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Bierbranche Coronakrise belastet Brauer – „Durststrecke noch lange nicht zu Ende“

Die stark eingeschränkte Gastronomie macht den Bierbrauern zu schaffen. Der Branchenverband fürchtet eine Pleitewelle – und pocht auf Hilfe vom Staat.

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Laut dem Deutschen Brauer-Bund mussten einzelne Braubetriebe Umsatzrückgänge von mehr als 70 Prozent verkraften. Quelle: dpa

Die Coronakrise drückt den Bier-Absatz deutlich und setzt damit die deutschen Brauereien unter Druck. Im ersten Halbjahr habe es einen Rückgang von 16 Prozent gegeben und zugleich ein Umsatzminus von durchschnittlich 19 Prozent, erklärte der Deutsche Brauer-Bund (DBB) zu einer Branchenumfrage. „Für die deutsche Brauwirtschaft ist 2020 eines der schwierigsten Jahre ihrer Geschichte“, sagte DBB-Präsident Jörg Lehmann.

Auch wenn sich der Handelsabsatz in Teilen erholt habe und sich die Situation in manchen Exportmärkten entspanne, bleibe der Fassbierabsatz im Keller. „Der stark eingeschränkte Betrieb der Gastronomie und die Absage zehntausender Veranstaltungen und Feste schlagen direkt auf die Brauereien durch.“

Je höher der Gastronomie-Anteil beim Geschäft einer Brauerei, desto massiver seien die Einbrüche. „Einzelne Braubetriebe mussten in den zurückliegenden Monaten Umsatzrückgänge von mehr als 70 Prozent verkraften – und die Durststrecke ist noch lange nicht zu Ende“, warnte Lehmann.

Für das Gesamtjahr 2020 rechneten die DBB-Mitgliedsbrauereien mit einem Absatzminus von mindestens 14 Prozent und einem Umsatzrückgang von durchschnittlich 16 Prozent.

Nur ein Viertel der Brauer hält Staatshilfen für angemessen

Brauereien, die ihre Biere hingegen hauptsächlich über den Handel absetzen oder in den Sommermonaten vom Inlandstourismus profitieren konnten, kommen demnach deutlich besser durch die Krise. Wie viele andere Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft wollen fast 70 Prozent der Brauereien dieses Jahr weniger für Werbung ausgeben.

Mehr als die Hälfte der Brauereien wünscht sich laut Lobbyverband mehr Hilfe von Bund und Ländern. Nur ein Viertel der Betriebe halte die Unterstützung des Staates für ausreichend.

Die Politik müsse helfen, dem in Not geratenen Gast- und Veranstaltungsgewerbe ein Überleben zu sichern, sagte Lehmann. „Wenn nichts geschieht, droht spätestens im nächsten Frühjahr eine Pleitewelle, wie wir sie nie zuvor erlebt haben.“

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