1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Dienstleister
  4. Krankenversicherung: Abrechnungsbetrug – Rekordschaden bei der KKH

KrankenversicherungAbrechnungsbetrug – Rekordschaden bei der KKH

Betrug mit falschen Pflegeleistungen und erfundenen Behandlungen belastet die gesetzliche Krankenversicherung. Die KKH Kaufmännische Krankenkasse setzt auf gezieltere Ermittlungen. 23.07.2025 - 07:07 Uhr
Das Logo der Kaufmännische Krankenkasse (KKH) vor der Kaufmännischen Krankenkasse in Hannover. Foto: Silas Stein/dpa

Pflegekräfte, die nie vor Ort gewesen sind, Kurse mit Fantasieteilnehmern und Operationen, die nur auf dem Papier stattgefunden haben: Abrechnungsbetrug hat der KKH Kaufmännischen Krankenkasse im vergangenen Jahr einen Rekordschaden von 5,4 Millionen Euro eingebracht. Das teilte die bundesweit tätige Krankenkasse mit. Im Vorjahr waren es rund 3,5 Millionen Euro.

Den größten Schaden richteten ambulante Pflegedienste an – über 4,1 Millionen Euro. Es gingen 479 neue Hinweise auf mögliches Fehlverhalten im Gesundheitswesen bei der KKH ein. Die meisten Verdachtsfälle entfielen auf die ambulante Pflege (270), dahinter Physiotherapiepraxen (62) und Arztpraxen (21). Die häufigsten Betrugsmaschen: nicht erbrachte Leistungen, unqualifiziertes Personal und fehlende Zulassungen.

„Diese illegal erschlichenen Gelder fehlen in der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Versicherten und können sich daneben auch auf die Höhe der Kassenbeiträge auswirken“, sagte KKH-Chefermittler Emil Penkov. Hinter den Zahlen steckten teils lebensgefährliche Situationen – etwa, wenn Pflegebedürftige von ungelerntem Personal versorgt würden.

Rausch auf Rezept

Plus 460 Prozent – was hinter dem Cannabis-Importboom steckt

Plötzlich werden viele junge Männer zu Schmerzpatienten. Und bestellen online Cannabis – problemlos per Privatrezept. Über eine heikle Folge der Teillegalisierung.

von Cordula Tutt

Auch Apotheken (rund 500.000 Euro Schaden) und Krankenhäuser (rund 365.000 Euro) tauchen in der Statistik auf. Mehr als eine halbe Million Euro habe die KKH zurückgeholt. Um Betrug effektiver aufzudecken, fordert Penkov mehr spezialisierte Ermittlungsstellen in allen Bundesländern sowie den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI).

„Wir müssen das Dunkelfeld proaktiv erhellen. KI-Algorithmen können Betrugsstrukturen und Fälle aus dem großen Pool an Abrechnungsdaten aller Kassen herausfiltern und zentral für alle Ermittler bereitstellen“, so Penkov.

Aktuell zählt die KKH rund 1,5 Millionen Versicherte, ein Haushaltsvolumen von etwa 8,2 Milliarden Euro sowie rund 4000 Beschäftigte und gehört damit zu den großen gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland.

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick