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Anton SchleckerSteiler Aufstieg und tiefer Fall des Drogeriemarktkönigs

Er formte Europas größte Drogeriemarktkette und wurde Milliardär. Dann kam die Insolvenz. Jetzt erhebt die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen Anton Schlecker. 13.04.2016 - 19:23 Uhr

Ex-Drogeriemarktkönig Schlecker - steiler Aufstieg, tiefer Fall

Foto: dapd

In der früheren Schlecker-Zentrale in Ehingen bei Ulm ging Anton Schlecker noch lange ein und aus, nachdem sein Lebenswerk längst zusammen gebrochen war. Europas größte Drogeriemarktkette ging 2012 in die Knie. Doch erst im vergangenen Jahr verschwanden die Schlecker-Buchstaben vor dem gläsernen Koloss an der Talstraße.

Ihr Erbauer ist unterdessen an einem weiteren Tiefpunkt angelangt: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart klagt den 71-Jährigen an, wegen vorsätzlichen Bankrotts. Schlecker soll vor der Pleite Vermögen beiseite geschafft haben.

Der Metzgermeister aus Ulm hatte 1975 den ersten Schlecker-Drogeriemarkt eröffnet. Er machte einen Konzern daraus, der in seinen Glanzzeiten mehr als 55.000 Menschen beschäftigte.

Die Schlecker-Insolvenz in Zahlen
... Menschen kostete die Schlecker-Pleite den Job
... Mitarbeiter hatte Schlecker zu Bestzeiten
... Schlecker-Märkte gab es vor der Insolvenz im In- und Ausland
... Euro zahlte ein Hilfsfonds an Ex-Mitarbeiter
... Milliarde Euro forderten Gläubiger nach der Pleite
... Millionen Euro zahlte Anton Schleckers Familie an die Insolvenzverwaltung

Die Pleite machte den Unternehmer „privatinsolvent“. „Damals brach eine Welt für ihn zusammen“, verriet ein Insider einmal. „Er war der festen Überzeugung: „Ich kriege das schon noch hin.“ Doch er bekam es nicht hin, 25.000 Mitarbeiter verloren ihren Job. Das Unternehmen Schlecker samt Aufstieg und Fall des Patriarchen wurde Stoff für Filme.

Schon zu den guten Zeiten scheute Schlecker öffentliche Auftritte. Andere Leute mitreden lassen bei seinem Lebenswerk - das kam nicht in Frage, wie Gewerkschafter vermuten.

Schlecker-Insolvenz

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Anton Schlecker

von Henryk Hielscher und Stephan Happel

Der Vorwurf schlechter Arbeitsbedingungen ist mit dem Bild des Schwaben mindestens genauso verbunden wie der Nimbus des Selfmade-Manns, der es zu einem Milliardenvermögen brachte. Und wieder verlor. Einen Blick auf den Chef erhaschen konnten einzig die Mitarbeiter, in deren Filialen Schlecker bei seinen samstäglichen Kontrollbesuchen Station machte.

Dass Anton Schlecker sogar zu Glanzzeiten seines Unternehmens eher einem Phantom glich, hat einen traurigen Hintergrund. 1987 wurden die Schleckers überfallen und beide Kinder entführt. Selbst in dieser dunklen Stunde zeigte Schlecker allerdings schwäbischen Geschäftssinn - und handelte die Lösegeld-Forderung herunter. Beobachter erzählen aber von einem engen Zusammenhalt in der Familie, auch während der Insolvenz.

dpa
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