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50.000 Euro für ein Bett, 300 für einen Schlaf-Tracker Guter Schlaf ist uns lieb – und verdammt teuer

Millionen Deutsche haben Probleme mit dem Einschlafen. Hersteller von Luxus-Betten und Schlaf-Trackern versprechen, unsere Erholung zu optimieren. Mit welchen kostspieligen Mitteln wir gegen das Wachbleiben kämpfen – und was sie wirklich bringen.

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Was kostet guter Schlaf Quelle: Getty Images

Drei, nein, vier Tage wach. So fühlt es sich zumindest an. Dabei war es nur eine einzige, ziemlich kurze Nacht. Das Einschlafen zog sich hin, es folgten unruhigen Stunden: Rumwälzen auf der Matratze, regelmäßiges Hochschrecken, Schweißausbrüche und der stete Gedanke "Schlaf endlich, sonst bist Du morgen nicht fit."

Jeder hat mal eine unruhige Nacht, keine Frage. Laut Robert-Koch-Institut hat etwa jeder vierte Deutsche Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen. Andere haben den Schlafverzicht gar zum Statussymbol erhoben, rühmen sich, mit nur wenigen Stunden Schlaf auszukommen. Eine eklatante Fehleinschätzung, wie Schlafforscher unisono erklären. Denn egal ob der Schlafverzicht freiwillig oder unfreiwillig ist: zu wenig oder schlechter Schlaf wirkt wie ein Burnout.

Richtiges Schlafen wird Kult

Dutzende Untersuchungen haben die handfesten Nachteile belegt. Gedächtnis und Denkvermögen lassen nach, die Leistungsfähigkeit sinkt, die die Fehlerquote steigt. Laut einer Studie sind 25 Prozent aller tödlichen Autounfälle in Deutschland auf Schläfrigkeit am Steuer zurückzuführen. "Wer über lange Zeit nicht ausreichend schläft, kann zudem schwere Folgekrankheiten bekommen", sagt Schlafforscher Jürgen Zulley von der Universität Regensburg. Die reichen von leichten Magenbeschwerden bis zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Falsche Volksweisheiten rund um den Schlaf

Weil immer mehr Menschen erkennen, dass sie ausreichend Schlaf brauchen, um leistungsfähig zu sein, wächst der Bedarf nach Unterstützung – und damit das Geschäft. "Schlaf und vor allem schlechter Schlaf bekommen in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit – auch von der Industrie", sagt Zulley.

Mit dem Kult um den erholsamen Schlaf ist derzeit ein gutes Geschäft zu machen, weiß auch Jürgen Weyrich. Der Konsumforscher der GfK erkennt deutliche Trendverschiebungen. "Die Einstellungen der Kunden haben sich die letzten Jahre geändert", sagt Weyrich. "Aus dem tristen Schlafzimmer wird zunehmend ein Wohlfühl-, Komfort- und Kommunikationszimmer."

