pandemie schränken einige Klubs und Investoren offenbar nicht ein. „Alle müssen sparen, wir haben Corona, aber ein Markt in England macht weiter, als ob nichts gewesen wäre“, kritisierte Gladbachs Manager Max Eberl in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ kürzlich.

Er nennt in diesem Zusammenhang auch den Messi-Deal als Beispiel: „Wenn er vor zwei Jahren ablösefrei gewesen wäre, hätten sich 30 Vereine um ihn gebalgt. Jetzt gab es einen, der das Gehalt bezahlen konnte“, sagte der 47-Jährige. Es sei eine ganz neue Zeit.

In dieser neuen Zeit wird ein bereits national existierendes Problem womöglich auf die europäische Bühne übertragen: die Zweiklassengesellschaft. Die kleineren Klubs in den Ligen haben sich mittlerweile damit abgefunden, dass der Meister immer aus demselben elitären Kreis einiger weniger Clubs kommen.

So könnte ein exklusiver Zirkel auch in der Champions League entstehen. Angeführt von jenen, die jetzt die Pandemie ausnutzen können. „Die Gewinner sind die Vereine, die Investoren haben, die sagen: Wir investieren jetzt, um eventuell vom Schaden der anderen zu profitieren“, betonte Eberl.

Die reichsten Klubs könnten auch auf die UEFA verzichten

Selbst Julian Nagelsmann, der neue Trainer des FC Bayern München, sagte kürzlich zur gigantischen Shopping-Tour der internationalen Konkurrenz: „Ich reibe mir auch gelegentlich verwundert die Augen, wie das alles funktioniert“. Dabei gehört der FC Bayern selbst zu den reichsten Klubs der Welt.

Nagelsmann hofft, dass die UEFA das Gebaren im Blick hat: „Die UEFA hat schon ein Interesse daran, dass es ein Wettbewerb bleiben soll“, sagte der 34-Jährige. Die UEFA schon, doch auch die Vereine?

Der Vorstoß zur Europäischen Super League hat bereits gezeigt, dass die Clubs willens sind, ihr Geschäft auch ohne den Verband durchzuziehen. Der erste Versuch scheiterte zwar krachend, beerdigt ist das Projekt aber noch nicht.

Dass die Gehaltsobergrenze nun ein passendes Instrument ist, das der Chancengleichheit zugute kommt, bezweifelt Fanforscher Harald Lange. „Das macht nur für zwei oder drei Clubs in der Liga Sinn“, sagte der Wissenschaftler der „Frankfurter Rundschau“ und machte einen Gegenvorschlag: „Wenn ich das Durchschnittsgehalt eines Bundesligaprofis nehme und beispielsweise zehn Prozent on top rechne, wäre es eine ernste Debatte.“ Zu dieser wird es wohl aber nie kommen.

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