1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Dienstleister
  4. Hotel-Bettdecke: der viel zu dicke, stickige Urlaubs-Albtraum

Werner knallhartPhänomen Hotel-Bettdecke: der viel zu dicke, stickige Urlaubs-Albtraum

Was hilft die Schokolade auf dem Kissen, wenn die Bettdecke uns auf der ganzen Welt systematisch vom Einschlafen abhält? Alles an der Hotelbettdecke ist schlechter als zuhause. Was reitet da die Hoteliers? Eine Kolumne.Marcus Werner 17.07.2024 - 10:20 Uhr
Foto: imago images

Was soll eine verdammte Bettdecke?

Sie soll uns erstens ein wenig unserer eigenen Körperwärme bewahren, so dass wir ruhen können in einem mild-warmen Kokon aus Luft und zartem Textil.
Zweitens: Sie soll uns das Gefühl von Geborgenheit schenken. Das urige vorgeburtliche Gefühl, sicher weil umschlossen zu sein.
Drittens: Sie soll bei Bedarf an den richtigen Stellen stützen, also etwa zwischen den Knien, damit die Gelenkknochen nicht aneinander drücken.

Fertig. Mit mehr muss eine Decke nicht aufwarten können.

Und jetzt kommt das, was uns niemand bei Booking.com, Tui oder HRS vorab verrät: Hotelbettdecken können all dies nicht. WARUM NICHT?
Hotelbettdecken sind ganz offensichtlich dafür gemacht, dass man derart schwer in den Schlaf findet, dass man am nächsten Morgen das Frühstück verpennt.

Der Einstieg ins Bett: nur mit roher Gewalt

Es geht ja alles schon mit dem Bettgang los! Dieser Moment, wenn man die Bettdecke lüpft, um erschöpft von Strand, Bummeln und vier Bier auf die Kaltschaummatratze niederzusinken. Und dann bleiben die Füße an der Decke hängen. Weil die so stramm am Fußende unter die Matratze gestopft wurde, dass es zumindest mir mitunter nicht gelingt, sie rein mit der Kraft meiner Beine herauszureißen. Herauszureißen! Wie mit den zwei Spritzen eines Zimmermannshammer einen krummen Nagel zerre ich jedes Mal mit Schenkeln und Füßen am strammen Tuch. Um einfach nur das Bett nutzen zu können, müssen wir Gäste es erst mit aller Kraft umbauen.

Pauschalreisen

Frühbucher-Angebote boomen: Lohnt sich Last Minute noch?

von Lina Knees

Diese Sekunden, in denen man nach unten überdehnten Füßen zieht und zieht und nicht aufgeben will, noch Ruckbewegungen einbaut und ruft „GNAAAAA!“. Nicht selten stehe ich wieder auf und fetze das durchgestrampelte Geraffel fluchend und mit Klauenhänden aus der Verankerung. Danach bin ich wach und setze mich auf den Balkon. Ja, eine verzurrte Decke sieht schön aus. Wenn es jedoch allein um Optik geht, könnte man auch das WC weglassen.

Immer zu dick, immer zu heiß, fast immer aus Polyester

Es ist ja nicht so, dass die Qualität der Decke mit dem Preis für das Hotelzimmer steigt. Nein, es bleibt oft bei popligem Polyester. Die Decken werden nur dicker. Hotelbettdecken sind immer zu dick!
Und Polyester ist in Bettdecken ein fürchterlich menschenfeindliches Material. Man fühlt sich wie eingesponnen in einen Sarg aus Toppits-Frischhaltefolie. Es staut sich alles zu einer stickigen, brennenden Hitze.
Und achten Sie mal darauf: Wenn Sie im Dunkeln zu sehr wühlen, fliegen je nach Hersteller in Ihrer Decke sogar elektrische Funken. Ohne Witz! Da blitzt es blauweiß. Sie können das billige Knistern sehen. Da legen die Leute ihr Handy weit von sich, um sich nachts vor Elektrosmog zu schützen, und erzeugen dann beim Kuscheln elektrischen Strom direkt am ganzen Leib.

Und so gibt es nur zwei Wege, die Nacht gesund zu überstehen. Entweder dreht man die Klimaanlage auf 8 Grad und das Piktogramm auf vier von vier Ventilator-Blättern. Dann hat man morgens um 7 allerdings vereiterte Mandeln.
Oder man fummelt den Deckenbezug auf und schüttelt die knisternde Polyesterfüllung heraus.

Dabei dürfen Sie die Füllung aber niemals berühren, denn die Plastikwolle hat schon literweise den Schweiß hunderter wildfremder Vormieter aufgenommen und ausgedünstet. Und womöglich nicht nur Schweiß. Machen wir uns nichts vor, Kinners! Die Vorstellung allein ist allerdings schon ein Urlaubspreis-Minderungsgrund.

Aber schütteln Sie mal eine Decke direkt in den Kleiderschrank neben das Bügelbrett, ohne dabei Kontakt zu Händen oder Füßen zu haben! Am Ende stehen Sie doch wieder vorm Waschbecken und seifen sich ein…

Urlaub 2024

Darum sind Pauschalreisen so günstig

von Anabel Schröter

Eine Decke für zwei: Das ist wider die Natur!

