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Frank Stieler Der neue starke Mann bei Hochtief

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Vorlieben und Abneigungen: Obst statt Kekse

Marathonläufer in Boston Quelle: Reuters

„Er nimmt die Treppe, auch vom Parterre bis in die achte Etage“, stöhnt ein enger Mitarbeiter Stielers. Der hat viele Sportdisziplinen intensiv praktiziert: Leichtathletik, Reiten, Schwimmen, Radfahren, Skifahren. Heute ist er vor allem passionierter Läufer. So macht der 52-Jährige mit beim 7777 Meter langen Eppsteiner Burglauf oder Ende Juni beim Fidelitas Nachtlauf in Karlsruhe, bei dem das aus vier Familienmitgliedern bestehende Stieler-Team 80 Kilometer bewältigt.

Dreimal die Woche läuft der Manager 10-Kilometer-Strecken – am Rhein in Duisburg oder am Wochenende im Taunus. Für Dienstreisen bucht Stielers Sekretariat Hotels in der Nähe attraktiver Laufstrecken – und ordert für Marathon-Konferenzen Obstteller statt Kekse.

Stärken & Schwächen: Wurzeln in Eppstein

Stieler gilt als umgänglicher Manager ohne Allüren, der zuhört: „Ich will die Stärken der Menschen und die einer Organisation verstehen und daraus unternehmerischen Erfolg entwickeln.“ Dass Mitarbeiter ihn schon mal aufbrausend erlebt haben, streitet er nicht ab – in Situationen, „in denen sich die Frustration einen Weg suchte“. Stieler ist verwurzelt in Eppstein im Taunus, wo er mit Ehefrau Beate, einer studierten Wirtschaftspädagogin, seit 1986 lebt. Sie kennen sich seit dem Gymnasium in Frankfurt-Höchst. In der evangelischen Eppsteiner Talkirche haben sie vor 28 Jahren geheiratet, ihre fünf Kinder wurden dort getauft. „Aus diesem Umfeld und der Familie schöpfe ich meine Kraft“, sagt Stieler.

Ziele & Visionen: Eigenständig in Essen

Das scheinbar überraschende Votum der Aufsichtsratssitzung vom Sonntag vergangener Woche war gut vorbereitet. ACS begrüßte Montag früh die Mitteilung, dass der widerspenstige Lütkestratkötter geht und der bis dahin wenig beachtete Stieler sein Nachfolger wird: „Herr Stieler hat unser volles Vertrauen.“ Die Loyalität der Hochtief-Crew hingegen muss sich der Neue noch erkämpfen. So betont er gegenüber der WirtschaftsWoche die Eigenständigkeit trotz spanischer Oberhoheit: „Hochtief ist eine eigene Aktiengesellschaft und wird es bleiben. Der Vorstand verantwortet auch weiterhin das Geschäft und ist dem Wohl aller Aktionäre verpflichtet.“ Zu Verkäufen von Unternehmensteilen will Stieler sich von ACS nicht drängen lassen: „Veränderungen am Portfolio gibt es nur, wenn wir in Essen sie sinnvoll finden.“

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