So schlafen Sie besser ein - und durch
Auf Matratzen und Kissen achtenWie man sich bettet, so liegt man: Passen Matratze und Kissen nicht, wird es auch nichts mit dem erholsamen Schlaf. Deshalb sollten Sie beim Kauf auch einmal Probe liegen und Ihre Matratze alle fünf bis zehn Jahre gegen eine neue tauschen. Kissen sollten alle zwölf bis 18 Monate ausgewechselt werden. Experten raten Paaren außerdem dazu, auch im gemeinsamen Bett getrennte Matratzen zu haben, da die Ansprüche an die Matratze verschieden sind. Bei einer durchgehenden Matratze besteht die Gefahr, dass einer zu weich und der andere zu hart liegt. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Ein Paar schaut im Bett Fernsehen Quelle: Fotolia
Ernährung beachtenAlkohol kann helfen, schneller einzuschlafen. Dafür wird die Nacht unruhiger. Faustregel: maximal ein Glas Bier oder Wein. Besser ist ein Glas warme Milch, denn sie enthält die Aminosäure Tryptophan – und die fördert den Aufbau des Schlafhormons Serotonin. Zu viel Eiweiß und Proteine sind schwer verdaulich. Und das Nikotin der Gute-Nacht-Zigarette stimuliert das Gehirn. Quelle: dpa
Bahnhofsuhr Quelle: dpa
Sport machenWer tagsüber Sport macht, schläft abends leichter ein. Dafür muss es kein dreistündiges Krafttraining sein, ein Spaziergang bewirkt auch schon einiges. Wichtig ist allerdings, sich nicht kurz nach Trainingsende ins Bett zu legen. Kurz nach dem Sport ist der Kreislauf noch sehr aktiv. Quelle: dpa
Eine Frau macht eine Yoga-Übung Quelle: obs
Auf die Temperatur achtenIst es im Schlafzimmer zu heiß oder zu kalt, ist das ebenfalls nicht gut für den Schlaf. Deshalb darauf achten, dass es in dem Raum, in dem man schläft, zwischen 15 und 19 Grad hat. Wenn der Partner mit im Bett schläft, empfiehlt es sich außerdem, zwei Decken zu benutzen. Dann erspart man sich das Aufwachen mitten in der Nacht, weil der Mitschläfer die Bettdecke geklaut hat. Quelle: dpa

Dafür sind die Deutschen bereit zu investieren. Das niedrige Zinsniveau und die dadurch aktuell geringe Sparneigung führen bei Zweit- und Dritteinrichtern bereitwillig zu höherer Ausgabebereitschaft. Schon der durchschnittliche Verkaufspreis für ein komplettes Schlafzimmer aus Holz – mit Bett, Nachtkonsole, Schrank und zusätzlichen Beimöbeln – lag 2014 im Möbelhandel bei 2000 Euro. Das waren 150 Euro mehr als 2010. Dabei geht die Preisschere deutlich auseinander: 2700 Euro lassen die Deutschen durchschnittlich in konventionellen Möbelhäusern, gerade einmal 600 Euro in  Möbelmitnahmemärkten und -discountern.

Besonders auffällig: "Die deutschen Käufer kaufen seltener komplett angebotene Schlafzimmer. Stattdessen dominieren immer stärker individuelle Zusammenstellungen", sagt Weyrich. Eine preiswerte Schrankwand wird so durch eine kostspielige Schlafgelegenheit ergänzt. Im Trend liegen seit mehreren Jahren die Boxspring- und Polsterbetten, die sich die Käufer einiges kosten lassen.

Betten zum Kleinwagenpreis

Einer, der das wachsende Interesse am Schlaf zu schätzen weiß, ist Jan Bobe. Bobe lenkt in Zentraleuropa die Geschicke des schwedischen Bettenbauers Hästens und erklärt: "Wir profitieren stark davon, dass das Bewusstsein für Qualität und Nachhaltigkeit steigt."

Hästens ist für Betten, was Rolls-Royce für Autos ist: extrem edel, gut zum Angeben und ziemlich teuer. 5000 Euro kostet ein Bett aus dem Hause Hästens. Das billigste. Für das Luxusmodell Vividus werden mehr als 50.000 fällig.

Wer Betten zum Kleinwagenpreis anbietet, verkauft auch ein Lebensgefühl. Stolz verweist Bobe auf die "Vision des gesunden Schlafs" seines Unternehmens. Jedes Bett sei ein "Werkzeug", das sie ermöglicht. Seine Luxus-Schlafmöbel produziert Hästens von Hand und nur aus edelsten natürliche Materialien: Rosshaar und handgeknüpftem Leinen zum Beispiel.

Diese Materialien werden in Matratzen verwendet

Damit treffen die Schweden offenbar einen Nerv, die Geschäfte laufen gut. Gemessen am Umsatz von Möbel-Riesen wie Ikea ist Hästens zwar ein Winzling, aber auf Wachstumskurs in einer stagnierenden Branche. Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen seinen Umsatz zum wiederholten Mal in Folge steigern. 48 Millionen Euro machte Hästens 2014. 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Unternehmen expandiert, eröffnet immer neuer Showrooms in den großen Metropolen.