Aber eigentlich fängt alles schon beim Zuschnitt der Bettdecken an. In jedem Gefängnis gölte es als menschenrechtswidrig, zwei Menschen nur eine einzige gemeinsame Bettdecke zur Verfügung zu stellen. Warum aber erlauben wir es Hotels?

Es soll schon vorgekommen sein, dass der eine sich gerne in Richtung seines Nachtkästchens einkuscheln wollte, der andere in die Richtung des seinen. Ergebnis: prall aufgespanntes Textil in der Mitte wie bei einem Fallschirm. Wozu?

Ist daran irgendetwas romantisch oder gar erotisch, wenn sich nachts die beiden Körperwärmen vermischen? Ist es heutzutage schon zu viel verlangt, beim sich anbahnenden Beischlaf zwei, statt nur einer Decke beiseite zu schieben?

Beweist man seinem Matratzenpartner irgendwie seine unerschütterliche Liebe, wenn man tapfer im Dunkeln an die Zimmerdecke lächelnd über sich ergehen lässt, dass einem der andere plötzlich herumjuckelnd die Decke vom Leib reißt, um sich darin im Halbschlaf einzurollen, während einem selber die Klimaanlage die Stauwärme von der von Polyesterschweiß überzogenen nackten Haut pustet?

5 Tipps für mehr Leistungsfähigkeit bei Müdigkeit
Wenn die Augen ständig zufallen, ist die Lösung naheliegend: Ganz viel Kaffee oder wahlweise Matcha und Energy Drinks. Doch Koffein sorgt zwar schnell für einen Energieschub. Umso brutaler kann dafür der Absturz ausfallen. Wer den mit noch mehr Muntermachern bekämpft, ist schnell eher zittrig als wirklich wach.Wird die anschließende Nachtruhe durch das Übermaß an Koffein gestört, schließt sich der Teufelskreis. Untersuchungen legen außerdem den Schluss nahe, dass der vermeintliche „Boost“ ein subjektiver Trugschluss ist und regelmäßige Kaffeetrinker lediglich Entzugserscheinungen bekämpfen. Die wahren Wachmacher-Qualitäten genießen demnach nur sporadische Kaffeetrinker.
Setzen Sie nach einer zu kurzen Nacht lieber auf körpereigene Muntermacher. Alles, was das Herzkreislauf-System aktiviert und zur Ausschüttung von Adrenalin führt, macht wach – zumindest vorübergehend. Joggen, Walking oder Gymnastik helfen, um munter zu werden.Sie haben dazu vor Arbeitsbeginn keine Zeit? Dann machen sie es zwischendurch. Bereits kurze Arbeitspausen mit Bewegung können die Produktivität steigern. Wer beispielsweise einmal stramm um den Block geht, hat seine Konzentrationsfähigkeit schon spürbar verbessert.
Bei schönem Wetter hilft Bewegung an der frischen Luft auch auf eine weitere Art beim Wachwerden: Sonnenlicht ist geeignet, das müde machende Hormon Melatonin zu unterdrücken. Diese wohltuende Wirkung zeigt sich auch im Büro. Wer die Wahl hat, sollte bei der Arbeit helle Räume, möglichst mit Tageslicht, bevorzugen.
Häufige kleine Mahlzeiten sind ein weiterer Tipp, um der Müdigkeit Einhalt zu gebieten. Zwar sorgt Schlafmangel gern für Heißhungerattacken. Schnitzelbrötchen zum Frühstück und eine doppelte Portion Pommes frites zum Mittagessen aber verschlimmern den Durchhänger nur. Der ohnehin erschöpfte Körper ist dann derart mit der Verdauung beschäftigt, dass für Konzentration erst recht keine Energie übrigbleibt. Leichte, kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten hingegen entlasten den Organismus.
Ein kurzes Nickerchen nach dem Mittagessen kann wahre Wunder bewirken. Die Produktivität und die Kreativität steigen und die Fehlerrate sinkt. Ein guter Tipp für das Homeoffice. Allerdings ist Power Napping in deutschen Firmen immer noch weitgehend verpönt.

Des anderen Schnarchen lässt sich mit Ohropax aushalten. Der faire 50-Prozent-Anteil der zu 100 Prozent weggezogenen Decke lässt sich nur mit Muskelkraft erstreiten. Mir reißen dabei häufig die Fingernägel ein. Es ist einfach zu viel Aufhebens mitten in der Nacht. Da geht der Ruhepuls hoch. Und es kann nicht sein, dass es anderen anders geht.

Egal ob Kingsize oder Queensize oder sonst eine Size: Wird das Zimmer als Doppelzimmer vermietet, gehören da zwei Decken rein. Wir teilen uns auch nicht den Bademantel.

Ich brauche keinen Begrüßungssekt beim Einchecken, keine Pancake-Livebrat-Station am Frühstücksbüffet und keine changierenden Meditationsblinklichter unten in der Wellnessdusche. Schnickschnack. Ich will im Hotel einfach eine zivilisierte Decke. Wie zuhause! Es muss künftig bitte vom Hotelier vor der Buchung angegeben werden – direkt über „seitlicher Meerblick“: „zivilisierte Decke“. Finden Sie, ich stelle mich an?

Den Autor erreichen Sie über LinkedIn.

Lesen Sie auch: So kommen Sie nach dem Albtraumurlaub an eine Entschädigung

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick