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Gewinn sinkt Nestlé kommt 2017 nicht auf Touren

Nestlé Quelle: dpa

Nestlé tritt auf der Stelle. Das organische Wachstum des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns betrug 2017 nur 2,4 Prozent. Für die eigene Beteiligung am Kosmektikkonzern L'Oreal will man sich alle Optionen offen halten.

Der neue Nestle-Chef Mark Schneider muss noch warten, bis er die Früchte seines Firmenumbaus ernten kann. In seinem ersten Jahr an der Unternehmensspitze wuchs der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern um Sondereffekte bereinigt mit 2,4 Prozent, wie die Firma am Donnerstag mitteilte. Von der selbst gesteckten Zielmarke eines mittleren einstelligen Wachstums bis 2020 ist der ehemalige Chef des deutschen Gesundheitskonzerns Fresenius damit noch ein gutes Stück entfernt. Im vierten Quartal lag das organische Wachstum nur bei 1,9 Prozent. Im gesamten Jahr 2016 hatte der Hersteller von Maggi, Nespresso und KitKat noch ein Plus von 3,2 Prozent verbucht.

Grund dafür war ein maue Geschäft in Nordamerika und Brasilien. "Das vierte Quartal war schwächer als erwartet", sagte Schneider. Verantwortlich dafür sei auch das Babynahrungs- und Wassergeschäft. "Aber ich erwarte, dass das vorübergehende Dinge sind. Hier werden wir uns in 2018 verbessern", sagte der Firmenchef. Im laufenden Jahr erwartet Nestle erneut ein organisches Wachstum zwischen zwei und vier Prozent und eine Verbesserung der bereinigten operativen Renditen.

Im Vorjahr stieg der Umsatz leicht auf 89,8 Milliarden Franken. Der Gewinn sackte hingegen um knapp 16 Prozent auf 7,2 Milliarden Franken ab. Grund dafür war eine Abschreibung im Hautgesundheits-Geschäft. Die Aktionäre sollen dennoch eine leicht höhere Dividende von 2,35 nach zuvor 2,30 Franken je Anteilsschein erhalten. Analysten hatten bei fast allen Kennzahlen mit stärkeren Zuwächsen gerechnet.

Firmenumbau geht 2018 weiter

Das Wachstum bei Nestle will Schneider unter anderem mit einem Ausbau vielversprechender Bereiche wie und Baby- und Tiernahrung, Wasser und Kaffee ankurbeln. Das Kaffee-Geschäft in den USA hat er bereits mit zwei kleineren Zukäufen gestärkt und der zuletzt nur langsam wachsenden Säuglingsnahrungs-Sparte eine neue Führungsstruktur verpasst. Zudem will Schneider das Gesundheits-Geschäft als neues Standbein etablieren. Im Zuge dessen hat Nestle kürzlich die Übernahme des kanadischen Vitamin- und Nahrungsmittelzusatz-Herstellers Atrium Innovations für 2,3 Milliarden Dollar angekündigt. "Viele dieser Deals bringen wir gerade zum Abschluss", sagte Schneider. Bis sie sich positiv niederschlagen würde, könne es etwas dauern. Auch im laufenden Jahr wolle Nestle vor allem kleinere und mittelgroße Firmen kaufen.

Für die rund 23-prozentige Beteiligung am französischen Kosmetikkonzern L'Oreal will sich Nestle alle Optionen offenhalten und daher das Ende März auslaufende Aktionärsabkommen mit der Eigentümerfamilie Bettencourt nicht verlängern. Damit sei jedoch noch keine Entscheidung über die Zukunft der Beteiligung gefallen, sagte Schneider. Diese bleibe eine wichtige Anlage. Der aktivistische Investor Third Point, der im Vorjahr mit mehr als einem Prozent bei Nestle eingestiegen war, hatte einen Verkauf des Anteils gefordert.

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