Ihre Produkte verkaufen die Skandinavier längst nicht mehr nur an russische Oligarchen, Fünf-Sterne-Hotels und das schwedische Königshaus gehören sie zu den Hoflieferanten. "Unser Kundensegment wird immer breiter", sagt Bobe. Mittlerweile kommen offenbar auch Kunden, die lange sparen müssen, um sich überhaupt ein Hästens-Bett leisten zu können.

Ikea oder Luxus-Bett?

Dass Preis und Schlafqualität immer in angemessenem Verhältnis stehen, bezweifeln Forscher freilich. "Es ist meines Wissens wissenschaftlich nicht bewiesen, dass man in einem 30.000-Euro-Bett besser schläft, als in einem für 2.000 Euro", sagt Zulley. "Allenfalls liegt man besser." Wer sich auch auf der Ikea-Matratze gut gebettet fühlt, müsse deshalb keine Unsummen in Luxus-Betten investieren.

Zehn Apps für eine geruhsame Nacht
AlarmyDas Motto dieser App lautet „Schlaf, wenn du kannst“: Aktivierte Wecker lassen sich nur ausschalten, wenn man eine vorher festgelegte Aktion durchführt. Möglich ist das Ausschalten mittels Schütteln, alternativ können Sie das Ausschalten mit Foto aktivieren – einen vorher festgelegten und abfotografierten Ort müssen Sie dann morgens noch einmal fotografieren. Kosten: 1,79 Euro (Android, iPhone) Quelle: App Store
Nightstand CentralEine echte Alternative zur iPhone-eigenen Weckerapp ist Nightstand Central. Neben der üblichen Weckfunktion gibt es einen eingebauten Sleep Timer, der die Musikwiedergabe automatisch nach einer vorher angegebenen Zeit ausschaltet. Für den Weckruf am Morgen können Sie einen von zehn integrierten Tönen benutzen. Alternativ können Sie sich auch von Ihrer eigenen Musik wecken lassen. Die Basisapp ist gratis, für einige Funktionen muss man zusätzlich zahlen. (iPhone) Quelle: App Store
Pzizz SleepLaut Beschreibung ist Pzizz Sleep eine Lösung für Schlaflosigkeit. Die Entwickler nutzen wissenschaftlich erwiesene Techniken der Neurolinguistik, Klänge in speziellen Frequenzbereichen sollen beim Einschlafen helfen. Mit 4,49 Euro ist die App recht teuer, dafür ist das Funktionsspektrum groß. (Android, iPhone) Quelle: App Store
Relax and Sleep WellWer des Englischen mächtig ist, kann sich vom britischen Hypnotherapeuten Glenn Harrold in den Schlaf reden lassen. Die Gratisversion enthält einen 27 Minuten langen Audioclip, weitere müssen dazugekauft werden. (Android, iPhone) Quelle: App Store
Relax MelodiesRelax Melodies enthält eine Mischung aus verschiedenen Geräuschkulissen, von Musik bis Meeresrauschen. Eine Alarmfunktion und ein Timer helfen beim Aufwachen, egal ob nach einem kurzen Nickerchen oder einer langen Nacht. (Android, iPhone, Windows Phone) Quelle: App Store
Sleep CycleSleep Cycle ist ein Schlafphasenwecker, der nach und nach das Schlafverhalten des Nutzers lernt. Anhand von Bewegungen des Schläfers findet die App nach und nach die Schlafphase, in der Sie ohnehin fast schon wach sind – und holt Sie sanft aus dem Schlaf. Für 89 Cent einen Kauf wert. (Android, iPhone) Quelle: PR
Sleep Time Alarm ClockSleep Time verbindet Hintergrundbeschallung und Schlafphasenwecker: Die App liefert abends sanfte Klänge und analysiert nach dem Einschlafen das Schlafverhalten. Genau wie Sleep Cycle weckt Sleep Time in der optimalen Phase. Die App ist gratis. (Android, iPhone) Quelle: App Store

