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Frankfurter Jurist Jan Markus Plathner soll Treuhänder bei Steag werden

Das Steag-Logo ist an der Hausfassade der Konzernzentrale in Essen (Nordrhein-Westfalen) zu sehen. Quelle: dpa

Beim Energiekonzern Steag soll künftig ein unabhängiger Restrukturierungsexperte den Sanierungsprozess als Treuhänder überwachen und das Unternehmen für den Verkaufsprozess vorbereiten.

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Nach Informationen der WirtschaftsWoche verständigten sich die über die Kommunale Beteiligungsgesellschaft (KSBG) an der Steag beteiligten Stadtwerke auf den Frankfurter Juristen Jan Markus Plathner, Partner der Kanzlei Brinkmann & Partner. Ein Sprecher des Stadtwerke-Konsortiums bestätigte die Information auf Anfrage der WirtschaftsWoche. 

Der Treuhand-Job gilt als politisch sensibel. Der Konzern zählte lange Zeit zu den größten Energieerzeugern Deutschlands und gehört den Stadtwerken der sechs nordrhein-westfälischen Kommunen Essen, Dortmund, Duisburg, Oberhausen, Bochum und Dinslaken. Sie hatten das Unternehmen für insgesamt 1,2 Milliarden Euro gekauft und ihre Anteile in der KSBG gebündelt. Energiewende und Kohleausstieg haben jedoch Steags Geschäft in den vergangenen Jahren massiv beeinträchtigt. Der Konzern will sich aus der Kohleverstromung weitestgehend zurückziehen und setzt auf neue Geschäftsfelder. Der Umbau kostet Zeit und Geld, weshalb die finanzierenden Banken auf eine konsequentere Sanierung drängen. Zu Jahresbeginn hatten die Stadtwerke angekündigt, ihre Anteile an Steag veräußern zu wollen.  

Ursprünglich sollte die RAG-Stiftung als Treuhänderin einspringen, um die Sanierung zu begleiten und Steag verkaufsfähig zu machen. Doch das Konzept habe „insbesondere bei den Banken nicht die erforderliche Akzeptanz gefunden“, teilte die RAG-Stiftung in der vergangenen Woche mit. „Das akzeptieren wir und ziehen uns in der Konsequenz sowohl als Berater als auch als möglicher Treuhänder zurück.“ Dem Vernehmen nach fürchteten einzelne Kreditgeber Reibungsverluste und politische Eingriffe und drängten intern auf einen unabhängigen Treuhänder.

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Parallel zur Beauftragung Plathners sollen die Verhandlungen mit den finanzierenden Banken der kommunalen Eigentümergesellschaft zu Ende geführt werden. Dazu werden vier der sechs beteiligten Stadtwerke, DSW21 (Dortmund), die Stadtwerke Duisburg, die Stadtwerke Essen sowie die Stadtwerke Dinslaken, Restrukturierungsbeiträge in Höhe von insgesamt 30 Millionen Euro in die KSBG einbringen.

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