Syntellix: Schon wieder Ärger mit Utz Claassen
Utz Claassen
Foto: dpaDie Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den Chef des Medizintechnik-Herstellers Syntellix, Utz Claassen, wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung. Ein Syntellix-Sprecher sagt: „Wo es keine Insolvenz gibt, kann es auch keine Insolvenzverschleppung geben.“
Konkret zum Verdacht der Insolvenzverschleppung wollte sich der Sprecher nicht äußern. Nur ganz generell: Man werde bei etwaigen falschen Anschuldigungen gegebenenfalls Strafanzeige erstatten. Und: „Im Zeitlauf der seit über acht Jahren währenden Marodierungs- und Diffamierungskampagne gegen unser Unternehmen und seinen Vorstandsvorsitzenden ist bereits wiederholt mit Strafanzeigen gedroht und vollkommen haltlos Strafanzeige unter anderem gegen Herrn Professor Claassen erstattet worden.“ Auch in der jüngeren Vergangenheit habe es massive Drohungen gegen Claassen gegeben, die in Teilen der zuständigen Staatsanwaltschaft zur Kenntnis gebracht worden seien.
Der ehemalige Enbw-Chef Claassen hatte Syntellix 2008 gegründet. Das Unternehmen stellt medizinische Schrauben aus Magnesium her, die sich auflösen und nicht operativ entfernt werden müssen. Mehrere Promis wie der AWD-Gründer Carsten Maschmeyer fanden die Idee gut und stiegen ein. Doch immer wieder gab es Streit: Mit Maschmeyer etwa und erst kürzlich mit dem Aktionär und Aufsichtsrat Wilfried Hüser, worüber das „Handelsblatt“ berichtete.
Im vergangenen Jahr wurden auch wirtschaftliche Probleme offensichtlich. Mehrere Mitarbeiter klagten, weil das Unternehmen ihnen Gehälter für mehrere Monate schuldete, was Claassen als „temporäres Liquiditätsopfer“ bezeichnete. Die Corona-Pandemie habe auch Syntellix getroffen. Wie es heute läuft, lässt sich von außen nicht feststellen. Umsatz und Gewinn von Syntellix werden nicht veröffentlicht.
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