Dass sich die Investition in eine gute Schlafstätte für Schlecht-Schläfer lohnt, bezweifelt der Experte hingegen nicht. "Studien zeigen, dass es nicht längst nicht egal ist, worauf man schläft." Entscheiden sind für Zulley, dass die Matratzen punktelastisch sind, also an den richtigen Stellen nachgeben, und auch für ein richtig temperiertes und vor allem trockenes Klima in der sogenannten Betthöhle sorgen. Wer eine Matratze sucht, die diese Anforderungen erfüllt, muss aber schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Gute Matratzen kann es schon ab etwa 500 Euro geben, weniger als 200 sollte man nicht investieren, sagen die Experten der Stiftung Warentest.

Was Apps und Schlaf-Tracker taugen

Vom Traum des guten Schlafs will aber längst nicht nur die Bettenindustrie profitieren. Technik hält immer stärker Einzug in den deutschen Schlafzimmern. Findige Ingenieure und Entwickler schicken sich an, jede Phase unseres Schlafs zu optimieren.

Die Einschlaf-Optimierer

Das beginnt schon beim Einschlafen. Dutzende Apps für iPhones, Android-Geräte und das Windows-Phone versprechen einen sanften Übergang ins Reich der Träume. Die Kosten sind gering. Einschlaf-Apps gibt es schon für wenige Euro, viele sogar kostenlos.

Zehn Dinge, die uns den Schlaf rauben
Trennung von Arbeit und FreizeitSchlafstörungen haben sich nach Einschätzung von Medizinern zu einer Volkskrankheit entwickelt. „Wir schätzen, dass zwischen 5,7 und 6 Prozent der Bevölkerung an behandlungsbedürftigen Ein- und Durchschlafstörungen leiden“, sagte Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Es gebe wissenschaftliche Hinweise, dass heute weniger geschlafen werde als vor Jahrzehnten. Ein Grund ist die mangelnde Trennung von Arbeit und Freizeit: Abends noch schnell E-Mails für die Arbeit beantworten oder am PC noch an einem Projekt feilen – die ständige Erreichbarkeit und die technischen Möglichkeiten, auch von daheim zu arbeiten, lassen die Grenzen von Arbeit und Freizeit verschwimmen. Das hindert daran, den Kopf frei zu bekommen und entspannt, einschlummern zu können. Quelle: Fotolia
Aktivierung statt Entspannung beim Internet-SurfenPCs und Smartphones verändern unser Freizeitverhalten: Statt vorm Einschlafen ein Buch zu lesen oder Fernzusehen – und dabei passiv Informationen aufzunehmen – surfen Menschen zunehmend vorm Schlafengehen im Internet. Doch beim Online-Shopping, E-Mail-Verkehr, Facebook-Chats oder Online-Spielen  muss das Gehirn sehr viele Informationen verarbeiten. Dabei wird es eher aktiviert als auf den Schlaf vorbereitet zu werden. Dabei kann helfen die Hintergrund-Beleuchtung der Displays zu dimmen, um sich auf die anstehende Nachtruhe einzustellen. Außerdem sollte nicht im Schlafzimmer gesurft werden, um den Raum gedanklich nicht mit Aktivität in Verbindung zu bringen. Eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte man komplett auf PCs, Smartphones und Co. verzichten. Quelle: obs
Zu viel StressStressige Lebensphasen wühlen den Körper auf, und machen es nachts schwieriger, einzuschlafen. Um so wichtiger ist, es für Entspannung zu sorgen. Quelle: Fotolia
Die Angst vor Schlafstörungen verstärkt sie nurJe mehr man sich Gedanken, um die Schlafstörungen macht, desto stärker fördert man sie. So wird die Angst zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Da man denkt, in der Nacht nicht einschlafen zu können, stellt sich der Körper auf diesen Zustand ein – und man bekommt tatsächlich kein Auge zu. Quelle: Fotolia
Unruhiger Schlaf kann zur Gewohnheit werdenWenn Menschen lange Zeit einen unruhigen Schlaf haben, etwa weil sie gerade ein Kind bekommen haben, wird dieser Zustand für den Körper irgendwann zur Gewohnheit. So können Menschen auch Jahre nachdem ihr Baby das letzte mal nach der Flasche geschrien hat, immer noch einen unruhigen Schlaf haben. Dagegen kann eine Verhaltenstherapie helfen. Quelle: dpa
Es fehlt ein EinschlafritualMenschen sollen über ihre Schlafprobleme nicht grübeln, sondern ihr Verhalten ändern. Dies kann etwa ein Einschlafritual sein. So stellt etwa die obligatorische Tasse Tee oder Milch vor dem Gang zum Bett, den Körper irgendwann darauf ein, dass nun die Schlafenszeit ansteht. Dadurch kann das Einschlafen mit der Zeit leichter fallen. Quelle: dpa/dpaweb
Verschiedene Wecker Quelle: dpa

