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Erdgas Gaskraftwerke werden zur Last

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Gaskraftwerke sind nicht ausgelastet

Warum die Energiepreise steigen
Euroscheine stecken an einer Steckdose Quelle: dpa
Logos der vier großen Engergiekonzerne EnBW (l, oben), RWE (r, oben), Vattenfall (l, unten) und Eon (r, unten) Quelle: dpa
Ölpumpen stehen im Sonnenuntergang auf einem Ölfeld bei Los Angeles Quelle: dpa
Bild einer Raffinerie auf einem Bildschirm der Firma Gazprom Quelle: REUTERS
Ein Mitarbeiter eines Heizöllieferanten bereitet die Betankung eines Mehrfamilienhauses mit Heizöl vor Quelle: dpa
Ein Tankwagenfahrer beliefert einen Privathaushalt mit Heizöl Quelle: AP
Ein Monteur verkabelt einen Strommast Quelle: dapd

Emden IV läuft nicht mehr, andere Werke gehen vielleicht gar nicht erst in den Dauerbetrieb. Die holländische Vattenfall-Tochter Nuon etwa hat drei Gaskraftwerke in Holland im Bau: Hemweg 9, Diemen 34 und Magnum. Nach Branchengerüchten soll zumindest eines davon aufgrund des überschüssigen Windstroms, der in Norddeutschland erzeugt und nach Holland durchgeleitet wird, mangels Auslastung gleich nach der Inbetriebnahme heruntergefahren werden. Die kurzzeitige Inbetriebnahme sei vonnöten, damit die Betriebsrechte von den Behörden als „Kaltreserve“ (Fachjargon) und nicht als endgültige Stilllegung angesehen werden. Nuon dementiert das: „Hemweg, Diemen und Magnum gehen Ende 2012 ans Netz“, sagt Sprecherin Melanie Poort.

Nicht ausgelastet sein soll auch das niederländische Gaskraftwerk Claus bei Roermond. Es wird von Essent betrieben, einer Tochter des Stromriesen RWE. „Das Gaskraftwerk läuft nur ein paar Hundert Stunden im Jahr“, heißt es in Branchenkreisen. Eine RWE-Sprecherin verweist darauf, dass „konkrete Laufzeiten vertrauliche Geschäftsdaten“ seien. Die Gewinnschwelle für Gaskraftwerke wird bei 3.500 Betriebsstunden angesetzt.

Nicht wirtschaftlich

Auch Branchenführer E.On spürt die Gasflaute, obwohl der Konzern seinem Lieferanten Gazprom gerade niedrigere Bezugspreise abrang. „Die Wirtschaftlichkeit älterer E.On-Gaskraftwerke ist gefährdet“, sagt Sprecherin Fabienne Dreßler. E.On betreibt neben dem hochmodernen Meiler im bayrischen Irsching Franken 1, bestehend aus zwei Blöcken, auch Staudinger 4 in Hessen. Offiziell heißt es bei E.On: „Es gibt keine Beschlüsse zur Stilllegung von Gaskraftwerken.“ Brancheninsider sagen, dass im Fall des Falles die beiden Blöcke in Nürnberg aus den Jahren 1973 und 1976 qua Alter zu den Abschaltkandidaten gehören.

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Bisher hatte die bayrische Landesregierung erklärt, dass Gaskraftwerke als Ersatz für den 2022 wegfallenden Atomstrom herhalten könnten. CSU-Politiker vermuten, dass E.On mit seinen Hinweisen auf die geringe Auslastung auf eine staatliche Vergütung für die bloße Bereitstellung der Generatoren als Notreserve abzielt. Soll heißen: Der Staat würde dafür zahlen, dass die Versorger heruntergefahrene Kraftwerksblöcke bereithalten, um damit die Versorgung zu garantieren. E.On-Sprecherin Dreßler weist das zurück: Ein solches Modell solle nur bei gefährdeter Versorgungssicherheit eingeführt werden, sagt sie, „was derzeit für Deutschland nicht der Fall ist“.

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