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Musikbranche Legendärer Gitarrenbauer Gibson beantragt Gläubigerschutz

Gibson: Legendärer Gitarrenbauer beantragt Gläubigerschutz Quelle: dpa

Die Kultfirma Gibson kann ihre Rechnungen nicht bezahlen. Eine Schuldenumstrukturierung und die Rückkehr zum Kerngeschäft sollen helfen.

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Der legendäre Gitarrenhersteller Gibson ist offenbar in finanziellen Nöten. Es habe Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzgesetzes beantragt, um sich sanieren zu können, teilte das Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch mit. Gibson hat sich mit mehr als zwei Dritteln der Anleihegläubiger über eine Umstrukturierung der Schulden geeinigt.

Außerdem bekommt das Unternehmen einen Kredit in Höhe von 135 Millionen Dollar, welches die Liquidität für den weiteren Betrieb sicherstellen soll. Am1. August werden die Finanzanleihen des Unternehmens in Höhe von 375 Millionen Dollar fällig werden – der Kredit soll wohl deren Finanzierung sicherstellen. Insgesamt steht Gibson mit gut 500 Millionen Dollar bei Anlegern in der Kreide.

Der Vorsitzende von Gibson Brands, Henry Juszkiewicz, gibt sich optimistisch für die Zukunft der Unternehmens: „In den letzten 12 Monaten haben wir wichtige Schritte zur Restrukturierung unternommen“, sagte Juszkiewicz. „Wir haben unsere kleineren Marken verkauft, unseren Umsatz gesteigert und die Personalkosten gesenkt.“ Künftig werde sich das Unternehmen auf sein Kerngeschäft mit Musikinstrumenten zurückbesinnen.

Die Kunden sollen von den Umwälzungen auf der Unternehmensebene wenig mitbekommen, so der Gibson-Vorsitzende. Während des Verfahrens sollen die Geschäfte normal weiterlaufen. Das Unternehmen werde weiterhin Waren erwerben, Gitarren herstellen und seine Garantiezusagen gegenüber Kunden und Geschäftspartnern einhalten können.

Gibson gilt als einer der ältesten und berühmtesten Gitarrenhersteller der Welt. Rocklegenden wie Santana, Les Paul, Slash und Keith Richards spielten auf Gibson-Gitarren. Das 1902 gegründete Unternehmen war in Schieflage geraten, nachdem es sich mit gewagten Zukäufen wie der 135 Millionen Dollar teuren Übernahme der Unterhaltungssparte des Philips-Konzerns 2014 verhoben hatte.

Gibson schickte 1936 die weltweit erste E-Gitarre in die Serienfertigung und verkauft pro Jahr mehr als 170.000 Gitarren in rund 80 Ländern. Die Sparte Gibson Innovations mit Lautsprechern, Kopfhörern und DJ-Bedarf, die als Hauptgrund der Misere gilt, wird abgewickelt.

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