Ihre Funktion ist immer gleich: Mit Walgesängen, Meeresrauschen oder Regengeräuschen wollen sie die Gedanken im Kopf übertönen, verhindern dass der Stress und Tagesgeschehen das Einschlafen unmöglich machen.

Nicht die schlechteste Investition, findet Zulley. "Positive monotone Stimulation erleichtert das Einschlafen. Denken Sie doch mit welchen Gesängen man kleine Kinder in den Schlaf bekommt." Wer es schafft, das Gedankenkarussell im Kopf zu stoppen, findet tatsächlich leichter in den Schlaf. Das Problem: Die Geräusche wirken nicht für alle gleich. Ist ein singender Wal für den einen wirklich beruhigend, treibt er den anderen zur Verzweiflung. Am Ausprobieren kommt niemand vorbei, sagt Zulley deshalb. Für viele Menschen genüge aber auch beruhigende Musik oder ein Hörspiel.

Die Aufwecker

Für manche ist es der bitterste Moment des Tages: das Aufwachen. Lichtwecker sollen den Start in den Tag so angenehm wie möglich machen. Statt den Schläfer mit lauter Musik aus dem Schlaf zu schrecken, erhöhen sie 20 bis 60 Minuten vor der eingestellten Weckzeit schrittweise die Helligkeit im Raum. So simulieren sie den Sonnenaufgang. Aus Sicht der Wissenschaft ist das einigermaßen sinnvoll. "Helles Licht unterdrückt das Schlafhormon Melatonin und wirkt deshalb als Wachmacher", erklärt Experte Zulley. Weil die Helligkeit nur langsam steigt, wird morgens niemand aus seiner Tiefschlafphase gerissen.So geweckt fällt der Start in den Tag tatsächlich leichter.

Kleiner Nachteil: Die positive Wirkung hält nur kurz. Spätestens zwei Stunden nach dem Aufwachen ist der Körper so oder so auf Normalbetrieb hochgefahren. Und die Wecker haben ihre Tücken. Das Licht vieler preiswerter Modelle ist nur schwach ausgeprägt. Wer tief oder mit dem Rücken zum Wecker schläft, wird von dem Schein kaum geweckt werden. Wirklich gute Lichtwecker sind hingegen teuer. Schnell kosten sie 150 Euro und mehr.

