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Millionenverluste in der Toskana Luxusvillen-Käufer drohen TUI mit Klagen

Exklusiv
TUI drohen Klagen verärgerter Investoren. Quelle: imago

TUIs ehemaliges Vorzeigeprojekt Castelfalfi in der Toskana ist seit dem Start im Jahr 2006 von Pannen überschattet. Nun drohen gar Millionenklagen von verärgerten Investoren – wegen nicht eingehaltener Verpflichtungen.

TUI drohen bei ihrem Vorzeigeprojekt Castelfalfi in der Toskana Klagen verärgerter Investoren. Ein knappes Dutzend Besitzer von Feriendomizilen beschwert sich über mangelnde Serviceleistungen und nicht eingehaltene Verpflichtungen des Tourismusriesen. In Briefen und Emails an Konzernchef Fritz Joussen, die der WirtschaftsWoche vorliegen, drohen einige der Käufer von millionenschweren Ferienappartements und Villen mit juristischen Schritten und Rückabwicklung ihrer Kaufverträge.

Zeitweise hatte TUI bereits versucht, das Urlaubsressort mit zwei Hotels, Golfplätzen, Appartementhäusern und Villen zu verkaufen. Trotz „einer Vielzahl von Investorenkontakten konnte kein Käufer identifiziert werden“, bekannte der damalige TUI-Hotelchef schon im Frühjahr 2013.
Zuletzt sprang im vergangenen Jahr die britische Fondsgesellschaft Cedar Capital nach einer gründlichen Prüfung ab. Begründet wurde der Rückzieher mit laufenden Kosten für Immobilien und Landwirtschaft, die „deutlich höher als erwartet“ seien. Hinzu kämen nicht zu erfüllende Verpflichtungen gegenüber der zuständigen Gemeinde Montaione sowie eine „signifikant unter den Erwartungen liegende Auslastung des TUI-Blue-Hotels“.

Seit dem Start vor rund 12 Jahren hat der Ausflug in die Toskana geschätzt mindestens 300 Millionen Euro gekostet. TUI bestätigt Investitionen beim Baustart in Höhe von 250 Millionen Euro. Der Betriebsverlust beträgt nach WirtschaftsWoche-Informationen mindestens 80 Millionen Euro, dazu nimmt der Konzern nicht Stellung. Die in den Geschäftsberichten ausgewiesenen Abschreibungen belaufen sich zudem auf mindestens 50 Millionen Euro.

Ursprünglich, so eine Vorstandsvorlage aus dem Jahr 2006, sollten auf dem elf Quadratkilometern großen Areal zwischen Pisa und Florenz vier Hotels, zwei 18-Loch-Golfplätze sowie rund 450 Villen und Apartments errichten. Zudem sollten 28 Farmhäuser aufwendig renoviert werden. Weniger als die Hälfte der Vorhaben wurde bisher umgesetzt.

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