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Kleidung wird vernichtetH&M kämpft mit hohem Warenbestand

Der angeschlagene Billigmode-Konzern H&M kämpft mit Ladenhütern. Das sei „nicht normal für H&M“. Außerdem lässt das Modeunternehmen laut internen Unterlagen Kleidung vernichten.Henryk Hielscher, Jacqueline Goebel, Mario Brück 20.09.2018 - 16:23 Uhr aktualisiert

Eine Frau geht an einem Shop von H&M vorbei.

Foto: dpa

Der angeschlagene Bekleidungskonzern Hennes & Mauritz (H&M) kämpft mit Ladenhütern, berichten die WirtschaftsWoche und das ZDF-Magazin Frontal21. Der so genannte „Stock-in-Trade“ – der Warenbestand – wuchs im ersten Halbjahr 2018 weltweit von 3,1 auf 3,5 Milliarden Euro und damit umgerechnet um elf Prozent. Das ergibt sich aus Finanzdaten des Unternehmens, die die Redaktionen ausgewertet haben.

Außerdem lässt das Modeunternehmen laut internen Unterlagen Kleidung vernichten. Das geht aus einem vertraulichen Bericht des Wirtschaftsausschusses der deutschen Logistiktochter an den Gesamtbetriebsrat vom Juni 2018 hervor. Demnach wurden „ca. 100.000 pcs“, also 100.000 Kleidungsstücke vernichtet. Weiter heißt es in dem Papier, das den Redaktionen vorliegt: „Ladenhüter sind für H&M eine neue Erfahrung.“ Zurzeit „haben wir 5 Saisons im Haus“ - das sei „nicht normal für H&M“.

Frontal21 und der WirtschaftsWoche liegen mehrere E-Mails vor, in denen Lager-Mitarbeiter angewiesen werden, Kleidung zu entsorgen. Unklar ist, ob auch neuwertige Ware vernichtet wird.

Billigmode

„Jedes Stück, das H&M verbrennt, ist eins zu viel“

von Henryk Hielscher

In einer Stellungnahme weist das Unternehmen die Vorwürfe zurück: „Für H&M gibt es keinen Grund, intakte Kleidung in die Verbrennung zu geben oder anderweitig zu vernichten.“ Lediglich bei Sicherheitsbedenken, etwa im Fall von chemischen Rückständen, würde Ware zur Verbrennung geschickt. Ähnlich argumentierte H&M schon im vergangenen Jahr, als in Dänemark und Schweden der Umgang des Konzerns mit nicht verkaufter Ware kritisiert wurde.

Nach Angaben von H&M wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 0,03 der Gesamtware aufgrund chemischer Rückstände vernichtet.

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisiert das Vorgehen von H&M. Kirsten Brodde, Bekleidungsexpertin sagte: „Jedes Stück, das H & M vernichtet, ist eigentlich ein Stück zu viel.“ Hier werde die Umwelt mit großen Mengen Chemie belastet.

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