Asus stellt ZenWatch 2 vor
ZenWatch 2Asus hat die nächste Generation der ZenWatch vorgestellt. Die Uhr funktioniert mit dem Android-Wear-Betriebssystem, Asus hat wie beim Vorgängermodell aber auch einige eigene Funktionen wie eine Fitness-App eingebaut. Über eine bessere Remote-Camera-Verbindung soll das Sucherbild der Smartphone-Kamera auf der Smartwatch dargestellt werden. Die Smartwatch besteht aus Edelstahl und kommt in verschiedenen Farb- und Armbandvarianten auf den Markt, die laut Asus individuell zu 18 verschiedenen Varianten kombiniert werden können. Neben klassischem Leder- oder Gummiarmband ist auch ein Armband mit geprägtem Diamantenmuster und Swarovski-Steinen zu haben. Um auch an kleinere Handgelenke zu passen, gibt es die ZenWatch 2 in zwei Größen: 49 mal 41 Millimeter und 45 mal 37 Millimeter. Wann sie in den Handel kommt und was sie kosten soll, wurde noch nicht verraten. Quelle: REUTERS
Apple WatchApple hat den Start seines ersten völlig neuen Geräts seit fünf Jahren ungewöhnlich still eingeleitet. Nur in wenigen Luxusgeschäften sind seit Ende April die Uhren zu haben. Die Apple Watch gibt es in drei Varianten: Sportler-, Standard- und Luxusmodell. Damit sie an kleinen Handgelenken nicht klotzig wirkt, ist die Apple Watch in zwei Größen erhältlich: 38 und 42 Millimeter. In einem ersten Test hat unser Redakteur Thorsten Firlus die Apple Watch unter die Lupe genommen. Quelle: AP
Vector Luna und Meridian Quelle: Screenshot
Withings Activité PopWer mit bunten Armbändern und klobigen Smartwatches nichts anfangen kann, sollte einen Blick auf die Withings Activité werfen. Es handelt sich um eine analoge Uhr in schlichtem, elegantem Design, in die auch ein Fitnesstracker eingebaut ist. Die Edel-Variante der Schweizer Uhr mit Lederarmband und Saphirglas schlägt mit fast 400 Euro zu Buche - für schmalere Geldbeutel hat Withings nun eine erschwinglichere Variante präsentiert. Die Variante Pop ist mit Kunststoffarmband und Mineralglasabdeckung etwas einfacher gehalten. Sie kommt in drei Farben daher und kostet 149,95 Euro. Neben der Zeitanzeige läuft in der rechten Ecke eine Prozentanzeige ab, die nachhält wie viel des selbstgesteckten Aktivitätsziels man bereits erreicht hat. Die Uhr ist über die Health-Mate-App via Bluetooth mit dem iPhone verbunden und kann Lauf- und Schwimmbewegungen erfassen. Eine Android-Variante ist laut Hersteller derzeit noch in Arbeit. Quelle: obs
Jabra Sport Pulse WirelessWarum noch ein weiteres Wearable mit sich herumtragen, wenn man beim Joggen gern Musik hört? Das dachte sich wohl der Headset-Spezialist Jabra und bringt nun In-Ear-Kopfhörer samt Mikrofon heraus, die den Puls messen können. Der sportliche Begleiter misst per Infrarottechnologie die Herzfrequenz und sendet die Daten an eine Smartphone-App. Das funktioniert über Bluetooth oder NFC sowohl bei iOS- als auch bei Androidgeräten. Ein virtueller Fitnesscoach kann die Daten auch gleich durchsagen und durch Work-Outs leiten. Die Kopfhörer kommen mit vier verschiedenen Haltebügeln und In-Ear-Stöpselformen, aus denen man individuell wählen kann, was am bequemsten zu tragen ist. Die Stöpsel sind schnurlos, so dass man sich beim Training nicht verhededdert, und nur 16 Gramm schwer. Über die Kopfhörer können auch Musikwiedergabe und Anrufe geregelt werden. Laut Hersteller hält der Akku bis zu fünf Stunden Musik oder Gesprächszeit durch. Preis: 199,99 Euro Quelle: Presse
Microsoft BandDas schwarze Armband „Microsoft Band“ mit langgezogenem Display soll unter anderem Herzschlag und Stress messen sowie die UV-Strahlung, der ein Träger ausgesetzt ist. Der Cloud-Service soll auch Daten von Fitness-Accessoires anderer Anbieter aufnehmen, wie Microsoft-Manager Yusuf Mehdi dem Technologieblog „The Verge“ am späten Mittwoch erläuterte. Preis: 199 Dollar Quelle: Microsoft
Fitbit ChargeDas Fitness-Tracker-Armband ist das Einsteigermodell. Es kann Fitnessstatistiken und Anrufe anzeigen - auch ein stummer Vibrationsalarm und eine Weckfunktion sind eingebaut. Das Armband misst Schrittzahl, zurückgelegte Distanzen, den Kalorienverbrauch und auch die bewältigten Stockwerke. Neu ist eine automatische Schlaferkennung, die anhand der Bewegungen Auskunft über die Qualität des Schlafes geben soll. Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit bis zu sieben Tagen an. Charge löst das Vorgängermodell Force ab, dass die Firma wegen allergischer Reaktionen vom Markt nehmen musste. Die neuen Materialien sind laut Hersteller nun von Dermatologen geprüft. Preis: 129,95 Euro. Ab dem 17. November soll Charge im Online-Store und bei ausgewählten Partnern erhältlich sein. Farblich gibt es das Band zunächst in Schwarz und Schiefergrau, Burgunderrot (im Bild) und Blau sollen folgen. Quelle: Presse

 

Die Alles-Überwacher

Während Lichtwecker und Einschlafhilfen bereits einen festen Platz in vielen Schlafzimmern haben, hat der Boom in einem anderen Segment gerade erst begonnen. Schlaf-Tracker erobern derzeit Deutschlands Bettenburgen. Sie zeichnen die Bewegung im Schlaf auf, registrieren die Geräusche in der Umgebung und erkennen, ob gerade eine Tiefschlaf- und Traumphase angesagt ist.

Die Vielfalt der Tracker ist groß: Bereits kostenloses Smartphone-Apps spucken Diagramme und Werte zum Schlafrhythmus aus. Vor dem Einschlafen auf die Matratze gelegt, aktivieren sie den Wecker, wenn im Bett gerade besonders viel Bewegung herrscht.

Auch die Hersteller von Fitness-Armbändern haben neben der Jogging-Strecke das Schlafzimmer als Einsatzort für sich entdeckt. Wearables wie das JawBone Up und das Fitbit Flex zeichnen die Schlafbewegungen  auf – und wecken je nach Modell durch leichte Vibrationen zu richtigen Zeit. 

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Der französischen Hersteller Withings treibt die Entwicklung zum privaten Schlaflabor sogar noch weiter. Sein intelligentes Lichtsystem Aura kontrolliert nicht nur das Schlafverhalten sondern steuert es durch den Einsatz bestimmter Wellenlängen: Zum Einschlafen strahlt das Gerät rotes Licht  aus, das die Ausschüttung des Müdigkeits-Hormons Melatonin erhöht wird. Am Morgen leuchtet das Gerät blau und erreicht so die gegenteilige Wirkung.

Weil sich Aura auch mit einem kabellosen Blutdruckmessgerät von Withings und dem hauseigenen Fitnesstracker Pulse koppeln lässt, gilt es als eine der umfassendsten Möglichkeiten, mit der Privatleute ihren Schlaf steuern können. Das hat freilich seinen Preis: Schon für Aura allein werden 300 Euro fällig.

Hästens-Manager Bobe etwa hält von der ganze High-Tech-Ausrüstung im Schlafzimmer freilich wenig. In seinen Luxus-Betten sieht er sie gar nicht gern: "Das passt einfach nicht zu Philosophie, den natürlichen Schlaf zu fördern."

Auch Schlafforscher Zulley bezweifelt, dass Gadgets die Heilsbringer für Wenig-Schläfer sind. Nicht nur, dass ihre Ergebnisse nur grob und ungenau sind. Wer zu viel Aufhebens um seinen Schlaf macht, schade sich am Ende sogar. "Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige, desto unentspannter werde ich", sagt Zulley. "Der Königsweg in den Schlaf ist die Entspannung. Mangelt es daran, bleiben wir wach."

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